Wer auf der Rückseite eines CD-Players, Netzwerkplayers, Fernsehers oder Verstärkers einen Anschluss mit der Bezeichnung „Coaxial“, „Digital Out“ oder „S/PDIF“ entdeckt, fragt sich möglicherweise: Was ist S/PDIF eigentlich und wofür benötige ich diesen Anschluss?
Der koaxiale S/PDIF-Ausgang gehört seit Jahrzehnten zu den etablierten digitalen Audioverbindungen im HiFi-Bereich. Über ein einziges Kabel lassen sich Audiodaten beispielsweise von einem CD-Player an einen externen Digital-Analog-Wandler, kurz DAC, oder an einen AV-Receiver übertragen. Anders als bei einem analogen Cinch-Ausgang wird das Audiosignal dabei zunächst nicht in eine analoge Spannung umgewandelt. Stattdessen verlassen digitale Audiodaten den Player und werden erst im angeschlossenen Gerät gewandelt.
Doch woher stammt S/PDIF, welche Audioformate unterstützt die Schnittstelle und funktioniert sie auch mit SACD-, DVD- oder Blu-ray-Playern? Genau das schauen wir uns im Folgenden genauer an.
Was ist S/PDIF?
Die Abkürzung S/PDIF steht für Sony/Philips Digital Interface Format. Entwickelt wurde die Schnittstelle von Sony und Philips, also genau den beiden Unternehmen, die auch entscheidend an der Einführung der Compact Disc beteiligt waren. S/PDIF dient der digitalen Übertragung von Audiosignalen zwischen zwei Geräten. Typische Beispiele sind:
CD-Player → DAC
CD-Player → Verstärker
Streamer → DAC
Fernseher → AV-Receiver
Computer → Audiointerface oder DAC
Dabei werden die Audiodaten inklusive zusätzlicher Steuerinformationen als serieller digitaler Datenstrom übertragen. Die Antwort auf die Frage „Was ist S/PDIF?“ lautet deshalb vereinfacht: S/PDIF ist eine standardisierte digitale Audioverbindung für Consumer-Geräte.
Woher stammt das S/PDIF-Format?
Die Geschichte von S/PDIF ist eng mit dem Aufstieg digitaler Audiotechnik verbunden. Anfang der 1980er-Jahre kam mit der Compact Disc erstmals ein digitales Musikformat in großem Umfang in private Haushalte. Damit entstand zugleich der Wunsch, Audiodaten nicht nur innerhalb eines CD-Players digital zu verarbeiten, sondern auch verlustfrei an andere Geräte weiterzugeben.
Sony und Philips als Namensgeber
Sony und Philips entwickelten dafür eine Consumer-Schnittstelle, die technisch mit dem professionellen AES3- beziehungsweise AES/EBU-Standard verwandt ist. Im professionellen Studio- und Broadcast-Bereich werden digitale Audiosignale häufig über AES/EBU übertragen. Hier kommen normalerweise symmetrische 110-Ohm-Verbindungen mit XLR-Steckern zum Einsatz. S/PDIF wurde dagegen für Geräte der Unterhaltungselektronik konzipiert und setzt normalerweise auf kompaktere und günstigere Anschlüsse.
Standardisierung durch IEC 60958
Die grundlegende Übertragungstechnik wurde später Bestandteil der internationalen Norm IEC 60958. Dabei existieren unterschiedliche Varianten für professionelle und Consumer-Anwendungen. S/PDIF bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch vor allem die Consumer-Variante. Für den HiFi-Anwender bedeutet das vor allem eines: Geräte verschiedener Hersteller können über eine standardisierte digitale Verbindung miteinander kommunizieren.
Koaxiales S/PDIF: Warum sieht der Anschluss wie Cinch aus?
