Riemenantrieb oder Direktantrieb: Was ist für HiFi-Plattenspieler besser?

HiFi-Plattenspieler mit Riemenantrieb und Direktantrieb im direkten technischen Vergleich

Wer einen neuen Plattenspieler kaufen möchte, steht früher oder später vor einer grundlegenden Frage: Riemenantrieb oder Direktantrieb – welche Technik ist für einen HiFi-Plattenspieler besser? Beide Antriebskonzepte haben überzeugende Vorteile, aber auch charakteristische Schwächen. Deshalb lässt sich die Frage nicht mit einem einfachen „besser“ oder „schlechter“ beantworten.

Während riemengetriebene Plattenspieler traditionell mit audiophilem Musikhören verbunden werden, gelten direkt angetriebene Modelle als besonders robust, präzise und drehmomentstark. Moderne Konstruktionen zeigen jedoch, dass diese klassische Aufteilung längst nicht mehr in jedem Fall zutrifft.

Entscheidend sind vielmehr die Qualität der Konstruktion, der gewünschte Einsatzzweck und die persönlichen Hörgewohnheiten.

Riemenantrieb oder Direktantrieb – Wie funktioniert der Antrieb eines Plattenspielers?

Der Plattenteller muss eine Schallplatte möglichst gleichmäßig mit 33⅓, 45 oder teilweise 78 Umdrehungen pro Minute drehen. Bereits kleine Geschwindigkeitsschwankungen können sich als Tonhöhenschwankungen bemerkbar machen. Gleichzeitig dürfen möglichst wenige Motorvibrationen auf Teller, Schallplatte und Tonabnehmer übertragen werden.

Der Unterschied zwischen Riemen- und Direktantrieb liegt vor allem darin, wie der Motor seine Kraft auf den Plattenteller überträgt.

So funktioniert ein Plattenspieler mit Riemenantrieb

Bei einem riemengetriebenen Plattenspieler sitzt der Motor normalerweise seitlich neben oder unter dem Plattenteller. Ein elastischer Gummi- oder Kunststoffriemen verbindet die Motorachse mit dem Teller beziehungsweise einem kleineren Subteller.

Der Motor treibt zunächst den Riemen an. Dieser überträgt die Bewegung anschließend auf den Plattenteller. Weil der Motor nicht direkt mit dem Teller gekoppelt ist, kann der Riemen einen Teil der entstehenden Vibrationen abfangen.

Genau diese mechanische Entkopplung ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb viele klassische HiFi-Plattenspieler auf einen Riemenantrieb setzen.

So funktioniert ein Plattenspieler mit Direktantrieb

Bei einem direkt angetriebenen Plattenspieler ist der Motor unmittelbar mit dem Plattenteller verbunden. Der Teller ist gewissermaßen ein Bestandteil des Motors oder sitzt direkt auf dessen Achse.

Dadurch wird die Motorkraft ohne Riemen und ohne zusätzliche Übersetzung übertragen. Der Plattenteller erreicht seine Sollgeschwindigkeit entsprechend schnell und kann elektronisch sehr präzise geregelt werden.

Diese Konstruktion ermöglicht ein hohes Drehmoment und eine ausgesprochen stabile Drehzahl. Sie verlangt jedoch nach einer aufwendigen Motorsteuerung, damit keine unerwünschten Vibrationen oder Regelimpulse hörbar werden.

Riemenantrieb oder Direktantrieb im direkten Vergleich

Ob Riemenantrieb oder Direktantrieb besser geeignet ist, hängt von mehreren technischen und praktischen Kriterien ab.

