Michael Jackson – Thriller: Rezension eines Pop-Meilensteins

Albumcover von Michael Jackson – Thriller mit hellem Anzug und handschriftlichem Albumtitel.

Michael Jackson Thriller Rezension: Nur wenige Musikalben haben die Popkultur so nachhaltig geprägt wie Michael Jacksons „Thriller“. Das 1982 veröffentlichte Werk verbindet Pop, Funk, R&B, Rock und Disco zu einer nahezu perfekt ausbalancierten Mischung. Gleichzeitig enthält das Album mit „Billie Jean“, „Beat It“ und dem Titelsong gleich mehrere Stücke, die längst über den Status gewöhnlicher Hits hinausgewachsen sind.

Dabei besteht „Thriller“ lediglich aus neun Songs. Diese Konzentration erweist sich jedoch als entscheidende Stärke: Es gibt kaum Leerlauf, die Produktion klingt bis heute detailreich und jeder Titel besitzt eine klar erkennbare musikalische Identität. In dieser Michael Jackson Thriller Rezension zeigt sich deshalb schnell, warum das Album nicht nur kommerziell erfolgreich war, sondern auch künstlerisch einen enormen Einfluss ausübte.

Michael Jackson veröffentlichte „Thriller“ im November 1982 als sein sechstes Studioalbum. Produziert wurde es von Quincy Jones, mit dem Jackson bereits bei „Off the Wall“ zusammengearbeitet hatte. Die offizielle Trackliste umfasst neun Songs.

Albumcover: Michael Jackson – „Thriller“, © 1982, Quelle: Spotify, Rechte bei den jeweiligen Rechteinhabern

Michael Jackson – Thriller: Albumdaten im Überblick

Interpret: Michael Jackson
Album: Thriller
Veröffentlichung: November 1982
Label: Epic Records
Produktion: Quincy Jones
Anzahl der Songs: 9
Genres: Pop, R&B, Funk, Post-Disco und Rock

Aus dem Album wurden insgesamt sieben US-Top-10-Hits ausgekoppelt – ein seinerzeit außergewöhnlicher Erfolg. Darüber hinaus gewann Michael Jackson bei der Grammy-Verleihung 1984 acht Auszeichnungen an einem einzigen Abend, darunter Preise für das Album und die daraus hervorgegangenen Singles.

Michael Jackson Thriller Rezension – kurze Historie von Michael Jackson

Michael Joseph Jackson wurde am 29. August 1958 in Gary im US-Bundesstaat Indiana geboren. Bereits im Alter von sechs Jahren trat er professionell als Leadsänger der Jackson 5 auf. Gemeinsam mit seinen Brüdern feierte er früh große Erfolge und entwickelte sich schon als Kind zum Mittelpunkt der Gruppe.

Parallel zur Karriere mit seinen Brüdern veröffentlichte Jackson erste Soloaufnahmen. Der entscheidende Schritt zum erwachsenen Solokünstler gelang ihm jedoch mit „Off the Wall“ aus dem Jahr 1979. Während der Arbeit an dem Film „The Wiz“ hatte Jackson den Produzenten Quincy Jones kennengelernt. Aus dieser Begegnung entstand eine Zusammenarbeit, die mit „Off the Wall“, „Thriller“ und „Bad“ drei der wichtigsten Popalben ihrer Zeit hervorbrachte.

Mit „Thriller“ erreichte Jackson schließlich eine bis dahin kaum vorstellbare globale Popularität. Seine Verbindung aus Gesang, Tanz, Mode, Choreografie und aufwendig produzierten Musikfilmen veränderte das Selbstverständnis moderner Popstars. Die Rock & Roll Hall of Fame würdigt insbesondere seine Fähigkeit, R&B, Pop, Rock und elektronische Elemente miteinander zu verbinden sowie kulturelle und musikalische Grenzen zu überwinden.

Spätere Alben wie „Bad“, „Dangerous“ und „HIStory“ bauten seinen Ruf als „King of Pop“ weiter aus. Michael Jackson starb am 25. Juni 2009. Sein musikalischer Einfluss ist jedoch weiterhin in Pop, R&B, Hip-Hop, Tanz und Musikvideoproduktion deutlich zu erkennen.

