Prince Timeless Rezension: Prince Rogers Nelson gehörte zu den vielseitigsten Musikern der Popgeschichte. Der 1958 in Minneapolis geborene Sänger, Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist verband Funk, Rock, Soul, Pop und Jazz zu einer eigenen musikalischen Sprache. Dabei überschritt er nicht nur Genregrenzen, sondern prägte ebenso den Minneapolis Sound und inspirierte nachfolgende Generationen von Künstlerinnen und Künstlern.
Mit „Timeless“ erscheint am 28. August 2026 eine posthume Zusammenstellung, die zehn Aufnahmen aus den Jahren 1977 bis 2016 vereint. Neun Studiotitel und ein Live-Mitschnitt wurden chronologisch angeordnet, sodass das Album fast vier Jahrzehnte von Princes musikalischer Entwicklung abbildet. Das Mastering (Partnerlink: Was ist Mastering?) übernahm Chris James, der bereits während Princes später Karriere als Toningenieur und Produzent mit ihm arbeitete.
„Timeless“ ist deshalb kein neues Studioalbum im klassischen Sinn. Vielmehr handelt es sich um eine kuratierte Reise durch Princes Archiv, den legendären „Vault“ von Paisley Park. Manche Aufnahmen waren vollständig unveröffentlicht, während andere frühe oder alternative Fassungen bereits bekannter Kompositionen darstellen.
„Timeless“ zwischen Werkschau und Archivfund
Die chronologische Reihenfolge erweist sich als entscheidende Stärke des Albums. Anstatt Songs aus unterschiedlichen Jahrzehnten künstlich wie ein geschlossenes Werk erscheinen zu lassen, zeigt „Timeless“ offen, wie sich Princes Klangsprache wandelte. Früher Funk und kantiger Rock treffen auf orchestrale Balladen, New-Power-Generation-Grooves, spätere R&B-Produktionen und schließlich auf einen äußerst reduzierten Live-Moment.
Dadurch entsteht zwar kein vollkommen homogenes Album. Dennoch entwickelt sich ein nachvollziehbarer dramaturgischer Bogen: vom ehrgeizigen Nachwuchsmusiker, der seine musikalische Identität gerade entdeckt, bis zum erfahrenen Entertainer, der allein am Klavier noch immer einen ganzen Konzertsaal beherrscht.
Zugleich widerlegt die Sammlung die verbreitete Annahme, unveröffentlichte Archivstücke seien grundsätzlich wegen mangelnder Qualität aussortiert worden. Nicht jeder Song besitzt das Gewicht eines Prince-Klassikers. Allerdings finden sich mehrere Aufnahmen, die problemlos auf einem regulären Album ihrer jeweiligen Epoche hätten erscheinen können.
Prince Timeless Rezension: Alle Songs des Albums
1. I Am You
Bereits der erste Titel macht deutlich, wie früh Prince wesentliche Elemente seines späteren Stils entwickelt hatte. „I Am You“ stammt aus dem Jahr 1977 und verbindet einen federnden Funk-Disco-Groove mit verspielten Gesangslinien und einer auffallend selbstbewussten rhythmischen Gestaltung.
Der Song klingt naturgemäß weniger ausgearbeitet als die großen Produktionen der Achtziger. Gerade diese Unmittelbarkeit macht ihn jedoch reizvoll. Bass, Schlagzeug und Gitarren greifen eng ineinander, während Prince seine Stimme zwischen lässigem Soul und hellem Falsett bewegt. Gegen Ende löst sich die kontrollierte Songstruktur zunehmend auf, wodurch der Titel fast wie eine spontane Studiosession wirkt.
Besonders faszinierend ist, dass hier bereits viele Bausteine seines späteren Sounds erkennbar sind. „I Am You“ ist kein unbeholfener Jugendversuch, sondern ein erstaunlich vollständiger Prince-Song. Er spielte ihn bei seinen ersten beiden Solokonzerten im Januar 1979, nahm ihn danach jedoch nicht mehr in sein Live-Repertoire auf. Musikalische Elemente tauchten später in „I Don’t Wanna Leave You“ von The Time wieder auf.