Besonders verbreitet ist der koaxiale S/PDIF-Anschluss. Auf den ersten Blick sieht er aus wie eine gewöhnliche Cinch-Buchse. Das sorgt gelegentlich für Verwirrung. Ein analoger Cinch-Anschluss und ein koaxialer S/PDIF-Anschluss verwenden zwar denselben Steckertyp, übertragen jedoch vollkommen unterschiedliche Signale. Ein analoger Cinch-Ausgang überträgt eine kontinuierliche elektrische Audiospannung. Ein koaxialer S/PDIF-Ausgang transportiert dagegen digital codierte Daten.
Woran erkenne ich einen koaxialen S/PDIF-Anschluss?
Typische Beschriftungen sind:
- Coaxial
- Digital Out
- Coaxial Digital Out
- S/PDIF Out
- Digital Audio
Bei Eingängen findet man entsprechend Bezeichnungen wie „Digital In“ oder „Coaxial In“. Häufig sind entsprechende Cinch-Buchsen orange markiert. Eine feste Garantie dafür gibt es allerdings nicht.
Welches Kabel benötigt man für koaxiales S/PDIF?
Für eine koaxiale S/PDIF-Verbindung ist grundsätzlich ein 75-Ohm-Koaxialkabel vorgesehen. Physisch befinden sich an vielen HiFi-Geräten ganz normale RCA- beziehungsweise Cinch-Stecker an beiden Kabelenden.
Kann ich auch ein normales Cinchkabel verwenden?
Über kurze Entfernungen funktioniert ein gewöhnliches Cinch-Audiokabel in der Praxis häufig ebenfalls. Technisch optimal ist das jedoch nicht. Ein korrekt ausgelegtes digitales Koaxialkabel besitzt einen Wellenwiderstand von 75 Ohm. Dadurch werden Signalreflexionen und Übertragungsprobleme reduziert. Bei einem hochwertigen oder dauerhaft aufgebauten HiFi-System würde ich deshalb ein richtiges 75-Ohm-Digitalkabel verwenden. Besonders teuer muss dieses allerdings nicht sein. Solange die digitale Übertragung fehlerfrei funktioniert, bringt ein extrem kostspieliges Kabel normalerweise keinen grundsätzlichen klanglichen Informationsgewinn.
Koaxial oder optisch: Was ist der Unterschied?
S/PDIF kann auf unterschiedliche Arten übertragen werden. Neben der elektrischen Koaxialverbindung gehört TOSLINK zu den bekanntesten Varianten. Bei TOSLINK werden die Informationen optisch über Licht übertragen.
Koaxiales S/PDIF
Die koaxiale Variante arbeitet elektrisch und verwendet normalerweise ein 75-Ohm-Kabel mit Cinch-Steckern. Ein Vorteil besteht darin, dass sich damit robuste Verbindungen realisieren lassen. Zudem unterstützen viele hochwertige DACs, CD-Player und Streamer koaxiales S/PDIF.
Optisches S/PDIF über TOSLINK
TOSLINK überträgt prinzipiell vergleichbare digitale Audiodaten, allerdings über einen Lichtleiter. Dadurch besteht zwischen den Geräten keine direkte elektrische Verbindung. Das kann beispielsweise bei Masseschleifen von Vorteil sein. Andererseits hängt die maximal zuverlässig mögliche Datenrate bei TOSLINK stärker von Sender, Empfänger und Kabelqualität ab. Für normale CD-Audiosignale funktionieren beide Varianten problemlos.
Welche Audioformate unterstützt S/PDIF?
S/PDIF wurde ursprünglich vor allem für digitales Stereo-Audio entwickelt. Mit der Zeit kamen jedoch weitere Einsatzmöglichkeiten hinzu. Besonders wichtig ist PCM.
PCM-Stereo
Unkomprimiertes PCM-Audio lässt sich über S/PDIF normalerweise mit bis zu zwei Kanälen übertragen. Die klassische Audio-CD arbeitet beispielsweise mit:
16 Bit
44,1 kHz
2 Kanälen
Dieses Signal lässt sich problemlos digital über S/PDIF übertragen. Viele moderne Geräte unterstützen darüber hinaus PCM mit 24 Bit sowie höheren Abtastraten wie 48, 88,2, 96 oder teilweise 192 kHz. Welche Auflösung tatsächlich funktioniert, hängt jedoch immer von Sender und Empfänger ab.