Warum „Thriller“ mehr als ein erfolgreiches Popalbum ist

„Thriller“ funktioniert nicht allein wegen seiner bekannten Singles. Vielmehr entsteht die besondere Wirkung durch eine außergewöhnlich präzise Dramaturgie. Das Album eröffnet mit einem nervösen, rhythmisch komplexen Funkstück, bewegt sich anschließend durch romantischen Pop, Horror-Theatralik und Rock und endet schließlich mit einer eleganten Soul-Ballade.

Quincy Jones und Michael Jackson behandeln dabei jeden Song wie eine eigene kleine Klangwelt. Gitarren, Bläser, Synthesizer, Bass und Schlagzeug stehen selten zufällig nebeneinander. Stattdessen besitzt jedes Instrument eine klar definierte Aufgabe. Außerdem lassen die Arrangements genügend Raum für Jacksons Stimme, seine Atemgeräusche, Ausrufe und rhythmischen Akzente.

Bemerkenswert ist ebenfalls, wie modern die Produktion geblieben ist. Zwar sind typische Sounds der frühen 1980er-Jahre zu hören, dennoch wirkt das Album nicht wie ein bloßes Zeitdokument. Vor allem Bass, Schlagzeug und Gesang besitzen eine Direktheit, die auch auf heutigen Wiedergabesystemen hervorragend funktioniert.

Michael Jackson – Thriller: Alle Songs in der Einzelkritik

1. Wanna Be Startin’ Somethin’

„Wanna Be Startin’ Somethin’“ eröffnet das Album mit enormer Energie. Der Titel baut auf einem unruhigen Funk-Groove auf, der von Bass, Percussion, Bläsern und kurzen Gitarrenakzenten vorangetrieben wird. Statt eines klassischen, entspannten Einstiegs entsteht sofort ein Gefühl permanenter Bewegung.

Jacksons Gesang wirkt zugleich kontrolliert und aufgewühlt. Inhaltlich geht es um Gerüchte, Konflikte und Menschen, die Auseinandersetzungen provozieren. Passend dazu scheint auch das Arrangement niemals vollständig zur Ruhe zu kommen.

Besonders wirkungsvoll ist das lange Finale mit seinem wiederholten Gesangsmotiv. Der Song entwickelt sich dadurch von einer Pop-Funk-Nummer zu einem beinahe tranceartigen Gruppenritual. Als Albumauftakt ist „Wanna Be Startin’ Somethin’“ deshalb hervorragend gewählt: Der Titel macht unmittelbar deutlich, dass „Thriller“ größer, rhythmischer und ambitionierter als ein gewöhnliches Popalbum sein möchte.

2. Baby Be Mine

Nach dem intensiven Auftakt wirkt „Baby Be Mine“ zunächst etwas leichter. Dennoch handelt es sich keineswegs um einen unbedeutenden Übergangssong. Vielmehr zeigt das Stück, wie souverän Jackson und Quincy Jones romantischen Pop mit Funk und R&B verbinden.

Die Basslinie bleibt federnd, während weiche Synthesizer und präzise gesetzte Bläser für eine warme Klangfarbe sorgen. Jackson singt weniger aggressiv als im vorherigen Titel, arbeitet jedoch mit zahlreichen dynamischen Abstufungen. Besonders in den höheren Lagen klingt seine Stimme gleichzeitig sehnsüchtig und selbstbewusst.

„Baby Be Mine“ wird häufig von den großen Singles des Albums überschattet. Gerade deshalb lohnt sich ein genaueres Hinhören. Der Song besitzt einen eleganten Groove, ein starkes Gesangsarrangement und eine Produktion, die weder überladen noch schlicht wirkt. Billboard bezeichnete das Stück später sinngemäß als ansteckenden Pop-Funk, der Jackson viel Raum für eine seiner stärksten Gesangsleistungen auf dem Album lässt.

3. The Girl Is Mine

Für „The Girl Is Mine“ holte Michael Jackson Paul McCartney ins Studio. Beide Sänger übernehmen die Rollen zweier Männer, die überzeugt sind, dieselbe Frau für sich gewonnen zu haben. Die Zusammenarbeit entstand, nachdem Jackson McCartney kontaktiert und ihm vorgeschlagen hatte, gemeinsam einen Song aufzunehmen.