2. Tick Tick Bang
„Tick Tick Bang“ ist in einer späteren Fassung vom 1990 veröffentlichten Album und Film „Graffiti Bridge“ bekannt. Auf „Timeless“ befindet sich dagegen die wesentlich frühere Version aus dem Jahr 1981, die während der „Controversy“-Phase entstand.
Diese Aufnahme klingt deutlich roher, schneller und aggressiver als die spätere Bearbeitung. Prince verbindet Funk mit hart angeschlagenen Rockgitarren und einer fast punkartigen Direktheit. Statt auf ausgefeilte Studiopolitur setzt der Song auf Druck, Wiederholung und körperliche Energie. Dadurch wirkt er weniger kontrolliert, gleichzeitig aber auch gefährlicher und spontaner.
Die Aufnahme zeigt außerdem, dass Prince Rockmusik nicht lediglich als gelegentliche stilistische Ergänzung verstand. Er integrierte sie von Beginn an fest in seinen eigenen Sound. Der Song verwendet zudem Elemente aus „Little Miss Lover“ von The Jimi Hendrix Experience.
Im direkten Vergleich ist die bekannte „Graffiti Bridge“-Fassung zugänglicher und stärker auf das damalige Album zugeschnitten. Die Version von „Timeless“ besitzt jedoch mehr Biss und gehört deshalb zu den spannendsten historischen Entdeckungen der Sammlung.
3. Heaven
„Heaven“ ist einer der Höhepunkte des Albums. Prince nahm den Titel am 26. Mai 1985 in den Sunset Sound Studios in Hollywood auf. Später wurde er für „The Dawn“ erwogen, ein letztlich nicht verwirklichtes Film- beziehungsweise Musikprojekt.
Musikalisch stammt „Heaven“ unverkennbar aus einer besonders experimentierfreudigen Prince-Phase. Ein magnetischer elektronischer Rhythmus bildet das Fundament, darüber liegen Handclaps, farbenreiche Synthesizer, kleine melodische Motive und vielschichtige Gesangspassagen. Die Produktion wirkt gleichzeitig dicht und leicht, weil Prince ständig neue Details einführt, ohne den zentralen Groove aus den Augen zu verlieren.
Der Titel vereint Electro-Funk, psychedelischen Pop und spirituell aufgeladenen Soul. Außerdem besitzt er jene schwer greifbare Mischung aus Verspieltheit und emotionaler Tiefe, die viele seiner besten Achtziger-Aufnahmen kennzeichnet.
Warum „Heaven“ so lange unveröffentlicht blieb, ist aus musikalischer Sicht kaum nachvollziehbar. Der Song klingt nicht wie eine unfertige Skizze, sondern wie ein nahezu vollständig ausgearbeiteter Albumtitel. Für Fans der Revolution-Ära dürfte er daher der wichtigste Fund auf „Timeless“ sein.
4. I Wonder
„I Wonder“ wurde im August 1989 in den Paisley Park Studios aufgenommen. Damit entstand der Song in einer Übergangsphase, in der Prince zwischen dem aufwendigen Pop seiner Achtziger-Alben und neuen musikalischen Richtungen suchte.
Der Titel entwickelt sich langsamer als „Heaven“. Ein zurückhaltender Midtempo-Groove trägt die Komposition, während gospelartige Chöre und ein prägnantes Klavier zusätzliche Wärme erzeugen. Anstatt sofort mit einem großen Refrain zu arbeiten, baut Prince die Spannung schrittweise auf.
Gerade deshalb benötigt „I Wonder“ etwas mehr Aufmerksamkeit. Beim ersten Durchlauf erscheint der Song möglicherweise unspektakulär. Mit jeder Wiederholung treten jedoch weitere Details hervor: kleine harmonische Veränderungen, geschichtete Stimmen und instrumentale Akzente, die den zunächst einfachen Aufbau vertiefen.
„I Wonder“ gehört nicht zu den spektakulärsten Stücken der Zusammenstellung, zeigt dafür aber Princes Fähigkeit, eine vergleichsweise konventionelle Songform mit ungewöhnlicher Harmonik und einem unverwechselbaren Arrangement aufzuwerten.