Mehrkanalton über S/PDIF
Mehrkanal-Audio lässt sich ebenfalls übertragen, allerdings normalerweise nicht als unkomprimiertes Mehrkanal-PCM. Stattdessen können komprimierte Formate wie Dolby Digital oder klassisches DTS als Bitstream über S/PDIF übertragen werden. Ein AV-Receiver übernimmt anschließend die Decodierung. Für moderne verlustfreie Heimkinoformate wie Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio reicht die klassische S/PDIF-Verbindung dagegen nicht aus. Hier kommt normalerweise HDMI zum Einsatz.
Welche Auflösung kann koaxiales S/PDIF übertragen?
In der Praxis findet man häufig Geräte, deren koaxialer Eingang beispielsweise 24 Bit/192 kHz PCM unterstützt. Allerdings sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass jedes Gerät mit S/PDIF diese Auflösung beherrscht. Ältere CD-Player liefern häufig ausschließlich 16 Bit bei 44,1 kHz. Andere Geräte unterstützen 48 oder 96 kHz, während moderne Streamer und DACs teilweise 192 kHz ermöglichen.
Entscheidend ist daher immer die Kombination aus Quellgerät und Empfänger.
Wie funktioniert ein CD-Player über S/PDIF?
Ein CD-Player ist ein gutes Beispiel dafür, warum ein koaxialer Digitalausgang interessant sein kann. Normalerweise besitzt ein CD-Player einen eigenen DAC. Dieser wandelt die von der CD gelesenen digitalen Daten in ein analoges Audiosignal um. Anschließend verlässt das Signal den Player über die analogen Cinch-Ausgänge. Verwendet man stattdessen den koaxialen S/PDIF-Ausgang, wird der interne DAC des CD-Players umgangen.
Der externe DAC beziehungsweise der DAC im Verstärker übernimmt anschließend die Wandlung.
Kann ein externer DAC besser klingen?
Das ist möglich, aber keineswegs garantiert. Besitzt der externe DAC eine hochwertigere Wandlerschaltung, bessere Ausgangsstufen oder eine insgesamt bessere Implementierung, kann sich der Klang verändern beziehungsweise verbessern. Ein hochwertiger CD-Player kann allerdings ebenfalls bereits über einen ausgezeichneten internen DAC verfügen. S/PDIF bietet dem Anwender daher vor allem die Freiheit zu entscheiden, welches Gerät die Digital-Analog-Wandlung übernehmen soll.
Welche Player sind mit koaxialem S/PDIF kompatibel?
Die Player-Kompatibilität ist grundsätzlich hoch, sofern sowohl Quelle als auch Empfänger einen entsprechenden Anschluss besitzen.
CD-Player
CD-Player gehören zu den klassischen Geräten mit koaxialem Digitalausgang. Hier ist S/PDIF besonders unkompliziert, da das PCM-Format der Audio-CD unmittelbar zur Schnittstelle passt. Ein älterer CD-Player mit gutem Laufwerk kann deshalb auch heute noch interessant sein. Über den Digitalausgang lässt er sich beispielsweise als reines CD-Laufwerk beziehungsweise als sogenannter CD-Transport zusammen mit einem modernen DAC nutzen.
DVD-Player
Auch viele DVD-Player besitzen einen koaxialen S/PDIF-Ausgang. Neben PCM-Stereo können darüber oftmals Dolby-Digital- und DTS-Bitstreams an einen AV-Receiver geschickt werden. Bei hochauflösenden beziehungsweise kopiergeschützten Formaten können jedoch Einschränkungen bestehen.
Blu-ray-Player
Bei älteren Blu-ray-Playern war ein koaxialer oder optischer Digitalausgang ebenfalls häufig vorhanden. Für die modernen HD-Tonformate der Blu-ray eignet sich S/PDIF allerdings nur eingeschränkt. Deshalb hat HDMI diese Aufgabe weitgehend übernommen. Neuere Blu-ray- und UHD-Blu-ray-Player besitzen teilweise gar keinen S/PDIF-Ausgang mehr.