Musikalisch ist „The Girl Is Mine“ einer der zurückhaltendsten Titel des Albums. Das Arrangement bewegt sich zwischen Soft Pop, Soul und leichtem Funk. Dabei steht weniger der Rhythmus als vielmehr das spielerische Zusammenspiel der beiden Stimmen im Mittelpunkt.

Aus heutiger Perspektive wirkt das Stück stellenweise etwas harmlos. Vor allem der gesprochene Dialog am Ende besitzt einen beinahe komödiantischen Charakter. Dennoch erfüllt der Song eine wichtige dramaturgische Funktion: Er bildet einen ruhigen Gegenpol zum hektischen Beginn und bereitet dadurch den Übergang zum deutlich dramatischeren Titelsong vor.

„The Girl Is Mine“ ist somit nicht der stärkste Titel auf „Thriller“, aber ein charmantes Popduett mit hohem Wiedererkennungswert.

4. Thriller

Mit dem Titelsong verwandelt sich das Album in ein musikalisches Gruselkabinett. „Thriller“ verbindet Funk, Disco und Pop mit Geräuscheffekten, filmischen Arrangements und einer bewusst überzeichneten Horroratmosphäre.

Rod Temperton schrieb das Stück und entwickelte zugleich die charakteristische Mischung aus eingängigem Refrain und dramatischer Inszenierung. Besonders prägend ist der Sprechpart des Horrorfilm-Darstellers Vincent Price, dessen tiefe Stimme den Song in Richtung Hörspiel und Kinotrailer erweitert.

Trotz aller Theatralik bleibt „Thriller“ vor allem ein hervorragend produzierter Tanzsong. Der Bass läuft geradlinig, die Bläser setzen markante Akzente und Jackson präsentiert den Refrain mit genau der Mischung aus Eleganz und Dramatik, die das Stück benötigt.

Der Song wurde zusätzlich durch den von John Landis inszenierten Kurzfilm zum kulturellen Ereignis. Gemeinsam mit den Filmen zu „Billie Jean“ und „Beat It“ erweiterte er die Möglichkeiten des Musikvideos deutlich. Die Videos wurden nicht mehr nur als Begleitung zu einer Single wahrgenommen, sondern als eigenständige, aufwendig inszenierte Kunstform.

5. Beat It

„Beat It“ gehört zu den wichtigsten Crossover-Songs der Popgeschichte. Michael Jackson verbindet hier einen harten Rock-Gitarrensound mit einer klaren Popstruktur, elektronischen Elementen und einem tanzbaren Rhythmus.

Das Stück handelt davon, einer gewalttätigen Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Allerdings wird diese Botschaft nicht als ruhiger Appell formuliert. Stattdessen klingt der Song angespannt, kraftvoll und beinahe kämpferisch. Genau dieser Gegensatz macht „Beat It“ so wirkungsvoll.

Eddie Van Halen steuerte das berühmte Gitarrensolo bei. Sein Spiel wirkt virtuos, bleibt jedoch stets im Dienst des Songs. Jackson würdigte später ausdrücklich, dass Van Halen nicht einfach nur ein spektakuläres Solo gespielt, sondern versucht habe, das gesamte Stück musikalisch zu verbessern.

Zudem zeigt „Beat It“, wie konsequent Jackson Genregrenzen aufbrach. Der Titel richtet sich gleichzeitig an Pop-, R&B- und Rockhörer, ohne wie ein kalkulierter Kompromiss zu klingen. Vielmehr entsteht eine eigenständige Verbindung der unterschiedlichen Stile.

6. Billie Jean

„Billie Jean“ ist für mich das musikalische Zentrum von „Thriller“. Bereits der erste Schlagzeugrhythmus und die unmittelbar einsetzende Bassfigur erzeugen eine Spannung, die über den gesamten Song erhalten bleibt.

Das Arrangement ist vergleichsweise reduziert. Gerade dadurch erhält jedes Detail eine enorme Bedeutung. Die Basslinie wirkt hypnotisch, kurze Gitarren- und Synthesizerfiguren erscheinen wie Lichtreflexe in einer nächtlichen Straßenszene. Darüber singt Jackson von einer Frau, die behauptet, er sei der Vater ihres Kindes.