Kriterium Riemenantrieb Direktantrieb
Motorentkopplung Konstruktionsbedingt gut Abhängig von Motor und Regelung
Anlaufzeit Meist langsamer Meist sehr schnell
Drehmoment Eher niedrig bis mittel Häufig hoch
Drehzahlstabilität Abhängig von Riemen und Motor Häufig sehr präzise
Wartung Riemen muss gelegentlich ersetzt werden Normalerweise kein Riemenwechsel
DJ-Einsatz Nur eingeschränkt geeignet Sehr gut geeignet
Klassischer HiFi-Einsatz Sehr weit verbreitet Ebenfalls hervorragend möglich
Produktionsaufwand Vergleichsweise einfach Gute Systeme technisch aufwendiger

Die Tabelle liefert zwar eine erste Orientierung, sagt aber noch nichts über die tatsächliche Klangqualität eines einzelnen Modells aus. Ein hochwertiger Direkttriebler kann einem einfachen Riemenmodell deutlich überlegen sein – und umgekehrt.

Welche Vorteile bietet ein Riemenantrieb?

Der größte Vorteil des Riemenantriebs liegt in seiner mechanischen Entkopplung. Da der Motor nicht unmittelbar unter oder im Plattenteller arbeitet, gelangen weniger Motorvibrationen zum Tonabnehmer.

Gute Entkopplung vom Motor

Der elastische Riemen wirkt wie ein mechanischer Filter. Kleine Vibrationen des Motors werden nicht vollständig, sondern nur abgeschwächt auf den Plattenteller übertragen. Dadurch lässt sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein ruhiger Lauf erreichen.

Besonders bei preisgünstigen und mittelpreisigen HiFi-Plattenspielern kann dieses Konzept sinnvoll sein. Der Hersteller benötigt keinen extrem komplexen Direktantriebsmotor, um gute Klangergebnisse zu erzielen.

Einfacher mechanischer Aufbau

Viele Riemenplattenspieler sind konstruktiv übersichtlich aufgebaut. Ein Motor, ein Riemen, ein Tellerlager und der Plattenteller bilden das zentrale Antriebssystem.

Dieser vergleichsweise einfache Aufbau kann langfristig von Vorteil sein. Verschleißteile lassen sich häufig problemlos austauschen, während die elektronische Motorsteuerung weniger komplex ausfallen kann.

Häufig ruhiges und unaufdringliches Klangbild

Dem Riemenantrieb wird oft ein ruhiges, fließendes und organisches Klangbild zugeschrieben. Solche Klangbeschreibungen sollten allerdings vorsichtig betrachtet werden. Der Riemen selbst besitzt keinen bestimmten „Klang“.

Vielmehr können eine gute Motorentkopplung, ein hochwertiges Tellerlager und eine solide Zarge dazu beitragen, dass Störgeräusche und Vibrationen niedrig bleiben.

Welche Nachteile hat ein Riemenantrieb?

Trotz seiner Beliebtheit ist der Riemenantrieb nicht wartungsfrei. Außerdem kann die elastische Kraftübertragung die Drehzahl beeinflussen.

Der Antriebsriemen altert

Ein Plattenspielerriemen kann sich im Laufe der Zeit dehnen, verhärten oder seine Elastizität verlieren. Dadurch kann der Teller langsamer anlaufen oder die Solldrehzahl nicht mehr zuverlässig erreichen.

Wie schnell ein Austausch notwendig wird, hängt von Material, Nutzung und Lagerung ab. Ein neuer Riemen ist normalerweise nicht besonders teuer, muss jedoch zum jeweiligen Modell passen.

Geringeres Drehmoment

Viele riemengetriebene Plattenspieler benötigen einige Sekunden, bis der Teller seine korrekte Geschwindigkeit erreicht. Beim normalen Musikhören ist das kaum problematisch. Für DJs, schnelles Vorhören oder häufige Wechsel zwischen Start und Stopp ist es jedoch weniger komfortabel.

Geschwindigkeitswechsel können umständlich sein

Bei einfachen Modellen muss der Riemen für den Wechsel zwischen 33⅓ und 45 Umdrehungen pro Minute von Hand auf eine andere Stufe der Motorachse gelegt werden. Komfortablere Geräte besitzen dagegen eine elektronische Geschwindigkeitsumschaltung.