5. With This Tear
„With This Tear“ führt das Album in die frühen Neunziger. Prince nahm die Grundlage 1991 auf, während Clare Fischer die orchestralen Passagen arrangierte. Der Song wurde zunächst Jevetta Steele angeboten und gelangte schließlich zu Céline Dion, die ihn für ihr 1992 erschienenes selbstbetiteltes Album aufnahm. Princes eigene Fassung wurde im April 2026 als Vorabveröffentlichung von „Timeless“ zugänglich gemacht.
Die Komposition ist eine große, romantische Ballade, die deutlich stärker auf klassische Melodik und orchestrale Wirkung setzt als auf Funk. Streicher und harmonische Flächen geben dem Song einen beinahe filmischen Rahmen. Dennoch bleibt Prince im Mittelpunkt, weil seine Stimme nicht nur technische Kontrolle, sondern auch Verletzlichkeit vermittelt.
An einigen Stellen nähert sich das Arrangement bewusst dem großen Pop-Pathos. Deshalb könnte „With This Tear“ Hörerinnen und Hörern, die vor allem den kantigen Prince bevorzugen, etwas zu süß erscheinen. Gleichzeitig verhindert seine nuancierte Interpretation, dass der Titel in bloße Sentimentalität abrutscht.
„With This Tear“ zeigt vor allem, wie problemlos Prince Songs schreiben konnte, die sich auch außerhalb seines eigenen musikalischen Kosmos behaupteten. Innerhalb von „Timeless“ bildet die Ballade außerdem einen wirkungsvollen Ruhepunkt zwischen dem experimentellen Achtziger-Material und den stärker vom R&B geprägten späteren Aufnahmen.
6. Stone
„Stone“ basiert auf musikalischem Material von Sandra St. Victor, Tom Hammer und Jules Van Veen. Prince überarbeitete die Komposition, ergänzte Text und Musik und nahm seine Fassung im Frühjahr 1995 in Paisley Park auf. Zeitweise wurde der Song für „Playtime by Versace“ sowie für eine frühe Zusammenstellung von „Emancipation“ erwogen.
Der Titel bewegt sich im ruhigen Soul- und R&B-Bereich. Die Produktion ist weich, kontrolliert und deutlich weniger exzentrisch als die vorausgehenden Stücke. Statt überraschender Stilwechsel dominieren ein gleichmäßiger Groove, warme Keyboardflächen und eine zurückhaltende Gesangsdramaturgie.
Prince verleiht dem Song durch seine Phrasierung und die harmonische Gestaltung zweifellos Persönlichkeit. Dennoch fehlt „Stone“ jener markante Einfall, der viele seiner besten Kompositionen sofort erkennbar macht. Die Melodie entwickelt sich angenehm, hinterlässt aber keinen ähnlich starken Eindruck wie „Heaven“, „I Am You“ oder „The Guilty Ones“.
Damit gehört „Stone“ zu den schwächeren Beiträgen des Albums. Allerdings ist „schwächer“ im Zusammenhang mit Prince relativ zu verstehen. Der Song bleibt hochwertig produziert und besitzt genügend vokale Feinheiten, um mit wiederholtem Hören an Wirkung zu gewinnen.
7. Calabama
„Calabama“ entstand 2003, kurz vor der „Musicology“-Phase. Berichten zufolge war der Titel für ein gleichnamiges, letztlich unveröffentlichtes Albumprojekt vorgesehen. Erst bei einer späteren Hörveranstaltung in Paisley Park wurde dieser Zusammenhang öffentlich bekannt.
Musikalisch wechselt „Timeless“ hier vom zurückhaltenden Soul zu einem deutlich extrovertierteren Band-Funk. Der Rhythmus ist federnd, der Refrain einfach und unmittelbar, während das Arrangement ausreichend Raum für instrumentale Einwürfe und mögliche Solo-Passagen lässt.
„Calabama“ wirkt deshalb wie ein Song, der für die Bühne konzipiert wurde. Man kann sich problemlos vorstellen, wie Prince den Titel live verlängert, einzelne Musiker hervorhebt und das Publikum in den Refrain einbindet. Der Song enthält zudem eine kritische Ebene, die sich gegen Mechanismen und Erwartungen der Musikindustrie richtet.
