Madonna – Confessions II, Album Rezension

Albumcover „Madonna – Confessions II“ mit violett verhüllter Person auf einem Podest mit Lautsprechern.

Madonna – Confessions II: Rückkehr auf den Dancefloor mit offenem Visier

Madonna Confessions II Rezension: Mit „Confessions II“ veröffentlicht Madonna nicht einfach ein weiteres Dance-Pop-Album. Vielmehr stellt sie sich einer besonders schwierigen Aufgabe: Sie setzt eines ihrer beliebtesten Werke fort. Immerhin gilt „Confessions on a Dance Floor“ von 2005 bis heute als moderner Klassiker des elektronischen Pop.

Das am 3. Juli 2026 veröffentlichte „Confessions II“ ist Madonnas 15. Studioalbum und zugleich ihr erstes reguläres Studioalbum seit „Madame X“ aus dem Jahr 2019. Für die Produktion arbeitete sie erneut mit Stuart Price zusammen, der bereits den Sound des ersten „Confessions“-Albums entscheidend geprägt hatte. Die vollständige Fassung umfasst 16 Songs, die weitgehend ohne harte Unterbrechungen ineinander übergehen. Dadurch entsteht erneut der Eindruck eines zusammenhängenden DJ-Sets.

Allerdings versucht Madonna nicht, das Erfolgsrezept von 2005 exakt zu kopieren. Stattdessen verbindet sie Deep House, Acid House, French Touch, Electroclash, UK Garage, Latin Pop und Trip-Hop mit autobiografischen Texten. Während die erste Hälfte wie eine euphorische Clubnacht wirkt, wird das Album gegen Ende zunehmend persönlicher, verletzlicher und nachdenklicher.

Albumcover: Madonna – „Confessions II“, © 2026, Quelle: Spotify, alle Rechte beim Rechteinhaber

Zwischen Nostalgie und persönlicher Aufarbeitung

Eine Fortsetzung wie „Confessions II“ läuft zwangsläufig Gefahr, lediglich nostalgische Erwartungen zu bedienen. Doch Madonna nutzt die Vergangenheit nicht als bequemes Ruhekissen. Vielmehr betrachtet sie ihre eigene Geschichte aus der heutigen Perspektive.

Dabei erinnert sie sich an ihre frühen Jahre in New York, an legendäre Clubs, ehemalige Wegbegleiter und frühere Beziehungen. Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit familiären Konflikten, Trauer, Mutterschaft, Vergebung und der Frage, welchen Preis ein Leben im Scheinwerferlicht fordert.

Gerade diese Verbindung macht das Album interessant. Der Dancefloor ist hier nicht nur ein Ort der Unterhaltung. Er wird zum Erinnerungsraum, zur Therapie und gelegentlich sogar zu einem spirituellen Ort. Madonna hat das Konzept selbst als körperliches Ritual beschrieben, bei dem Tanz, Gemeinschaft und Musik das Ego für einen Moment auflösen können.

Der Sound von Madonna – Confessions II

Stuart Price setzt erneut auf lange Spannungsbögen, pulsierende Basslinien und fließende Übergänge. Allerdings klingt „Confessions II“ dunkler und kantiger als sein Vorgänger. Statt ausschließlich auf Disco-Euphorie zu setzen, greift die Produktion tief in die Geschichte elektronischer Clubmusik.

So treffen klassische House-Pianos auf sägende Acid-Sequenzen, trockene Drumcomputer, verzerrte Bassläufe und atmosphärische Breakbeats. Darüber hinaus erinnert das Album stellenweise an Madonnas eigene Werke „Erotica“, „Bedtime Stories“ und „Ray of Light“. Diese Rückgriffe wirken jedoch selten wie bloße Selbstzitate. Vielmehr ordnet Madonna ihr musikalisches Erbe neu.

Nicht jeder Song erreicht dabei dieselbe Qualität. Mit rund einer Stunde Spielzeit ist die vollständige Ausgabe etwas zu lang geraten. Dennoch funktioniert „Confessions II“ vor allem dann ausgezeichnet, wenn man es am Stück hört. Einzelne Stücke, die isoliert vergleichsweise unscheinbar wirken, erhalten innerhalb des kontinuierlichen Mixes eine nachvollziehbare Funktion.