Wer häufig Singles und LPs abwechselnd hört, sollte diesen Punkt bei der Auswahl berücksichtigen.

Welche Vorteile bietet ein Direktantrieb?

Der Direktantrieb überzeugt vor allem durch hohe Geschwindigkeitstreue, starkes Drehmoment und einen wartungsarmen Aufbau.

Schneller Anlauf und hohes Drehmoment

Direkt angetriebene Plattenspieler erreichen die gewünschte Geschwindigkeit häufig innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Der Teller lässt sich außerdem nach dem Abbremsen sehr schnell wieder auf Solldrehzahl bringen.

Für DJs ist diese Eigenschaft unverzichtbar. Auch beim reinen Musikhören kann das direkte Startverhalten angenehm sein.

Präzise elektronische Drehzahlregelung

Hochwertige Direktantriebssysteme überwachen die Geschwindigkeit des Tellers permanent und korrigieren Abweichungen elektronisch. Dadurch können sie sehr niedrige Gleichlaufschwankungen erreichen.

Musik mit lang ausgehaltenen Klavier-, Streicher- oder Synthesizerklängen profitiert besonders von einer stabilen Tonhöhe. Schwankungen, die als „Leiern“ wahrgenommen werden könnten, bleiben bei einer guten Regelung sehr gering.

Kein verschleißender Antriebsriemen

Da kein Riemen vorhanden ist, entfällt dessen regelmäßiger Austausch. Das macht den Direktantrieb grundsätzlich wartungsarm. Tellerlager, Elektronik und Bedienelemente können natürlich trotzdem altern oder verschleißen.

Ideal für DJs und intensive Nutzung

Direkttriebler sind häufig sehr robust konstruiert. Pitch-Fader, Start-Stopp-Taster und ein hohes Drehmoment machen sie zur bevorzugten Lösung für Club-, DJ- und Broadcast-Anwendungen.

Ein DJ-Plattenspieler kann jedoch auch als HiFi-Gerät überzeugen, sofern Tonarm, Lager, Stromversorgung und Motorregelung entsprechend hochwertig ausgeführt sind.

Welche Nachteile hat ein Direktantrieb?

Die direkte Verbindung zwischen Motor und Teller stellt hohe Anforderungen an die Konstruktion. Ein einfacher oder schlecht geregelter Motor kann unerwünschte Störungen verursachen.

Motorvibrationen können direkt auf den Teller wirken

Da der Motor unmittelbar mit dem Plattenteller verbunden ist, gibt es keinen entkoppelnden Riemen. Hersteller müssen deshalb durch eine präzise Motorsteuerung, hochwertige Lager und eine geeignete Materialauswahl verhindern, dass Vibrationen zum Tonabnehmer gelangen.

Bei hochwertigen Direkttrieblern ist dieses Problem sehr gut beherrschbar. Bei besonders günstigen Modellen kann die Qualität des Motors jedoch hörbar oder messbar schlechter ausfallen.

Aufwendigere Elektronik

Ein guter Direktantrieb benötigt eine präzise elektronische Regelung. Fehler in der Konstruktion können zu ungleichmäßigen Korrekturen oder minimalen Geschwindigkeitsänderungen führen.

Frühere Direktantriebssysteme wurden deshalb gelegentlich mit Begriffen wie „Cogging“ in Verbindung gebracht. Gemeint sind kleine, periodische Drehmomentimpulse des Motors. Moderne, hochwertige Motoren arbeiten jedoch deutlich gleichmäßiger und können diesen Effekt weitgehend vermeiden.

Gute Direktantriebe können teurer sein

Ein einfacher Riemenantrieb lässt sich relativ kostengünstig realisieren. Ein wirklich hochwertiger Direktantriebsmotor mit präziser Regelung ist technisch anspruchsvoller. Entsprechend können überzeugende Direkttriebler in der Herstellung aufwendiger sein.

Klingt ein Riemenantrieb grundsätzlich besser?