Netzwerkplayer und Streamer
Bei Musikstreamern ist koaxiales S/PDIF weiterhin sehr verbreitet. Das ist besonders interessant, wenn der Netzwerkplayer lediglich als digitaler Transport eingesetzt werden soll. So kann beispielsweise ein günstiger Streamer Musikdaten digital an einen hochwertigen DAC oder einen Verstärker mit Digitaleingang übertragen.
Funktioniert SACD über koaxiales S/PDIF?
Gerade im HiFi-Bereich ist diese Frage wichtig: Kann ich SACD über den koaxialen Digitalausgang übertragen? Bei der hochauflösenden SACD-Schicht lautet die Antwort im Regelfall: nicht direkt als DSD-Datenstrom über klassisches S/PDIF.
Warum funktioniert SACD nicht einfach über S/PDIF?
Die Super Audio CD verwendet für ihre hochauflösende Ebene das DSD-Verfahren, während klassische S/PDIF-Verbindungen ursprünglich für PCM und bestimmte komprimierte Audioformate ausgelegt wurden. Zusätzlich spielten bei der SACD von Anfang an Kopierschutzanforderungen eine wichtige Rolle. Deshalb geben viele SACD-Player das hochauflösende DSD-Signal der SACD-Schicht nicht über den koaxialen oder optischen S/PDIF-Ausgang aus.
Was passiert bei einer Hybrid-SACD?
Eine Hybrid-SACD besitzt zusätzlich zur SACD-Schicht eine normale CD-Schicht. Wird diese CD-Schicht abgespielt, verhält sie sich grundsätzlich wie eine gewöhnliche Audio-CD. Das PCM-Signal mit 16 Bit und 44,1 kHz kann deshalb normalerweise über S/PDIF ausgegeben werden. Bei Wiedergabe der eigentlichen SACD-Schicht hängt das Verhalten dagegen vom Player ab. Je nach Gerät ist über S/PDIF beispielsweise gar keine Ausgabe möglich oder der Player kann bestimmte intern konvertierte Signale ausgeben.
Wer SACD beziehungsweise DSD in hoher Qualität digital an einen externen Wandler übertragen möchte, benötigt deshalb einen Player und DAC mit einer dafür vorgesehenen digitalen Verbindung. Bei modernen Geräten erfolgt dies häufig über HDMI oder spezielle herstellerspezifische Schnittstellen.
Ist S/PDIF verlustfrei?
Bei PCM-Audio kann die digitale Übertragung grundsätzlich ohne eine zusätzliche verlustbehaftete Audiokompression erfolgen. Ein 16-Bit-/44,1-kHz-Signal einer Audio-CD wird also nicht automatisch schlechter, nur weil es über ein S/PDIF-Kabel übertragen wird. Allerdings darf man „digital“ nicht mit „unbegrenzt“ verwechseln. Die Schnittstelle hat hinsichtlich Kanalzahl und unterstützter Formate klare Grenzen.
Zudem müssen Sender und Empfänger miteinander kompatibel sein.
Was ist Jitter bei S/PDIF?
Im Zusammenhang mit digitalen HiFi-Verbindungen taucht häufig der Begriff Jitter auf. Damit sind zeitliche Schwankungen beziehungsweise Ungenauigkeiten des digitalen Taktsignals gemeint. Bei S/PDIF werden Audiodaten und Taktinformationen über dieselbe Verbindung übertragen. Der Empfänger muss daraus den benötigten Takt rekonstruieren. Theoretisch können dabei Ungenauigkeiten entstehen. Moderne DACs verfügen allerdings über ausgefeilte Clocking-, PLL- und Reclocking-Verfahren, wodurch Jitter in vielen aktuellen Geräten sehr gut beherrscht wird. Beim Kauf eines modernen DACs würde ich deshalb die allgemeine Qualität des Geräts und seiner Implementierung deutlich höher gewichten als theoretische Diskussionen über minimale Unterschiede zwischen einzelnen S/PDIF-Kabeln.