Seine Stimme verändert sich im Verlauf des Songs deutlich. Anfangs klingt sie kontrolliert und distanziert, später zunehmend angespannt und verzweifelt. Jacksons Atemgeräusche, Schlucklaute und kurze Ausrufe werden dabei zu rhythmischen Bestandteilen der Produktion.

Obwohl „Billie Jean“ häufig als klassischer Tanzsong wahrgenommen wird, besitzt das Stück eine dunkle, beinahe klaustrophobische Atmosphäre. Genau diese Verbindung aus Groove, Misstrauen und psychologischem Druck macht den Titel zeitlos. Außerdem trug Jacksons Auftritt bei „Motown 25“, bei dem er den Moonwalk präsentierte, entscheidend dazu bei, den Song und seine öffentliche Persona miteinander zu verbinden.

7. Human Nature

Nach den drei monumentalen Songs „Thriller“, „Beat It“ und „Billie Jean“ sorgt „Human Nature“ für einen atmosphärischen Wechsel. Der Titel klingt weich, urban und beinahe schwebend.

Sanfte Synthesizerflächen, dezente Gitarren und ein zurückhaltender Rhythmus schaffen das Bild einer nächtlichen Großstadt. Jackson singt hier nicht als überlebensgroßer Entertainer, sondern vergleichsweise verletzlich und nachdenklich.

Geschrieben wurde „Human Nature“ von Steve Porcaro und John Bettis. Die melodische Qualität des Stücks ist außergewöhnlich: Der Refrain wirkt eingängig, ohne sich aufzudrängen, während die Strophen eine fast filmische Offenheit besitzen.

Gerade im Zusammenhang des Albums ist „Human Nature“ unverzichtbar. Der Song beweist, dass Jacksons Wirkung nicht allein von Rhythmus, Tanz oder spektakulären Arrangements abhing. Auch in leisen Momenten konnte er eine enorme emotionale Präsenz entfalten.

8. P.Y.T. (Pretty Young Thing)

Mit „P.Y.T. (Pretty Young Thing)“ kehrt „Thriller“ zu einem deutlich leichteren, stärker auf die Tanzfläche ausgerichteten Sound zurück. Der Song verbindet Funkbass, elektronische Keyboards, rhythmische Gitarren und ein spielerisches Wechselspiel zwischen Lead- und Hintergrundgesang.

Besonders auffällig sind die bearbeiteten Stimmen und die vielen kleinen vokalen Einwürfe. Dadurch wirkt der Song beinahe wie ein Baukasten aus Hooks. Immer wieder tauchen neue rhythmische oder melodische Details auf, ohne dass das Arrangement überladen erscheint.

Inhaltlich zählt „P.Y.T.“ nicht zu den tiefgründigsten Momenten des Albums. Dennoch erfüllt der Titel seinen Zweck hervorragend. Er bringt Leichtigkeit in die zweite Albumhälfte und zeigt Jackson als energiegeladenen, charmanten Popsänger.

Zudem ist „P.Y.T.“ ein gutes Beispiel dafür, wie modern „Thriller“ produziert wurde. Zahlreiche Elemente des Songs – insbesondere der Umgang mit Synthesizern, Stimmen und kurzen Samples – wirkten später in Contemporary R&B, Dance-Pop und elektronischer Popmusik weiter.

9. The Lady in My Life

„The Lady in My Life“ beendet das Album nicht mit einem weiteren spektakulären Hit, sondern mit einer langsamen, intimen Soul-Ballade. Diese Entscheidung erweist sich als ausgesprochen wirkungsvoll.

Das Arrangement lässt Jacksons Stimme viel Raum. Anfangs singt er weich und kontrolliert, während sich seine Darbietung im späteren Verlauf zunehmend öffnet. Besonders die Ad-libs gegen Ende zeigen seine Fähigkeit, eine vergleichsweise einfache Liebeserklärung emotional zu steigern.

Die Instrumentierung bleibt elegant und zurückhaltend. Warme Keyboards, Bass und dezente Rhythmuselemente bilden einen ruhigen Abschluss, der deutlich an klassischen Soul und Quiet Storm erinnert.

