The Dark Side of the Moon Rezension: Pink Floyds Meisterwerk

Albumcover von Pink Floyd – The Dark Side of the Moon mit Prisma, weißem Lichtstrahl und farbigem Spektrum.

Nur wenige Musikalben haben den Begriff „Klassiker“ so nachhaltig geprägt wie The Dark Side of the Moon von Pink Floyd. Das Album ist weit mehr als eine lose Sammlung erfolgreicher Songs. Vielmehr handelt es sich um ein geschlossenes musikalisches Werk, das sich mit Zeit, Tod, Geld, Leistungsdruck, psychischer Überforderung und zwischenmenschlichen Konflikten beschäftigt.

Pink Floyd veröffentlichten ihr achtes Studioalbum im März 1973. Die Aufnahmen entstanden 1972 und 1973 in den damaligen EMI Studios, den heutigen Abbey Road Studios in London. Allerdings entwickelte die Band das Material bereits zuvor bei Konzerten weiter. Dadurch wirkt das Album ausgesprochen durchdacht: Übergänge, Geräusche, Stimmen und musikalische Motive greifen ineinander und bilden einen nahezu ununterbrochenen Spannungsbogen.

Diese The Dark Side of the Moon Rezension zeigt, weshalb das Album auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung nichts von seiner Faszination verloren hat. Außerdem bespreche ich alle zehn Titel einzeln und ordne ihre Funktion innerhalb des Gesamtkonzepts ein.

Albumcover: Pink Floyd – „Dark side of the moon“, © 1973, Quelle: Spotify, Rechte bei den jeweiligen Rechteinhabern

The Dark Side of the Moon: Ein Album über den Druck des Lebens

Thematisch richtet Pink Floyd den Blick nicht in den Weltraum, obwohl Albumtitel und Cover dies zunächst vermuten lassen könnten. Stattdessen geht es um die dunklen Seiten des menschlichen Lebens. Arbeit, Geld, Zeit, Reisen, Tod und psychische Belastungen stehen im Mittelpunkt. Gerade weil diese Themen nahezu jeden Menschen betreffen, besitzt das Album eine zeitlose Qualität.

Dabei erzählt The Dark Side of the Moon keine lineare Geschichte mit festen Figuren. Vielmehr setzt sich das Album aus einzelnen Beobachtungen, Gedanken und emotionalen Zuständen zusammen. Dennoch entsteht ein klarer dramaturgischer Verlauf: von der Geburt und dem ersten Atemzug über den Alltag und den Verlust von Lebenszeit bis hin zu Tod, Wahnsinn und einer abschließenden Erkenntnis über die menschliche Existenz.

Musikalisch verbindet Pink Floyd Progressive Rock, Psychedelic Rock, Blues, Jazz, elektronische Klangerzeugung und experimentelle Studiotechnik. Entscheidend ist jedoch nicht die stilistische Vielfalt allein. Vielmehr gelingt es der Band, sämtliche Elemente so miteinander zu verbinden, dass sie dem übergeordneten Konzept dienen.

Produktion und Klang: Warum das Album bis heute als Referenz gilt

Schon die ersten Sekunden machen deutlich, dass Pink Floyd den Aufnahmeraum als eigenständiges Instrument verstanden. Herzschläge, Stimmen, Schritte, Uhren, Registrierkassen und synthetische Geräusche sind nicht bloß Dekoration. Stattdessen übernehmen sie rhythmische und dramaturgische Funktionen.

Gleichzeitig bleibt der Klang erstaunlich organisch. David Gilmours Gitarren wirken warm und räumlich, Richard Wrights Tasteninstrumente erzeugen harmonische Tiefe, Roger Waters’ Bass verbindet Rhythmus und Melodie, während Nick Masons Schlagzeug den Songs genügend Raum zum Atmen lässt.