S/PDIF-Eingang oder S/PDIF-Ausgang: Der Unterschied
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Signalrichtung. Ein S/PDIF-Ausgang sendet digitale Audiodaten. Ein S/PDIF-Eingang empfängt sie. Um einen CD-Player mit einem DAC zu verbinden, benötigt der CD-Player also einen Digitalausgang und der DAC einen entsprechenden Digitaleingang. Zwei Ausgänge lassen sich nicht miteinander verbinden.
Ebenso funktioniert eine Verbindung zwischen zwei Eingängen selbstverständlich nicht.
Ist jeder Cinch-Anschluss ein S/PDIF-Anschluss?
Nein.
Das ist besonders wichtig, weil koaxiales S/PDIF und analoge Audioanschlüsse denselben RCA-/Cinch-Steckertyp verwenden können. Die Anschlüsse sind elektrisch und funktional jedoch vollkommen verschieden. Analoge Cinch-Buchsen werden beispielsweise mit „Line Out“, „Audio Out“, „L/R“, „Aux“ oder „Pre Out“ beschriftet. Ein digitaler Anschluss trägt dagegen normalerweise einen Hinweis wie „Coaxial“, „Digital“ oder „S/PDIF“.
Man sollte deshalb niemals allein anhand des Steckers entscheiden, welche Funktion eine Buchse besitzt.
Koaxiales S/PDIF oder HDMI?
Für reine Stereo-Anwendungen ist S/PDIF auch heute noch eine ausgezeichnete Verbindung. Bei einem CD-Player, Netzwerkstreamer oder Stereo-DAC bietet die Schnittstelle alles, was häufig benötigt wird. HDMI besitzt jedoch eine erheblich höhere Bandbreite und unterstützt moderne Mehrkanalformate sowie weitere Funktionen. Für Heimkino ist HDMI deshalb mittlerweile die wichtigere digitale Schnittstelle.
Im klassischen HiFi-Bereich bleibt koaxiales S/PDIF dagegen relevant, weil es unkompliziert, weit verbreitet und herstellerübergreifend kompatibel ist.
Lohnt sich S/PDIF heute noch?
Aus meiner Sicht eindeutig ja.
Gerade für Stereo-HiFi ist S/PDIF keineswegs eine überholte Schnittstelle. Wer beispielsweise einen CD-Player, Netzwerkplayer oder Fernseher mit einem DAC oder Verstärker verbinden möchte, findet mit dem koaxialen Digitalanschluss eine einfache und zuverlässige Lösung. Außerdem kann S/PDIF älteren Geräten ein zweites Leben ermöglichen. Ein alter CD-Player mit gut funktionierendem Laufwerk muss beispielsweise nicht zwangsläufig wegen eines mittlerweile technisch überholten internen DACs ersetzt werden. Über seinen Digitalausgang kann er mit moderner Wandlerelektronik kombiniert werden.
Genau darin liegt für mich einer der größten Vorteile dieser seit Jahrzehnten etablierten Schnittstelle.
Fazit: Was ist S/PDIF und wofür braucht man den koaxialen Ausgang?
Was ist S/PDIF? Hinter der Abkürzung verbirgt sich das Sony/Philips Digital Interface Format – eine digitale Audioverbindung, deren Geschichte eng mit der Entwicklung der CD verbunden ist. Die koaxiale Variante verwendet in der Unterhaltungselektronik meistens Cinch-Anschlüsse und ein 75-Ohm-Kabel. Darüber lassen sich unter anderem unkomprimierte Stereo-PCM-Signale sowie bestimmte komprimierte Mehrkanalformate übertragen. Besonders praktisch finde ich S/PDIF bei CD-Playern und Netzwerkstreamern. Über den Digitalausgang lässt sich der interne DAC des Quellgeräts umgehen und stattdessen beispielsweise der Wandler eines modernen Verstärkers oder eines externen DACs verwenden. Grenzen besitzt die Schnittstelle vor allem bei hochauflösendem Mehrkanalton und speziellen Formaten wie dem DSD-Signal einer SACD. Dafür sind moderne Schnittstellen wie HDMI besser geeignet.
Für Stereo-HiFi bleibt koaxiales S/PDIF trotzdem eine universelle, unkomplizierte und nach wie vor sehr nützliche Digitalverbindung.
FAQ: Häufige Fragen zu S/PDIF
Was bedeutet S/PDIF?
S/PDIF steht für Sony/Philips Digital Interface Format. Dabei handelt es sich um einen Standard für die digitale Übertragung von Audiosignalen zwischen Consumer-Geräten.
Was ist ein koaxialer S/PDIF-Ausgang?
Ein koaxialer S/PDIF-Ausgang überträgt digitale Audiodaten elektrisch über ein Koaxialkabel. Bei HiFi-Geräten wird dafür normalerweise ein Cinch-Anschluss verwendet.
Welches Kabel benötige ich für S/PDIF?
Für die koaxiale S/PDIF-Verbindung ist ein Kabel mit einem Wellenwiderstand von 75 Ohm vorgesehen. Normalerweise besitzt es auf beiden Seiten Cinch-Stecker.
Kann ich ein normales Cinchkabel als S/PDIF-Kabel verwenden?
Über kurze Strecken kann das durchaus funktionieren. Technisch korrekt ist jedoch ein 75-Ohm-Koaxialkabel, weshalb ich bei einer dauerhaften Installation ein entsprechendes Digitalkabel empfehlen würde.
Ist koaxiales S/PDIF besser als TOSLINK?
Nicht grundsätzlich. Beide können digitale Audiodaten übertragen. Koaxiales S/PDIF arbeitet elektrisch, während TOSLINK die Daten optisch überträgt. Welche Variante besser geeignet ist, hängt von den Geräten und der jeweiligen Anwendung ab.
Kann S/PDIF 24 Bit und 192 kHz übertragen?
Viele moderne Geräte unterstützen über koaxiales S/PDIF PCM mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Dies ist jedoch nicht bei jedem Gerät garantiert. Entscheidend sind die Spezifikationen von Sender und Empfänger.
Kann S/PDIF Surround-Sound übertragen?
Ja. Klassisches Dolby Digital und DTS können beispielsweise als komprimierter Bitstream übertragen werden. Unkomprimiertes Mehrkanal-PCM sowie moderne HD-Tonformate wie Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio werden dagegen normalerweise über HDMI übertragen.
Kann ich eine SACD über S/PDIF ausgeben?
Die hochauflösende DSD-Schicht einer SACD lässt sich über einen klassischen koaxialen S/PDIF-Ausgang normalerweise nicht direkt übertragen. Bei einer Hybrid-SACD kann dagegen die normale CD-Schicht als PCM-Signal über S/PDIF ausgegeben werden.
Kann ich einen CD-Player über S/PDIF an einen DAC anschließen?
Ja. Das ist sogar eine der klassischen Anwendungen für S/PDIF. Der CD-Player arbeitet dabei im Prinzip als Laufwerk beziehungsweise digitaler Transport, während der externe DAC die Digital-Analog-Wandlung übernimmt.
Wird der interne DAC des CD-Players bei S/PDIF umgangen?
Ja. Wird der digitale S/PDIF-Ausgang verwendet, erfolgt die Digital-Analog-Wandlung nicht über den analogen Ausgang des CD-Players. Stattdessen übernimmt das angeschlossene Gerät die Wandlung.
Ist S/PDIF heute noch sinnvoll?
Ja. Vor allem für Stereo-HiFi, CD-Player, Musikstreamer und DACs ist S/PDIF weiterhin sehr relevant. Die Schnittstelle ist weit verbreitet, einfach einzurichten und mit einer großen Zahl älterer und aktueller Geräte kompatibel.


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