Madonna Confessions II Rezension: Alle Songs in der Einzelkritik

1. I Feel So Free

„I Feel So Free“ öffnet das Album nicht mit einem klassischen Pop-Refrain, sondern mit schwebenden Synthesizern, einem tiefen Bass und Madonnas geflüsterter Stimme. Die Produktion greift Elemente von Lil Louis’ House-Klassiker „French Kiss“ auf und entwickelt daraus einen langsamen, beinahe hypnotischen Einstieg.

Madonna spricht über die Möglichkeit, auf dem Dancefloor eine andere Identität anzunehmen. Damit formuliert sie unmittelbar das zentrale Thema des Albums: Im Club darf man Rollen, Alter und gesellschaftliche Erwartungen für einige Stunden abstreifen.

Der Song ist weniger ein konventioneller Hit als ein geöffnetes Portal. Der Beat baut sich geduldig auf, während Madonnas Stimme wie eine körperlose Clubdurchsage durch den Raum wandert. Gerade dadurch gelingt ein stimmungsvoller Auftakt.

2. Good for the Soul

Der Übergang zu „Good for the Soul“ erfolgt beinahe unmerklich. Musikalisch bleibt der Song im Deep-House-Bereich, klingt jedoch wärmer und zugänglicher als sein Vorgänger.

Inhaltlich stellt Madonna der digitalen Reizüberflutung eine einfache körperliche Erfahrung entgegen: Bewegung, Regen, Musik und Gemeinschaft sollen die Seele reinigen. Dadurch wirkt der Titel wie eine moderne Wellness-Parole für den Dancefloor.

Allerdings gehört „Good for the Soul“ nicht zu den markantesten Kompositionen des Albums. Der Refrain bleibt etwas blass, während die Produktion eher den Fluss des Gesamtwerks aufrechterhält. Als Bindeglied funktioniert der Song gut; als eigenständige Single wäre er weniger überzeugend.

3. One Step Away

Mit „One Step Away“ gewinnt das Album deutlich an Dynamik. Ein zurückhaltendes House-Piano, elektronische Streicher und ein stetig anschwellender Rhythmus erzeugen einen euphorischen Spannungsbogen. Die Produktion erinnert dabei stellenweise an den warmen Deep House von Mr. Fingers.

Madonna erklärt zu Beginn, Tanzmusik sei keineswegs oberflächlich. Der Dancefloor sei vielmehr eine Schwelle, an der Bewegung die Sprache ersetzt. Anschließend entwickelt sich der Song zu einem der stärksten Clubstücke des Albums.

Besonders gelungen ist die Balance aus gesprochenen Passagen und melodischen Hooks. „One Step Away“ wirkt zugleich körperlich und gedanklich. Dadurch bringt der Song Madonnas Dancefloor-Philosophie präzise auf den Punkt.

4. Bring Your Love mit Sabrina Carpenter

„Bring Your Love“ verbindet Madonna mit Sabrina Carpenter und schlägt damit bewusst eine Brücke zwischen unterschiedlichen Popgenerationen. Der Song greift Elemente von Inner Citys House-Klassiker „Good Life“ auf und formt daraus einen hellen, eingängigen House-Pop-Track.

Inhaltlich geht es um Fremdbestimmung und die Erwartungen, die an erfolgreiche Frauen gestellt werden. Madonna und Carpenter fordern dazu auf, sich nicht nach den Vorstellungen anderer formen zu lassen.

Die Zusammenarbeit funktioniert, weil Carpenter nicht lediglich als prominenter Gast eingesetzt wird. Ihre leichtere Stimme bildet einen überzeugenden Kontrast zu Madonnas bestimmterem Vortrag. Dennoch wirkt der Song innerhalb des Albumflusses stärker als als isolierte Single, da seine Produktion bewusst auf Kontinuität statt auf einen übergroßen Refrain setzt.

5. Danceteria

„Danceteria“ ist das erste große Highlight von „Confessions II“. Der Song erinnert an den gleichnamigen New Yorker Club, in dem DJ Mark Kamins Anfang der 1980er-Jahre Madonnas erste Aufnahmen spielte.

Über eine Mischung aus Disco, French Touch und kantigem Electroclash erzählt Madonna von ihren frühen Jahren in Manhattan. Dabei tauchen Namen wie Jean-Michel Basquiat, Debi Mazar und Mark Kamins auf. Gleichzeitig zitiert die Produktion unterschiedliche Facetten der New Yorker Clubkultur.

Trotz seiner vielen historischen Verweise klingt „Danceteria“ nicht wie ein verklärter Rückblick. Der Song besitzt Tempo, Humor und eine fast jugendliche Energie. Madonna beschreibt nicht bloß, was damals geschah – sie lässt die Unruhe, den Ehrgeiz und den Hunger jener Zeit erneut spürbar werden.

6. Read My Lips mit Feid

Gemeinsam mit dem kolumbianischen Sänger Feid öffnet Madonna den Sound in Richtung Latin Pop. Rollende Gitarren, elektronische Percussion und ein federnder Clubrhythmus sorgen für eine geschmeidige, leicht sommerliche Atmosphäre.

Der Titel spielt mit der Idee des Körpers als eigener Sprache. Blicke, Berührungen und Bewegungen sagen mehr als lange Erklärungen. Feids entspannter Vortrag fügt sich dabei besser in die Produktion ein, als man zunächst erwarten könnte.

„Read My Lips“ ist weniger experimentell als einige andere Stücke des Albums, besitzt jedoch einen unmittelbar zugänglichen Groove. Madonna klingt hier weder angestrengt modern noch wie eine Künstlerin, die einem aktuellen Trend hinterherläuft. Stattdessen integriert sie den Latin-Einfluss glaubwürdig in ihr eigenes Clubuniversum.

7. Everything

„Everything“ bringt eine härtere Basslinie und deutlich mehr Aggressivität ins Album. Die Beats schlagen trocken, während elektronische Effekte durch das Stereobild schießen. Stellenweise erinnert die Produktion an die nervöse Energie des britischen Electro-Rap der späten 2000er-Jahre.

Madonna richtet sich offenbar an eine Person, die sie enttäuscht oder hintergangen hat. Anstatt die Wut in einer Ballade auszubreiten, verwandelt sie diese in körperliche Energie.

Das Ergebnis ist kantig, direkt und bewusst wenig elegant. Gerade deshalb funktioniert „Everything“ als Kontrast zu den glatteren House-Tracks. Der Song kanalisiert Ärger, ohne den übergeordneten Dancefloor-Charakter des Albums zu verlassen.

8. Love Sensation

„Love Sensation“ ist ein geradliniger, druckvoll produzierter Clubsong. Kickdrum, Bass und Synthesizer greifen eng ineinander, während Madonna einen vergleichsweise einfachen, schnell erfassbaren Refrain singt.

Der Titel erinnert stärker als viele andere Stücke an die euphorische Oberfläche des ersten „Confessions“-Albums. Allerdings klingt die Produktion moderner, härter und weniger discoorientiert.

Als einzelner Song besitzt „Love Sensation“ nicht die emotionale Tiefe von „Fragile“ oder „The Test“. Dennoch erfüllt er seinen Zweck: Er hält die Clubnacht in Bewegung. Innerhalb des Albums ist das überzeugend, obwohl der Track bei einer gekürzten Fassung vermutlich zu den verzichtbareren Kandidaten gehören würde.

9. Love Without Words

„Love Without Words“ baut zunächst auf warmen House-Pianos auf. Im weiteren Verlauf drängt jedoch eine schärfere Acid-Sequenz in den Vordergrund. Dadurch verändert der Song langsam seinen Charakter – von romantischer Offenheit zu körperlicher Dringlichkeit.

Inhaltlich beschäftigt sich Madonna erneut mit nonverbaler Verständigung. Liebe zeigt sich hier nicht durch große Versprechen, sondern durch Nähe, Rhythmus und gemeinsame Bewegung.

Der Song besitzt keinen übermäßig auffälligen Refrain. Dafür überzeugt er durch seinen Aufbau. Besonders die Acid-Passage verhindert, dass „Love Without Words“ zu gefällig klingt. Somit gehört das Stück zu den subtileren, aber produktionstechnisch interessanteren Momenten des Albums.

10. Bizarre

Für „Bizarre“ arbeitete Madonna mit Martin Garrix zusammen. Entsprechend größer und cineastischer fällt die Produktion aus. Breite Synthesizer, elektronische Steigerungen und ein kontrollierter Drop treffen auf Stuart Prices Vorliebe für langsam aufgebaute Spannung.

Der Text scheint sich mit einer intensiven, möglicherweise zerstörerischen früheren Beziehung auseinanderzusetzen. Allerdings bleibt Madonna bewusst vage. Sie liefert keine eindeutige Abrechnung, sondern eine Folge emotionaler Momentaufnahmen.

Die Zusammenarbeit zwischen Garrix und Price funktioniert überraschend gut. Während Garrix für den unmittelbaren Effekt sorgt, verhindert Price, dass der Song in formelhafte Festival-EDM-Routinen abrutscht. „Bizarre“ klingt groß, aber nicht leer.

11. School

„School“ gehört zu den sperrigsten Titeln des Albums. Eine dunkle, zischende Produktion trifft auf harte Bassimpulse und fragmentierte Sprachpassagen. Inhaltlich verbindet Madonna Sexualität, Kunst und das Verhalten fremder Menschen im Club.

Der Song spielt mit kulturellen Verweisen, unter anderem auf Picasso, wirkt jedoch absichtlich chaotisch. Manche Hörer werden diese Unordnung als reizvoll empfinden, andere als anstrengend. Auch in zeitgenössischen Rezensionen zählt „School“ zu den umstritteneren Albumtiteln.

Im Gesamtfluss markiert der Track den Moment, an dem die Clubnacht ihre Orientierung verliert. Gerade deshalb besitzt er eine dramaturgische Funktion. Musikalisch bleibt „School“ dennoch einer der schwächeren Songs.

12. Fragile

Mit „Fragile“ kippt die Stimmung des Albums. Der Beat bleibt tanzbar, bewegt sich jedoch stärker in Richtung 2-Step und UK Garage. Hinzu kommen akustische Gitarren und eine deutlich melancholischere Atmosphäre.

Madonna verarbeitet hier ihre komplizierte Beziehung zu ihrem 2024 verstorbenen Bruder Christopher Ciccone. Statt den Konflikt nachträglich zu beschönigen, beschreibt sie eine fragile Verbindung aus Nähe, Verletzung und gegenseitiger Abhängigkeit.

Gerade die Verbindung aus Trauer und rhythmischer Bewegung macht den Song so wirkungsvoll. „Fragile“ ist keine klassische Klavierballade, sondern ein Abschied auf dem leeren Dancefloor. Die Musik läuft weiter, obwohl die Menschen verschwunden sind. Damit gehört der Titel zu den emotional stärksten Momenten des Albums.

13. My Sins Are My Savior mit Stromae

„My Sins Are My Savior“ setzt den nachdenklichen Abschnitt fort. Die Produktion klingt neblig, langsam und beinahe rituell. Trip-Hop-artige Beats, spirituell wirkende Klangflächen und der französische Vortrag von Stromae erzeugen eine geheimnisvolle Atmosphäre.

Madonna betrachtet ihre Fehler nicht ausschließlich als Belastung. Vielmehr haben gerade diese Fehler ihre Identität geformt. Die provokante Gleichsetzung von Sünde und Erlösung passt hervorragend zu einer Künstlerin, die religiöse Symbole seit Jahrzehnten neu deutet.

Der Song verzichtet auf einen leicht konsumierbaren Popmoment. Stattdessen funktioniert er wie ein innerer Monolog nach einer langen Nacht. Das macht ihn sperrig, aber auch nachhaltig.

14. Betrayal

„Betrayal“ zählt zu den dunkelsten Songs von „Confessions II“. Eine unterkühlte Trip-Hop-Produktion trifft auf gedämpfte Trompeten, knisternde Texturen und eine Verarbeitung von Erik Saties „Gnossienne No. 1“.

Inhaltlich richtet sich Madonna offenbar an ihre verstorbene Stiefmutter Joan, zu der sie ein schwieriges Verhältnis hatte. Ihre Wut äußert sich allerdings nicht in lautem Schreien. Stattdessen singt sie mit kontrollierter Distanz.

Diese Kälte macht den Song besonders intensiv. Die vermeintliche Ruhe wirkt bedrohlicher als ein offener Ausbruch. „Betrayal“ erinnert an die dunkle, urbane Atmosphäre von „Bedtime Stories“, besitzt jedoch genügend Eigenständigkeit, um nicht als reine Rückblende zu erscheinen.

15. The Test mit Lola Leon

Für „The Test“ singt Madonna gemeinsam mit ihrer Tochter Lourdes „Lola“ Leon. Der Song ist eine vorsichtige, schmerzhafte Auseinandersetzung mit Mutterschaft und dem Leben eines Kindes im Umfeld extremer Berühmtheit.

Madonna räumt ein, Lola auf ein Podest gestellt zu haben, ohne ausreichend zu bedenken, wie sehr das permanente öffentliche Interesse sie belasten könnte. Die Anrede als „Little Star“ stellt zugleich eine Verbindung zum gleichnamigen Song auf „Ray of Light“ her.

Musikalisch bewegt sich „The Test“ zwischen Trip-Hop, elektronischer Ballade und atmosphärischem Pop. Die Stimmen von Mutter und Tochter werden nicht als spektakuläres Duett inszeniert. Stattdessen bleiben sie zurückhaltend und verletzlich. Gerade dadurch wirkt der Song glaubwürdig.

16. L.E.S. Girl

„L.E.S. Girl“ beendet das Album nicht mit einer großen Disco-Eruption, sondern mit einer melancholischen Erinnerung an Madonnas frühe Jahre auf der Lower East Side.

Eine einfache Drum-Machine, sanfte Gitarren und verträumte Flächen begleiten Bilder von unbezahlter Miete, abgetragenen Kleidern, Künstlern, Musikern und früheren Beziehungen. Madonna erinnert sich an eine Zeit, in der ihr späterer Erfolg noch keineswegs sicher war.

Der Song besitzt eine ungewöhnliche Zärtlichkeit. Während „Danceteria“ die Aufregung des jungen New Yorker Nachtlebens feiert, beschreibt „L.E.S. Girl“ dessen Preis: Armut, Verlust und Menschen, die irgendwann verschwanden.

Damit schließt sich der Kreis. Am Anfang wollte Madonna im Schatten des Clubs eine neue Identität annehmen. Am Ende legt sie diese Verkleidung ab und betrachtet die Person, die sie damals tatsächlich war.

Madonna Confessions II Rezension – die stärksten Songs

Zu den Höhepunkten gehören vor allem „One Step Away“, „Danceteria“, „Fragile“, „Betrayal“, „The Test“ und „L.E.S. Girl“.

„Danceteria“ besitzt die unmittelbarste Energie, während „One Step Away“ Madonnas Dancefloor-Konzept musikalisch und inhaltlich am präzisesten formuliert. Die letzten Songs sorgen dagegen für die emotionale Tiefe, die „Confessions II“ von einer bloßen Fortsetzung unterscheidet.

Etwas schwächer fallen „Good for the Soul“, „Love Sensation“ und „School“ aus. Sie sind nicht misslungen, wirken innerhalb der langen 16-Track-Version jedoch weniger unverzichtbar.

Ist Confessions II so gut wie das Original?

„Confessions on a Dance Floor“ aus dem Jahr 2005 war kompakter, unmittelbarer und besaß mit „Hung Up“ einen nahezu perfekten Popsong. Einen vergleichbar unwiderstehlichen Welthit bietet „Confessions II“ nicht.

Dafür ist das neue Album persönlicher, stilistisch breiter und emotional komplexer. Das Original wollte die Nacht möglichst lange festhalten. „Confessions II“ beschäftigt sich zusätzlich mit dem Morgen danach: mit Erinnerungen, Verlusten, Schuldgefühlen und der Frage, was von einem Leben auf der Tanzfläche übrig bleibt.