Die weitverbreitete Aussage, ein Riemenantrieb klinge grundsätzlich audiophiler, ist zu pauschal. Ebenso wenig ist jeder Direktantrieb automatisch präziser oder dynamischer.

Der Antrieb ist nur ein Bestandteil des gesamten Plattenspielers. Mindestens ebenso wichtig sind:

  • die Qualität des Tellerlagers,
  • die Konstruktion des Tonarms,
  • die effektive Tonarmmasse,
  • der verwendete Tonabnehmer,
  • die Justage von Auflagekraft und Antiskating,
  • die Stabilität der Zarge,
  • die Entkopplung vom Untergrund,
  • die Qualität des Phono-Vorverstärkers.

Ein schlecht eingestellter Tonabnehmer beeinflusst den Klang normalerweise stärker als die grundsätzliche Entscheidung zwischen Riemen- und Direktantrieb.

Deshalb sollte ein Plattenspieler stets als Gesamtsystem betrachtet werden.

Riemenantrieb oder Direktantrieb – Gleichlauf, Rumpeln und Drehmoment richtig einordnen

Beim Vergleich von Plattenspielern tauchen regelmäßig technische Begriffe auf, die für die Qualität des Antriebs entscheidend sind.

Gleichlaufschwankungen

Gleichlaufschwankungen beschreiben kurzfristige Abweichungen von der idealen Drehgeschwindigkeit. Im Englischen werden sie häufig als „Wow and Flutter“ bezeichnet.

Je niedriger der angegebene Wert ausfällt, desto stabiler bleibt die Tonhöhe. Allerdings sind Messwerte verschiedener Hersteller nicht immer direkt vergleichbar, weil unterschiedliche Messmethoden verwendet werden können.

Rumpelgeräusch

Das Rumpeln beschreibt tieffrequente Störgeräusche, die unter anderem durch Motor, Tellerlager oder mechanische Vibrationen entstehen können. Ein hoher Rumpelabstand ist grundsätzlich wünschenswert, da das Nutzsignal dann deutlicher über den Störgeräuschen liegt.

Auch hier gilt: Der Antriebstyp allein bestimmt nicht das Ergebnis. Ein gutes Lager und eine saubere mechanische Konstruktion sind ebenso wichtig.

Drehmoment

Das Drehmoment gibt vereinfacht an, wie kraftvoll der Motor den Plattenteller beschleunigt und gegen äußere Einwirkungen stabilisiert.

Für das entspannte Hören einer LP ist kein extremes Drehmoment erforderlich. DJs benötigen dagegen einen kräftigen Antrieb, damit die Platte nach dem Loslassen sofort wieder die korrekte Geschwindigkeit erreicht.

Riemenantrieb oder Direktantrieb für HiFi-Einsteiger?

Für Einsteiger können beide Antriebsarten sinnvoll sein. Entscheidend ist, welche Eigenschaften im Alltag wichtiger sind.

Ein riemengetriebener Plattenspieler eignet sich besonders für Hörer, die:

  • hauptsächlich komplette Alben hören,
  • einen einfachen und bewährten Aufbau bevorzugen,
  • den Plattenspieler ausschließlich für HiFi verwenden,
  • mit einem gelegentlichen Riemenwechsel kein Problem haben.

Ein direkt angetriebener Plattenspieler ist interessant für Hörer, die:

  • einen schnellen Start bevorzugen,
  • häufig zwischen Geschwindigkeiten wechseln,
  • eine präzise elektronische Regelung wünschen,
  • möglichst wenig Wartung am Antrieb durchführen möchten,
  • den Plattenspieler eventuell auch zum Auflegen verwenden.

Wichtiger als die Antriebsart ist in dieser Preisklasse häufig, ob der Tonarm sauber gelagert ist, der Tonabnehmer zur Anlage passt und sich das Gerät korrekt einstellen lässt.

Welcher Antrieb eignet sich für audiophiles Musikhören?