Als Studiokomposition ist „Calabama“ nicht außergewöhnlich komplex. Seine Stärke liegt vielmehr in der Energie. Nach dem ruhigeren „Stone“ bringt der Titel wieder Bewegung in das Album und erinnert daran, wie wirkungsvoll Prince selbst aus einem relativ einfachen Funk-Gerüst eine charismatische Performance entwickeln konnte.
8. The Guilty Ones
„The Guilty Ones“ stammt aus dem Jahr 2007. Der Liedtext war bereits 2008 in Princes Buch „21 Nights“ abgedruckt worden, ohne dass damals eindeutig bekannt war, dass dazu eine vollständige Aufnahme existierte. Erst nach der Entdeckung eines entsprechenden Archivbandes wurde der Zusammenhang bestätigt.
Der Song repräsentiert die rockige Seite des späten Prince. Die Struktur ist vergleichsweise geradlinig, doch das Arrangement gewinnt durch druckvolle Gitarren und eine energische Rhythmusgruppe. Vor allem das Gitarrenspiel verhindert, dass der Titel zu einem gewöhnlichen Rockstück wird.
Prince setzt weniger auf harmonische Überraschungen als auf Präsenz. Seine Stimme klingt angriffslustig, während die Gitarre zunehmend mehr Raum einnimmt und schließlich in ein markantes Solo führt. Damit verweist der Song bereits auf den stärker gitarrenorientierten Sound, den Prince später unter anderem mit 3rdEyeGirl verfolgen sollte.
„The Guilty Ones“ zählt zu den unmittelbarsten Titeln auf „Timeless“. Zwar besitzt er nicht die kompositorische Raffinesse von „Heaven“, dafür vermittelt er jene explosive Live-Energie, die selbst in Princes später Karriere ein wesentliches Element seiner Musik blieb.
9. Bestest Friend
Über die Entstehung von „Bestest Friend“ ist vergleichsweise wenig bekannt. Der Song wird dem Jahr 2012 zugeordnet und steht damit für Princes späte, stilistisch weiterhin äußerst produktive Schaffensphase.
Auf den ersten Blick handelt es sich um eine klassische R&B-Nummer. Allerdings hebt Prince das vertraute Grundgerüst durch seine Arrangierkunst deutlich über den Genrestandard hinaus. Klavier, Bläser und Gesang sind so aufeinander abgestimmt, dass der Song zunehmend größer und farbenreicher wirkt.
Der etwas spielerische Titel könnte zunächst eine lockere, beinahe beiläufige Komposition erwarten lassen. Tatsächlich besitzt „Bestest Friend“ jedoch emotionale Substanz. Prince singt mit Wärme und kontrollierter Intensität, während das Arrangement zwischen intimer Nähe und flamboyanter Soul-Geste wechselt.
Gerade darin liegt die Qualität des Songs: Prince erfindet R&B hier nicht neu. Er zeigt vielmehr, wie stark er vertraute Formen durch instrumentale Details, dynamische Übergänge und seine außergewöhnliche Stimme personalisieren konnte.
10. How Come U Don’t Call Me Anymore? (Live)
Den Abschluss bildet eine Live-Fassung von „How Come U Don’t Call Me Anymore?“. Die ursprüngliche Studioaufnahme erschien 1982 als B-Seite der Single „1999“. Die auf „Timeless“ veröffentlichte Version stammt dagegen von Princes „Piano & A Microphone“-Tournee im Jahr 2016 und gehört zu seinen letzten aufgezeichneten Performances.
Prince benötigt hier nichts außer seiner Stimme, einem Klavier und dem Publikum. Er verändert Tempo und Dynamik scheinbar spontan, spielt mit Pausen und führt die Melodie durch Blues, Gospel und Soul. Dabei wechselt er mühelos zwischen tiefen, rauen Passagen, kraftvollen Ausbrüchen und seinem charakteristischen Falsett.
Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von Kontrolle und Offenheit. Obwohl Prince jede dramaturgische Wendung beherrscht, vermittelt die Aufführung den Eindruck eines sehr persönlichen Moments. Das Publikum ist nicht bloß Hintergrund, sondern wird Teil der Interpretation.