Deshalb ist „Confessions II“ kein besseres Album als sein Vorgänger. Es ist jedoch eine überzeugende und inhaltlich sinnvolle Fortsetzung.

Fazit: Madonna – Confessions II Rezension

Mit „Confessions II“ gelingt Madonna ihre stärkste und geschlossenste Arbeit seit vielen Jahren. Entscheidend ist dabei nicht allein die Rückkehr zu Stuart Price oder zum Dance-Pop. Vielmehr wirkt Madonna erstmals seit längerer Zeit wieder vollständig mit ihrem musikalischen Material verbunden.

Das Album feiert klassische Clubmusik, ohne lediglich Retro-Sounds aneinanderzureihen. Gleichzeitig erzählt es eine persönliche Geschichte über Ehrgeiz, Selbstinszenierung, Familie, Trauer und Vergebung.

Nicht jeder der 16 Songs ist unverzichtbar. Zudem fehlt der eine große Popsong, der sich sofort neben „Hung Up“ oder „Sorry“ einordnen lässt. Dennoch überzeugt „Confessions II“ als zusammenhängendes Album. Besonders die zweite Hälfte zeigt eine verletzliche Madonna, die ihre Vergangenheit nicht länger nur kontrolliert, sondern tatsächlich betrachtet.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Link zum Künstler: Madonna – Icon Community

FAQ zu Madonna Confessions II Rezension

Wann ist Madonna – Confessions II erschienen?

„Confessions II“ erschien am 3. Juli 2026 über Warner Records. Es handelt sich um Madonnas 15. reguläres Studioalbum und ihr erstes seit „Madame X“ von 2019.

Wie viele Songs enthält Confessions II?

Die vollständige digitale Version enthält 16 Songs. Darüber hinaus wurden unterschiedliche physische Ausgaben angeboten, darunter kürzere 12-Track-Versionen und erweiterte Editionen.

Ist Confessions II eine direkte Fortsetzung von Confessions on a Dance Floor?

Ja. Das Album ist ausdrücklich als Fortsetzung des 2005 veröffentlichten „Confessions on a Dance Floor“ konzipiert. Madonna arbeitete erneut mit Stuart Price zusammen und übernahm auch das Konzept eines kontinuierlichen Mixes. Inhaltlich ist „Confessions II“ jedoch persönlicher und stärker autobiografisch geprägt.

Welche Gäste sind auf dem Album zu hören?

Zu den Gästen gehören Sabrina Carpenter bei „Bring Your Love“, Feid bei „Read My Lips“, Stromae bei „My Sins Are My Savior“ sowie Madonnas Tochter Lola Leon bei „The Test“.

Welches sind die besten Songs auf Confessions II?

Besonders empfehlenswert sind „One Step Away“, „Danceteria“, „Fragile“, „Betrayal“, „The Test“ und „L.E.S. Girl“. Wer vor allem nach einem geradlinigen Clubsong sucht, sollte außerdem „Love Sensation“ und „Bring Your Love“ hören.

Klingt Confessions II wie das Album von 2005?

Teilweise. Beide Alben verbinden Pop mit House- und Disco-Elementen und sind wie ein fortlaufendes DJ-Set aufgebaut. „Confessions II“ klingt jedoch dunkler und vielfältiger. Zusätzlich fließen Acid House, UK Garage, Latin Pop, Trip-Hop und French Touch ein.

Worum geht es auf Confessions II?

Das Album handelt von der befreienden Wirkung des Tanzens, Madonnas frühen Jahren in New York, vergangenen Beziehungen, familiären Konflikten, Trauer und Mutterschaft. Der Dancefloor dient dabei gleichzeitig als Bühne, Erinnerungsraum und Ort persönlicher Heilung.

Ist Confessions II besser als Confessions on a Dance Floor?

Das Original bleibt aufgrund seiner Kompaktheit und seiner großen Singles das unmittelbarere Popalbum. „Confessions II“ ist dagegen persönlicher und emotional vielschichtiger. Es erreicht den Vorgänger nicht vollständig, ist aber eine überraschend überzeugende Fortsetzung.

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