Für audiophiles Musikhören kommen sowohl Riemen- als auch Direktantriebe infrage. In der High-End-Klasse existieren hervorragende Vertreter beider Konstruktionsprinzipien.

Viele Hersteller setzen auf schwere Plattenteller und externe Motoren mit Riemenantrieb. Andere verwenden aufwendige Direktantriebssysteme mit besonders gleichmäßig arbeitenden, elektronisch geregelten Motoren.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur „Riemenantrieb oder Direktantrieb?“, sondern vielmehr:

Wie hochwertig wurde das jeweilige Antriebskonzept umgesetzt?

Ein sorgfältig konstruierter Direkttriebler kann extrem laufruhig, präzise und klangneutral arbeiten. Gleichzeitig kann ein hochwertiger Riemenplattenspieler durch seine konsequente Motorentkopplung und mechanische Ruhe überzeugen.

Riemenantrieb oder Direktantrieb – Welcher Plattenspieler passt zu welchem Hörertyp?

Für das entspannte Hören kompletter Alben

Wer eine Schallplatte auflegt und anschließend eine ganze Albumseite durchhört, ist mit einem guten Riemenantrieb häufig bestens bedient. Die etwas längere Anlaufzeit spielt dabei kaum eine Rolle.

Für häufige Platten- und Geschwindigkeitswechsel

Wer regelmäßig zwischen LPs und Singles wechselt, profitiert von einer elektronischen Geschwindigkeitswahl. Diese gibt es sowohl bei Riemen- als auch bei Direktantrieben. Direkttriebler reagieren jedoch meist schneller.

Für DJs und kreative Anwendungen

Für Beatmatching, Cueing, Back-Cueing und Scratch-Techniken ist ein Direktantrieb praktisch alternativlos. Ein Riemen würde bei solchen Belastungen nachgeben, verzögert reagieren und schneller verschleißen.

Für möglichst geringen Wartungsaufwand

Ein Direktantrieb kommt ohne Verschleißriemen aus. Wer den Plattenspieler langfristig nutzen möchte, ohne sich mit einem Riemenwechsel zu beschäftigen, findet hier einen praktischen Vorteil.

Für Puristen und mechanisch einfache Systeme

Ein Riemenplattenspieler kann durch seinen übersichtlichen Aufbau überzeugen. Besonders minimalistische Modelle verzichten teilweise auf Automatikfunktionen und komplexe Elektronik.

Was ist besser: Riemenantrieb oder Direktantrieb?

Für einen klassischen HiFi-Plattenspieler ist der Riemenantrieb nicht automatisch besser als der Direktantrieb. Beide Systeme können eine hervorragende Klangqualität erreichen.

Der Riemenantrieb bietet eine konstruktiv einfache Motorentkopplung und ist deshalb bei vielen puristischen HiFi-Geräten beliebt. Der Direktantrieb punktet dagegen mit hohem Drehmoment, schneller Reaktion, präziser Regelung und geringem Wartungsaufwand.

Beim Kauf sollte daher nicht allein die Antriebsart entscheiden. Aussagekräftiger sind die Qualität des gesamten Laufwerks, die Verarbeitung des Tonarms, die verfügbaren Einstellmöglichkeiten und die Kompatibilität mit dem gewünschten Tonabnehmer.

Fazit: Riemenantrieb oder Direktantrieb ist keine reine Klangfrage

Die Entscheidung Riemenantrieb oder Direktantrieb lässt sich nicht ausschließlich über den Klang treffen. Ein guter Plattenspieler entsteht durch das Zusammenspiel von Motor, Tellerlager, Tonarm, Tonabnehmer, Zarge und korrekter Justage.

Für entspanntes Musikhören bietet ein hochwertiger Riemenantrieb eine bewährte, mechanisch gut entkoppelte Lösung. Wer dagegen schnelle Anlaufzeiten, hohe Drehzahlstabilität und einen wartungsarmen Antrieb bevorzugt, sollte einen Direkttriebler in Betracht ziehen.