Im Vergleich zu „Billie Jean“ oder „Beat It“ besitzt „The Lady in My Life“ keinen unmittelbar erkennbaren Pop-Hook. Dennoch wächst der Song mit jedem Hören. Er beendet „Thriller“ menschlich und nahbar – und verhindert zugleich, dass das Album in reiner Selbstinszenierung endet.

Michael Jackson Thriller Rezension – Die Produktion

Ein wesentlicher Teil der Faszination geht auf die Zusammenarbeit zwischen Michael Jackson, Quincy Jones und Toningenieur Bruce Swedien zurück. Die Produktion verbindet akustische Instrumente mit damals moderner Studiotechnik, ohne dass eine der beiden Seiten vollständig dominiert.

Zudem war eine Reihe hochkarätiger Musiker beteiligt. Mitglieder der Band Toto – darunter Steve Lukather, David Paich sowie Steve und Jeff Porcaro – übernahmen Gitarren-, Bass-, Keyboard- und Schlagzeugparts. Michael Jackson schrieb selbst vier der neun Songs: „Wanna Be Startin’ Somethin’“, „The Girl Is Mine“, „Beat It“ und „Billie Jean“.

Die besondere Qualität liegt allerdings nicht allein in der Besetzung. Entscheidend ist vielmehr die klangliche Präzision. Das Schlagzeug besitzt Druck, ohne den Mix zu überfordern. Der Bass klingt deutlich, bleibt jedoch flexibel. Gleichzeitig sind Jacksons Lead- und Hintergrundstimmen räumlich so angeordnet, dass sie sowohl intim als auch monumental wirken können.

Klangqualität: Wie gut klingt „Thriller“ heute?

Auch Jahrzehnte nach der Veröffentlichung eignet sich „Thriller“ hervorragend für konzentriertes Hören auf einer guten HiFi-Anlage oder über hochwertige Kopfhörer. Besonders „Billie Jean“ zeigt, wie wirkungsvoll ein klar definierter Bass mit einem präzisen Schlagzeug zusammenspielen kann.

„Wanna Be Startin’ Somethin’“ fordert dagegen die räumliche Darstellung einer Anlage. Zahlreiche Percussion-, Bläser- und Gesangselemente müssen gleichzeitig differenziert wiedergegeben werden. „Human Nature“ wiederum profitiert von einer feinen Hochtondarstellung und einer glaubwürdigen Tiefenstaffelung.

Je nach Ausgabe und Mastering kann „Thriller“ allerdings unterschiedlich hell oder komprimiert wirken. Wer das Album auf Vinyl, CD und als Stream vergleicht, sollte daher nicht nur auf das Medium, sondern auch auf die jeweilige Veröffentlichung beziehungsweise das verwendete Master achten.

Grundsätzlich überzeugt die Produktion jedoch weiterhin durch Transparenz, Dynamik und einen ausgesprochen kontrollierten Tieftonbereich.

Michael Jackson Thriller Rezension – Der kulturelle Einfluss von „Thriller“

„Thriller“ veränderte nicht nur Michael Jacksons Karriere, sondern auch die Vermarktung von Popmusik. Die Kurzfilme zu „Billie Jean“, „Beat It“ und „Thriller“ machten deutlich, dass visuelle Inszenierung, Choreografie und Musik als zusammenhängendes Gesamtkunstwerk funktionieren konnten.

Darüber hinaus half der Erfolg des Albums, bestehende Grenzen im US-amerikanischen Musikfernsehen aufzubrechen. Die Library of Congress hebt hervor, dass Jackson mit „Thriller“ musikalische und kulturelle Kategorien überwand und dadurch zu einer stärkeren Integration der Poplandschaft beitrug.

Im Jahr 2008 wurde bekannt gegeben, dass „Thriller“ in das National Recording Registry der Library of Congress aufgenommen wird. Dort werden Aufnahmen bewahrt, die als kulturell, historisch oder ästhetisch besonders bedeutend gelten.

Auch kommerziell bleibt das Album außergewöhnlich. „Thriller“ wird weiterhin als eines der meistverkauften Alben der Musikgeschichte geführt und erreichte in den USA eine RIAA-Zertifizierung über 34 Millionen Einheiten.

Fazit zur Michael Jackson Thriller Rezension

„Thriller“ ist nicht deshalb ein Meisterwerk, weil jeder einzelne Song gleich stark wäre. „The Girl Is Mine“ wirkt im direkten Vergleich mit „Billie Jean“ oder „Human Nature“ beispielsweise deutlich leichter und konventioneller. Dennoch besitzt das Album eine außergewöhnlich hohe qualitative Geschlossenheit.

Vor allem die stilistische Bandbreite beeindruckt. Funk, Pop, Soul, Rock, R&B, Disco und filmische Horrormusik stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden eine klar erkennbare musikalische Einheit. Hinzu kommen Michael Jacksons unverwechselbarer Gesang, die präzise Produktion von Quincy Jones und zahlreiche herausragende Studiomusiker.

„Billie Jean“ bleibt der stärkste Song des Albums, während „Human Nature“ dessen emotionale und atmosphärische Seite besonders eindrucksvoll zeigt. „Beat It“ demonstriert wiederum, wie überzeugend Pop und Rock miteinander verschmelzen können. Der Titelsong schließlich verbindet Musik, Film und Choreografie zu einem bis heute wirksamen Gesamtkunstwerk.

Somit ist „Thriller“ weit mehr als eine Sammlung erfolgreicher Singles. Das Album markiert einen Moment, in dem musikalisches Können, Studiotechnik, visuelle Präsentation und kommerzieller Erfolg nahezu ideal zusammenkamen. Wer sich mit Popmusik, Musikproduktion oder der Geschichte des Musikvideos beschäftigt, kommt an diesem Album nicht vorbei.

Link zum Künstler: Home – MichaelJackson.com

FAQ zu Michael Jackson – Thriller

Wann wurde Michael Jacksons Album „Thriller“ veröffentlicht?

„Thriller“ erschien im November 1982 bei Epic Records. Die offizielle Michael-Jackson-Diskografie führt das Album mit neun Songs.

Wer produzierte „Thriller“?

Produziert wurde das Album von Quincy Jones. Michael Jackson war bei den vier von ihm geschriebenen Stücken zusätzlich an der Produktion beteiligt.

Welche Songs befinden sich auf „Thriller“?

Das Album enthält „Wanna Be Startin’ Somethin’“, „Baby Be Mine“, „The Girl Is Mine“, „Thriller“, „Beat It“, „Billie Jean“, „Human Nature“, „P.Y.T. (Pretty Young Thing)“ und „The Lady in My Life“.

Welcher ist der beste Song auf „Thriller“?

Das bleibt Geschmackssache. „Billie Jean“ gilt jedoch aufgrund seines unverwechselbaren Basslaufs, der reduzierten Produktion und der eindringlichen Gesangsleistung als musikalischer Höhepunkt. „Human Nature“ und „Beat It“ gehören ebenfalls zu den stärksten Titeln.

War Paul McCartney an „Thriller“ beteiligt?

Ja. Paul McCartney singt gemeinsam mit Michael Jackson das Duett „The Girl Is Mine“. Der Song war eine von mehreren Kooperationen der beiden Musiker.

Wer spielt das Gitarrensolo auf „Beat It“?

Das berühmte Gitarrensolo wurde von Eddie Van Halen eingespielt. Weitere Gitarrenparts des Songs stammen unter anderem von Steve Lukather.

Wer spricht den Text am Ende von „Thriller“?

Der gesprochene Horrorpart stammt von dem Schauspieler Vincent Price, der vor allem durch klassische Horrorfilme bekannt wurde.

Michael Jackson Thriller Rezension – warum ist das Album so bedeutend?

Das Album verband unterschiedliche Musikstile, brachte sieben US-Top-10-Singles hervor und etablierte aufwendig produzierte Musikvideos als wichtige Kunst- und Vermarktungsform. Zusätzlich wurde es in das National Recording Registry der Library of Congress aufgenommen.

Lohnt es sich, „Thriller“ heute noch vollständig anzuhören?

Ja. Gerade als vollständiges Album zeigt „Thriller“ seine besondere Dramaturgie. Neben den bekannten Hits enthalten Stücke wie „Baby Be Mine“, „Human Nature“ und „The Lady in My Life“ wichtige ruhigere und musikalisch differenzierte Momente.

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