Besonders auf einer guten HiFi-Anlage fällt auf, wie differenziert das Album abgemischt ist. Viele Elemente stehen klar im Stereopanorama, ohne dass der Klang künstlich auseinanderfällt. Darüber hinaus besitzt die Produktion eine enorme Dynamik. Leise Passagen entfalten eine fast meditative Wirkung, während die Höhepunkte kraftvoll und körperlich erscheinen.

Die offizielle Titelfolge umfasst zehn Stücke, die auf der ursprünglichen Vinylfassung auf zwei Seiten verteilt waren.

Alle Songs von The Dark Side of the Moon in der Einzelkritik

1. Speak to Me

„Speak to Me“ ist weniger ein konventioneller Song als eine akustische Ouvertüre. Der Herzschlag eröffnet das Album und vermittelt sofort den Eindruck eines beginnenden Lebens. Nach und nach treten Geräusche und kurze Fragmente hinzu, die später auf dem Album wiederkehren.

Zu hören sind unter anderem Stimmen, Gelächter, Uhrengeräusche und Ausschnitte aus musikalischen Motiven. Dadurch gibt Pink Floyd bereits einen Ausblick auf die Themen und Klänge des gesamten Albums. Die Geräuschcollage wirkt zunächst chaotisch, ist jedoch sorgfältig konstruiert.

Besonders wirkungsvoll ist der Übergang zu „Breathe“. Ein anschwellender Klang führt unmittelbar in den ersten eigentlichen Song hinein. Damit wird bereits zu Beginn deutlich, dass The Dark Side of the Moon idealerweise als zusammenhängendes Werk gehört werden sollte.

2. Breathe (In the Air)

„Breathe“ öffnet den musikalischen Raum. David Gilmours schwebende Gitarren und Richard Wrights warme Akkorde erzeugen eine entspannte, beinahe schwerelose Atmosphäre. Gleichzeitig ist die inhaltliche Botschaft keineswegs beruhigend.

Der Song betrachtet das menschliche Leben als Kreislauf aus Erwartungen, Arbeit und Anpassung. Einerseits fordert die Musik dazu auf, den Moment wahrzunehmen. Andererseits beschreibt der Text, wie schnell sich Menschen in vorgegebenen Lebenswegen verlieren können.

Gerade dieser Gegensatz macht „Breathe“ so stark. Die Musik klingt sanft und einladend, während sich darunter eine deutliche Kritik an gesellschaftlichem Leistungsdenken verbirgt. Zudem legt der Song harmonische Motive an, die im weiteren Verlauf des Albums erneut aufgegriffen werden.

3. On the Run

Mit „On the Run“ verändert sich die Atmosphäre grundlegend. Statt entspannter Gitarrenflächen dominieren elektronische Sequenzen, Geräusche und hektische Bewegungen. Das Stück vermittelt den Eindruck, sich in einem permanenten Zustand der Eile zu befinden.

Die wiederholten Synthesizerfiguren wirken wie eine Maschine, die nicht mehr angehalten werden kann. Darüber hinaus erzeugen Schritte, Durchsagen und weitere Klangeffekte eine Verbindung zu Flughäfen und Reisen. Allerdings geht es weniger um eine konkrete Reise als um Stress, Kontrollverlust und moderne Rastlosigkeit.

Heute lässt sich „On the Run“ sogar als erstaunlich aktuelle Beschreibung einer beschleunigten Gesellschaft hören. Nachrichten, Termine und Verpflichtungen folgen ständig aufeinander. Entsprechend wirkt das Stück gleichzeitig futuristisch und beklemmend.

Musikalisch besitzt „On the Run“ keine klassische Songstruktur. Dennoch bleibt es durch seine rhythmische Energie und seinen konsequenten Spannungsaufbau jederzeit fesselnd.

4. Time

„Time“ gehört zu den bekanntesten und eindrucksvollsten Songs des Albums. Der Beginn mit zahlreichen gleichzeitig einsetzenden Uhren ist zunächst beinahe erschreckend. Danach folgt ein langes Schlagzeugintro, das den eigentlichen Song vorbereitet.