Für DJs fällt die Entscheidung eindeutig zugunsten des Direktantriebs aus. Im reinen HiFi-Bereich können dagegen beide Konzepte überzeugen. Statt sich ausschließlich auf technische Grundsatzdiskussionen zu verlassen, lohnt es sich daher, konkrete Modelle miteinander zu vergleichen und nach Möglichkeit selbst anzuhören.

FAQ: Häufige Fragen zu Riemenantrieb und Direktantrieb

Ist ein Riemenantrieb klanglich besser als ein Direktantrieb?

Nein, nicht grundsätzlich. Ein Riemenantrieb kann Motorvibrationen konstruktionsbedingt gut entkoppeln. Hochwertige Direktantriebe erreichen jedoch ebenfalls eine ausgezeichnete Laufruhe und können besonders präzise arbeiten.

Riemenantrieb oder Direktantrieb – Welcher Antrieb hat den besseren Gleichlauf?

Gute Direktantriebe erreichen häufig sehr niedrige Gleichlaufschwankungen, weil ihre Geschwindigkeit elektronisch überwacht wird. Hochwertige Riemenantriebe können jedoch ebenfalls ausgezeichnete Werte erzielen.

Wie oft muss der Riemen eines Plattenspielers gewechselt werden?

Das hängt vom Material, der Nutzung und der Lagerung ab. Ein Austausch kann nach einigen Jahren erforderlich werden, wenn der Riemen ausgeleiert, spröde oder glatt geworden ist.

Riemenantrieb oder Direktantrieb – Woran erkenne ich einen verschlissenen Plattenspielerriemen?

Typische Anzeichen sind ein langsamer Anlauf, eine zu niedrige Drehgeschwindigkeit, hörbare Tonhöhenschwankungen oder ein Riemen, der leicht vom Teller beziehungsweise Subteller abrutscht.

Ist ein Direktantrieb nur für DJs geeignet?

Nein. Es gibt zahlreiche direkt angetriebene Plattenspieler, die ausdrücklich für hochwertiges HiFi-Hören entwickelt wurden. DJ-Plattenspieler sind lediglich eine besonders bekannte Untergruppe.

Kann man mit einem Riemenantrieb auflegen?

Einfaches Abspielen und Überblenden ist grundsätzlich möglich. Für Scratchen, Back-Cueing oder präzises Beatmatching ist ein Riemenantrieb jedoch kaum geeignet, da Drehmoment und Reaktionsgeschwindigkeit meist zu gering sind.

Welcher Antrieb ist wartungsärmer?

Der Direktantrieb ist hinsichtlich der Kraftübertragung wartungsärmer, weil kein Riemen ausgetauscht werden muss. Dennoch können auch bei einem Direkttriebler Lager, Schalter oder elektronische Bauteile altern.

Welcher Antrieb ist für Einsteiger besser?

Beide Varianten eignen sich für Einsteiger. Wichtiger sind eine solide Verarbeitung, ein gut einstellbarer Tonarm, ein passender Tonabnehmer und eine verständliche Bedienung.

Beeinflusst der Antrieb den Klang stärker als der Tonabnehmer?

In vielen Fällen hat der Tonabnehmer einen deutlicheren Einfluss auf den wahrgenommenen Klang. Dennoch muss auch der Antrieb ausreichend ruhig und gleichmäßig arbeiten, damit der Tonabnehmer sein Potenzial ausschöpfen kann.

Riemenantrieb oder Direktantrieb – Sollte ich beim Kauf nur auf Gleichlaufwerte achten?

Nein. Gleichlaufwerte sind wichtig, bilden aber nicht die gesamte Qualität eines Plattenspielers ab. Auch Rumpelabstand, Tonarm, Lager, Zarge, Tonabnehmer und Justagemöglichkeiten sollten berücksichtigt werden.

Auch interessant:

Riemenantrieb oder Direktantrieb: Was ist für HiFi-Plattenspieler besser?