Innerhalb des Albums übernimmt der Live-Titel eine besondere Funktion. Nachdem „Timeless“ fast vier Jahrzehnte Studiogeschichte durchlaufen hat, endet die Sammlung mit dem Künstler unmittelbar auf der Bühne. Dadurch verwandelt sich die chronologische Idee des Albums in einen emotionalen Abschied.
Es ist nicht nur der bewegendste Titel der Zusammenstellung, sondern zugleich eine Erinnerung daran, dass Prince neben seiner Arbeit als Komponist und Produzent vor allem ein außergewöhnlicher Live-Musiker war.
Das Albumcover von Prince – Timeless
Das Cover von „Timeless“ verzichtet bewusst auf ein klassisches Porträt von Prince. Stattdessen erscheint der Musiker als dunkle Silhouette vor einer intensiv leuchtenden Kulisse aus Violett-, Pink- und Blautönen. Mit weit ausgebreiteten Armen wirkt die Figur beinahe wie ein eingefrorener Moment eines großen Bühnenauftritts. Der vertikal gesetzte Prince-Schriftzug und der vergleichsweise zurückhaltende Albumtitel lassen dem Motiv viel Raum.
Gerade für eine posthume Zusammenstellung funktioniert diese Gestaltung ausgesprochen gut. Prince wird nicht an ein bestimmtes Alter, ein Kostüm oder eine einzelne Phase seiner Karriere gebunden. Vielmehr reduziert ihn das Artwork auf seine sofort erkennbare Präsenz als Performer. Damit greift das Cover den Grundgedanken von „Timeless“ auf: Die enthaltenen Aufnahmen stammen aus unterschiedlichen Jahrzehnten, während die künstlerische Identität von Prince die verbindende Konstante bildet.
Prince Timeless Rezension – Produktion und Klangqualität von „Timeless“
Die große zeitliche Spannweite stellt das Mastering vor erhebliche Herausforderungen. Schließlich unterscheiden sich Aufnahmetechnik, Instrumentierung und Produktionsästhetik zwischen 1977 und 2016 deutlich. Chris James hat die Titel so aufbereitet, dass Lautstärke und Klangcharakter nicht bei jedem Wechsel auseinanderfallen. Dennoch bleiben die historischen Unterschiede hörbar – und genau das ist sinnvoll.
„I Am You“ besitzt den kompakteren, unmittelbareren Charakter einer frühen Aufnahme. „Heaven“ trägt dagegen die synthetische Farbigkeit der mittleren Achtziger, während die späteren Titel voller und moderner produziert erscheinen. Das Mastering vereinheitlicht die Sammlung daher nur so weit, wie es für einen angenehmen Albumfluss notwendig ist.
Außerdem wurde darauf verzichtet, ältere Aufnahmen übermäßig an heutige Hörgewohnheiten anzupassen. „Timeless“ soll schließlich nicht wie ein 2026 produziertes Prince-Album klingen. Die unterschiedlichen Klangbilder sind Teil des Konzepts und dokumentieren seine musikalische Entwicklung ebenso deutlich wie die Kompositionen selbst.
Ist „Timeless“ auch für Prince-Einsteiger geeignet?
Für einen ersten Kontakt mit Prince bleiben Alben wie „Purple Rain“, „1999“, „Sign o’ the Times“ oder „Parade“ die repräsentativere Wahl. Sie zeigen nicht nur einzelne Facetten, sondern geschlossene künstlerische Visionen.
Dennoch ist „Timeless“ auch für weniger erfahrene Hörer interessant. Die Zusammenstellung verdeutlicht auf überschaubaren zehn Titeln, wie selbstverständlich Prince zwischen Funk, Rock, Pop, Soul und R&B wechseln konnte. Gleichzeitig liefert die chronologische Anordnung einen verständlichen Einstieg in seine verschiedenen musikalischen Phasen.
Langjährige Fans erhalten dagegen den größeren historischen Mehrwert. Für sie sind besonders die ursprüngliche Version von „Tick Tick Bang“, das hervorragende „Heaven“ und der abschließende Live-Mitschnitt bedeutsam.
Fazit zur Prince – Timeless Rezension
„Timeless“ ist kein verschollenes Meisterwerk und sollte auch nicht als reguläres Prince-Studioalbum betrachtet werden. Dafür stammen die Songs aus zu unterschiedlichen Phasen, Projekten und musikalischen Zusammenhängen. Als chronologisch angelegte Archivsammlung funktioniert das Album jedoch ausgesprochen gut.
Vor allem „I Am You“, „Heaven“, „The Guilty Ones“ und „How Come U Don’t Call Me Anymore?“ zeigen, dass sich im Prince-Vault nicht nur historische Kuriositäten, sondern mehrere bemerkenswerte Aufnahmen befinden. „With This Tear“ unterstreicht seine Qualitäten als klassischer Songwriter, während „Calabama“ und „Bestest Friend“ seine späteren Funk- und R&B-Seiten abbilden.
Lediglich „Stone“ fällt etwas hinter den stärksten Beiträgen zurück. Außerdem hätten zehn Songs angesichts der enormen zeitlichen Spannweite durchaus großzügiger ergänzt werden können. Dennoch wirkt die Auswahl durchdacht und respektvoll.
Der größte Erfolg von „Timeless“ liegt schließlich darin, dass das Album Prince nicht auf eine einzelne Ära reduziert. Es zeigt ihn als neugierigen, rastlosen Musiker, dessen unverwechselbare Handschrift bereits 1977 vorhanden war und bis zu seinen letzten Auftritten erhalten blieb.
Link zum Künstler: https://www.prince.com/
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten
FAQ zu Prince – Timeless
Wann erschien das Album „Timeless“ von Prince?
„Timeless“ wurde am 28. August 2026 veröffentlicht. Das Album ist digital, auf CD sowie in verschiedenen Vinyl-Ausführungen erhältlich, darunter eine limitierte violett marmorierte Edition.
Ist „Timeless“ ein neues Prince-Studioalbum?
Nicht im klassischen Sinn. Es handelt sich um eine posthum zusammengestellte Archiv-Compilation mit Aufnahmen aus den Jahren 1977 bis 2016. Die Songs entstanden also nicht während einer zusammenhängenden Albumproduktion.
Wie viele Songs enthält „Timeless“?
Das Album umfasst zehn Titel. Neun davon sind Studioaufnahmen, während „How Come U Don’t Call Me Anymore?“ als Live-Mitschnitt enthalten ist.
Sind alle Songs auf „Timeless“ vollständig neu?
Viele Aufnahmen wurden erstmals offiziell veröffentlicht. Allerdings sind einzelne Kompositionen bereits in anderen Fassungen bekannt. „Tick Tick Bang“ wurde beispielsweise 1990 in einer neu aufgenommenen Version auf „Graffiti Bridge“ veröffentlicht. „With This Tear“ nahm Céline Dion für ihr Album von 1992 auf. Beim letzten Titel ist vor allem die Live-Fassung aus dem Jahr 2016 neu.
Prince Timeless Rezension – Welche Songs sind die Höhepunkte des Albums?
Zu den stärksten Titeln gehören das frühe Funkstück „I Am You“, der atmosphärische Electro-Funk-Song „Heaven“, das rockige „The Guilty Ones“ und die emotional intensive Live-Version von „How Come U Don’t Call Me Anymore?“.
Prince Timeless Rezension – Warum sind die Songs chronologisch angeordnet?
Die Reihenfolge soll Princes musikalische Entwicklung von seinen ersten Aufnahmen bis zu seiner letzten Tournee nachvollziehbar machen. Dadurch funktioniert „Timeless“ weniger wie ein traditionelles Album und stärker wie eine kompakte musikalische Zeitreise durch fast vier Jahrzehnte.
Für wen lohnt sich „Timeless“?
Das Album richtet sich in erster Linie an Prince-Fans, die tiefer in sein Archiv eintauchen möchten. Gleichzeitig eignet sich die abwechslungsreiche Zusammenstellung für Hörerinnen und Hörer, die seine stilistische Bandbreite kennenlernen wollen, ohne sofort seine umfangreiche Diskografie vollständig zu erschließen.


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