Inhaltlich behandelt „Time“ die Erkenntnis, dass das Leben unbemerkt verstreicht. Gerade in jungen Jahren entsteht häufig der Eindruck, unbegrenzt viel Zeit zu besitzen. Später wird jedoch deutlich, dass Jahre vergangen sind, ohne dass man die eigenen Ziele verwirklicht hat.

David Gilmours Gesang klingt kraftvoll, aber zugleich nachdenklich. Richard Wright übernimmt einen ruhigeren Abschnitt und schafft dadurch einen wirkungsvollen Kontrast. Besonders prägend ist außerdem Gilmours Gitarrensolo. Es verbindet melodische Klarheit mit kontrollierter Intensität und zählt zu den emotionalen Höhepunkten des Albums.

Am Ende kehrt die Musik von „Breathe“ zurück. Dadurch schließt sich ein erster Kreis. Der Mensch befindet sich wieder im vertrauten Alltag, doch die Erkenntnis über die vergehende Zeit lässt sich nicht mehr verdrängen.

5. The Great Gig in the Sky

„The Great Gig in the Sky“ beschäftigt sich mit Sterblichkeit und der Angst vor dem Tod. Allerdings benötigt das Stück dafür kaum einen traditionellen Liedtext. Stattdessen übernimmt die Stimme eine instrumentale und zugleich zutiefst menschliche Rolle.

Das ruhige Klavierspiel von Richard Wright bildet die Grundlage. Darüber entfaltet sich ein intensiver wortloser Gesang, der zwischen Angst, Aufbegehren, Akzeptanz und Erlösung zu schwanken scheint. Gerade weil keine konkreten Worte vorgegeben werden, bleibt viel Raum für persönliche Interpretationen.

Der Song beginnt vergleichsweise zurückhaltend, steigert sich jedoch schnell zu einem emotionalen Höhepunkt. Anschließend nimmt die Intensität wieder ab. Diese Entwicklung erinnert an den Verlauf einer existenziellen Krise: zunächst Unsicherheit, danach Widerstand und schließlich Ruhe.

„The Great Gig in the Sky“ ist eines der Stücke, die zeigen, wie wirkungsvoll Pink Floyd Gefühle ohne ausführliche Erklärungen vermitteln konnten. Die Kombination aus Klavier, Orgel, Rhythmusgruppe und Stimme erzeugt eine außergewöhnliche emotionale Tiefe.

6. Money

Mit „Money“ beginnt die zweite Hälfte des Albums deutlich unmittelbarer. Das rhythmische Geräusch von Registrierkassen und Münzen bildet einen ungewöhnlichen Takt, aus dem sich der bekannte Basslauf entwickelt.

Musikalisch ist „Money“ stärker vom Blues und Rock geprägt als viele andere Titel des Albums. Der Bass wirkt kantig und selbstbewusst, während Gitarren, Saxofon und Schlagzeug dem Song eine körperliche Dynamik verleihen. Gleichzeitig wechselt das Stück während des Instrumentalteils in ein geraderes Metrum, wodurch das Gitarrensolo zusätzlichen Vorwärtsdrang erhält.

Inhaltlich setzt sich der Song mit Gier, Konsum und sozialem Status auseinander. Geld wird einerseits als erstrebenswert dargestellt, andererseits entlarvt Pink Floyd die damit verbundene Selbstzufriedenheit und Doppelmoral.

Bemerkenswert ist, dass „Money“ trotz seiner gesellschaftskritischen Aussage ausgesprochen eingängig klingt. Der markante Basslauf und der kräftige Refrain machen den Song zugänglich, ohne dass er musikalisch konventionell wäre. Dadurch funktioniert er sowohl als Teil des Albumkonzepts als auch als eigenständiger Rocksong.

7. Us and Them

„Us and Them“ verlangsamt das Tempo erneut. Richard Wrights harmonisch reiches Klavierspiel und das zurückhaltende Saxofon schaffen eine melancholische Atmosphäre. Zunächst wirkt das Stück beinahe friedlich, doch inhaltlich geht es um Trennung, Konflikt und die Einteilung der Welt in gegnerische Gruppen.

Die Strophen bleiben leise und nachdenklich. Dagegen öffnen sich die Refrains plötzlich und entfalten eine enorme klangliche Größe. Diese dynamischen Wechsel spiegeln den Inhalt: Aus scheinbar kleinen Unterschieden entstehen große Auseinandersetzungen.

Der Song lässt sich auf Kriege und politische Machtverhältnisse beziehen. Gleichzeitig funktioniert er auf einer persönlichen Ebene. Menschen grenzen sich voneinander ab, obwohl ihre Bedürfnisse und Ängste häufig ähnlich sind.

Gerade deshalb gehört „Us and Them“ zu den emotional reifsten Kompositionen auf The Dark Side of the Moon. Der Song urteilt nicht vorschnell, sondern betrachtet Konflikte mit einer Mischung aus Traurigkeit und Fassungslosigkeit.

8. Any Colour You Like

„Any Colour You Like“ ist ein Instrumentalstück und dient als musikalische Brücke zwischen „Us and Them“ und „Brain Damage“. Nach den schweren gesellschaftlichen Themen des vorherigen Songs öffnet sich hier ein psychedelischer Klangraum.

Synthesizer und Gitarren führen eine Art musikalischen Dialog. Dabei entstehen Echoeffekte, räumliche Bewegungen und improvisatorisch wirkende Passagen. Dennoch bleibt das Stück klar strukturiert und fügt sich nahtlos in den Ablauf des Albums ein.

Der Titel kann ironisch verstanden werden. Angeblich freie Wahlmöglichkeiten sind häufig auf Varianten derselben Sache begrenzt. Entsprechend besitzt das Stück trotz seiner farbenreichen Musik einen subtil kritischen Unterton.

Klanglich zählt „Any Colour You Like“ zu den Passagen, die besonders stark von einer hochwertigen Stereoanlage oder guten Kopfhörern profitieren. Die Instrumente bewegen sich durch den Raum, überlagern sich und lösen sich anschließend wieder voneinander.

9. Brain Damage

Mit „Brain Damage“ rückt das Thema psychische Gesundheit in den Mittelpunkt. Die Strophen klingen zunächst fast leicht und freundlich. Doch unter der eingängigen Melodie liegt eine zunehmende Unsicherheit.

Der Text beschreibt den Verlust gesellschaftlich akzeptierter Normalität. Dabei geht es nicht nur um eine einzelne Person, sondern ebenso um die Frage, wer überhaupt bestimmt, welches Verhalten als normal gilt. Zudem werden Gruppendruck, mediale Beeinflussung und der Ausschluss von Menschen angedeutet, die nicht in vorgegebene Systeme passen.

Im Verlauf des Songs wird das Arrangement immer dichter. Stimmen, Harmonien und Instrumente bauen sich auf, bis der Titel direkt in „Eclipse“ übergeht.

„Brain Damage“ ist dadurch kein isolierter Song, sondern der Beginn des großen Finales. Die persönlichen und gesellschaftlichen Konflikte des Albums verdichten sich zu einer letzten existenziellen Betrachtung.

10. Eclipse

„Eclipse“ beendet das Album mit einer ebenso kurzen wie kraftvollen Zusammenfassung. Musikalisch wächst der Song kontinuierlich. Orgel, Schlagzeug, Gitarren und Chorstimmen verbinden sich zu einem monumentalen Abschluss.

Inhaltlich zählt der Text verschiedene Erfahrungen des menschlichen Lebens auf. Handeln und Warten, Liebe und Hass, Geben und Nehmen sowie Schöpfung und Zerstörung gehören gleichermaßen zur Existenz. Dadurch führt „Eclipse“ die zuvor behandelten Themen zusammen.

Der Titel vermittelt jedoch nicht ausschließlich Hoffnungslosigkeit. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass alle Gegensätze Teil eines größeren Ganzen sind. Die dunkle Seite lässt sich nicht vollständig vom Licht trennen.

Schließlich kehrt der Herzschlag aus „Speak to Me“ zurück. Damit schließt sich der Kreis des Albums. Geburt, Leben, Angst, Tod und Bewusstsein werden in einer einzigen musikalischen Bewegung miteinander verbunden.

Wie klingt The Dark Side of the Moon heute?

Erstaunlicherweise klingt das Album kaum wie ein historisches Dokument aus den frühen 1970er-Jahren. Zwar lassen sich bestimmte Instrumente und Produktionstechniken ihrer Epoche zuordnen, dennoch wirken Arrangement und Klanggestaltung weiterhin modern.

Ein Grund dafür liegt in der Zurückhaltung der Musiker. Pink Floyd vermeiden unnötige Virtuosität. Statt möglichst viele Noten zu spielen, konzentriert sich die Band auf Atmosphäre, Dynamik und Aussage. Jeder Klang besitzt eine erkennbare Funktion.

Außerdem setzt die Produktion Effekte nicht als Selbstzweck ein. Echo, Hall, elektronische Sequenzen und Geräuschcollagen unterstützen die jeweiligen Themen. Deshalb wirkt The Dark Side of the Moon trotz seiner aufwendigen Studiotechnik nicht überladen.

Besonders überzeugend ist die Balance zwischen Zugänglichkeit und Experiment. Songs wie „Money“ und „Time“ besitzen einprägsame Melodien und klare Strukturen. Gleichzeitig sorgen „On the Run“, „Speak to Me“ und „Any Colour You Like“ für avantgardistische und psychedelische Momente.

The Dark Side of the Moon auf einer HiFi-Anlage

Für HiFi-Fans ist das Album besonders interessant, weil es zahlreiche klangliche Details bietet. Der Herzschlag am Anfang sollte tief und kontrolliert erscheinen, ohne den restlichen Frequenzbereich zu überdecken. Außerdem lassen sich an den Uhren in „Time“ die räumliche Abbildung und Impulswiedergabe einer Anlage gut beurteilen.

„The Great Gig in the Sky“ stellt hohe Anforderungen an die Wiedergabe von Stimmen und Dynamik. Eine ausgewogene Anlage sollte die Intensität des Gesangs darstellen, ohne dass hohe Frequenzen unangenehm scharf werden.

Bei „Money“ kommt es dagegen auf Timing und Basskontrolle an. Der Basslauf muss druckvoll klingen, darf aber nicht schwerfällig werden. „Us and Them“ zeigt schließlich, wie gut ein System leise und laute Passagen voneinander absetzen kann.

Allerdings sollte das Album nicht nur als technische Testaufnahme gehört werden. Seine eigentliche Stärke entsteht aus dem Zusammenspiel von Klang, Musik und Inhalt.

Warum ist The Dark Side of the Moon so bedeutend?

Viele Konzeptalben verlangen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. The Dark Side of the Moon bleibt dagegen trotz seiner Komplexität unmittelbar zugänglich. Die Melodien sind einprägsam, die Themen verständlich und die Klangbilder emotional nachvollziehbar.

Darüber hinaus besitzt das Album eine außergewöhnlich geschlossene Dramaturgie. Kein Song wirkt beliebig platziert. Selbst die scheinbar abstrakten Geräuschpassagen bereiten spätere Motive vor oder verbinden einzelne Abschnitte miteinander.

Entscheidend ist jedoch die menschliche Perspektive. Pink Floyd behandeln keine abstrakten Science-Fiction-Szenarien, sondern grundlegende Erfahrungen: Wir alle verlieren Zeit, stehen unter Druck, benötigen Geld, erleben Konflikte und müssen uns mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen.

Diese Allgemeingültigkeit erklärt, weshalb das Album immer wieder von neuen Generationen entdeckt wird. Die Produktionsweise mag aus einer bestimmten Epoche stammen, die Fragen des Albums bleiben jedoch aktuell.

Fazit zur The Dark Side of the Moon Rezension

The Dark Side of the Moon von Pink Floyd ist eines jener seltenen Alben, bei denen Konzept, Komposition, Klang und Gestaltung eine nahezu untrennbare Einheit bilden. Jeder Song besitzt einen eigenen Charakter, gleichzeitig erfüllt jedes Stück eine klare Funktion innerhalb des Gesamtwerks.

„Time“, „Money“ und „Us and Them“ liefern die zugänglichsten Songstrukturen. Dagegen erweitern „On the Run“, „Speak to Me“ und „Any Colour You Like“ das Album um experimentelle Klangwelten. „The Great Gig in the Sky“ bildet den emotionalen Mittelpunkt, während „Brain Damage“ und „Eclipse“ sämtliche Themen in einem eindrucksvollen Finale zusammenführen.

Das Album ist nachdenklich, atmosphärisch und stellenweise bedrückend. Dennoch wirkt es nicht hoffnungslos. Vielmehr fordert es dazu auf, die begrenzte Lebenszeit bewusst wahrzunehmen und gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

Auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung bleibt The Dark Side of the Moon deshalb ein außergewöhnliches Hörerlebnis. Wer das Album nur über einzelne bekannte Songs kennt, sollte es unbedingt einmal vollständig, ohne Unterbrechung und möglichst über eine gute Anlage oder hochwertige Kopfhörer hören.

Gesamtwertung: 10 von 10 Punkten

Link zur Künstlerseite: https://www.pinkfloyd.com/

FAQ zu Pink Floyd – The Dark Side of the Moon

Wann erschien The Dark Side of the Moon?

Pink Floyd veröffentlichten das Album im März 1973. Die Aufnahmen entstanden 1972 und 1973 in den EMI Studios, die heute als Abbey Road Studios bekannt sind.

Wie viele Songs enthält The Dark Side of the Moon?

Das Album enthält zehn Titel: „Speak to Me“, „Breathe (In the Air)“, „On the Run“, „Time“, „The Great Gig in the Sky“, „Money“, „Us and Them“, „Any Colour You Like“, „Brain Damage“ und „Eclipse“.

Ist The Dark Side of the Moon ein Konzeptalbum?

Ja. Die Songs beschäftigen sich mit miteinander verbundenen Themen wie Zeit, Arbeit, Geld, Tod, Reisen, psychischer Belastung und menschlichen Konflikten. Außerdem gehen die meisten Titel ohne längere Pausen ineinander über.

Was bedeutet der Titel The Dark Side of the Moon?

Der Titel ist weniger astronomisch als psychologisch zu verstehen. Die „dunkle Seite“ steht sinnbildlich für Ängste, innere Konflikte, Wahnsinn, Vergänglichkeit und gesellschaftlichen Druck.

Welcher Song ist der bekannteste Titel des Albums?

„Money“ und „Time“ gehören zu den bekanntesten Songs. Allerdings werden auch „The Great Gig in the Sky“ und „Us and Them“ häufig als zentrale Höhepunkte des Albums genannt.

Sollte man das Album in der vorgegebenen Reihenfolge hören?

Unbedingt. Die Songs gehen klanglich und thematisch ineinander über. Deshalb entfaltet sich die vollständige Wirkung erst, wenn das Album vom Herzschlag in „Speak to Me“ bis zum abschließenden Herzschlag in „Eclipse“ ohne Unterbrechung gehört wird.

Welche Musikrichtung ist The Dark Side of the Moon?

Das Album wird überwiegend dem Progressive Rock und Psychedelic Rock zugeordnet. Darüber hinaus enthält es Elemente aus Blues, Jazz, elektronischer Musik und experimenteller Studiomusik.

Eignet sich The Dark Side of the Moon als HiFi-Testalbum?

Ja. Das Album bietet eine breite Dynamik, tiefe Bässe, komplexe Stereoeffekte, natürliche Stimmen und zahlreiche räumlich platzierte Geräusche. Trotzdem sollte es nicht ausschließlich als technische Testaufnahme betrachtet werden, da seine größte Stärke im musikalischen Gesamtkonzept liegt.

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