Wer einen neuen Plattenspieler kaufen möchte, steht früher oder später vor einer grundlegenden Frage: Riemenantrieb [...]

WEITERLESEN
Yamaha TT-S303 Test: Klassischer Plattenspieler mit Phono-Vorverstärker

Vinyl benötigt keine App, kein Benutzerkonto und kein Software-Update. Dafür verlangt eine Schallplatte ein wenig [...]

WEITERLESEN
Was ist der Signal-Rausch-Abstand im HiFi?

Der Signal-Rausch-Abstand im HiFi: So findest du den perfekten Sound ohne Nebengeräusche Du sitzt im [...]

WEITERLESEN
Was ist ein DAC im HiFi-Bereich?

Der DAC im Hifi – Funktion, Klang und Qualitätsunterschiede erklärt Digitale Musik begleitet uns inzwischen [...]

WEITERLESEN
Was bedeutet HiFi? Verständlich erklärt für Musikliebhaber

Was bedeutet HiFi eigentlich? Wer sich für Homeaudio, Lautsprecher, Verstärker, Plattenspieler, Streaming oder Heimkino interessiert, [...]

WEITERLESEN
Dynamik in der Musik: Was bedeutet sie wirklich für guten Klang?

Dynamik in der Musik ist einer dieser Begriffe, die im HiFi-Bereich häufig fallen, aber nicht [...]

WEITERLESEN
HiFi-Lautsprecher aufstellen: So holst du den besten Klang aus deinem Zimmer

Gute Lautsprecher sind wichtig – aber ihr voller Klang entsteht erst im Raum. Wer seine [...]

WEITERLESEN
Musikstreamingdienste im Vergleich: Welcher Dienst passt zu dir?

Musikstreamingdienste im Vergleich: Spotify, Deezer, Apple Music, YouTube Music und Tidal Musikstreaming ist längst mehr [...]

WEITERLESEN
Kompaktkassette Bandtypen: Ferrit, Chrome, Ferrochrom und Metal einfach erklärt

Die Kompaktkassette ist zurück – nicht nur als Nostalgieobjekt, sondern auch als faszinierender analoger Tonträger [...]

WEITERLESEN
Streaming vs physische Tonträger, was ist besser?

Warum CDs, Vinyl und Co. im HiFi-Zeitalter weiter wichtig sind Streaming vs physische Tonträger: Musik [...]

WEITERLESEN
Was ist ein HiFi-Vollverstärker?

Ein HiFi-Vollverstärker ist für viele klassische Stereoanlagen das Herzstück der Musikwiedergabe. Er verbindet mehrere Audioquellen [...]

WEITERLESEN
Loudness-Funktion bei HiFi: Wann sie sinnvoll ist und wie sie klingt

Die Loudness-Funktion gehört zu den klassischen Funktionen vieler HiFi-Verstärker, Receiver und Kompaktanlagen. Manche Musikliebhaber schwören [...]

WEITERLESEN
Wie viel Watt braucht eine Hifi-Musikanlage?

Wer sich eine neue Stereoanlage, einen Verstärker oder aktive Lautsprecher kaufen möchte, stößt schnell auf [...]

WEITERLESEN

Unsere neuesten Beiträge:

Riemenantrieb oder Direktantrieb: Was ist für HiFi-Plattenspieler besser?

Wer einen neuen Plattenspieler kaufen möchte, steht früher oder später vor einer grundlegenden Frage: Riemenantrieb oder Direktantrieb [...]

> WEITERLESEN
Yamaha TT-S303 Test: Klassischer Plattenspieler mit Phono-Vorverstärker

Vinyl benötigt keine App, kein Benutzerkonto und kein Software-Update. Dafür verlangt eine Schallplatte ein wenig Aufmerksamkeit: Platte [...]

> WEITERLESEN
Was ist der Signal-Rausch-Abstand im HiFi?

Der Signal-Rausch-Abstand im HiFi: So findest du den perfekten Sound ohne Nebengeräusche Du sitzt im perfekten Stereodreieck, [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert