Im Dual CS 718Q Test steht ein manueller Plattenspieler im Mittelpunkt, der klassische Dual-Technik mit zeitgemäßem Bedienkomfort verbindet. Dazu gehören ein quarzgeregelter Direktantrieb, ein aufwendig einstellbarer Tonarm, eine dynamisch über Federkraft erzeugte Auflagekraft und eine abschaltbare Endabschaltung mit automatischer Tonarmanhebung.
Gleichzeitig richtet sich der CS 718Q nicht an Käufer, die einen vollständig vorkonfigurierten Plug-and-play-Plattenspieler suchen. Ein Tonabnehmer gehört nicht zur serienmäßigen Ausstattung, außerdem besitzt das Laufwerk keinen integrierten Phono-Vorverstärker. Stattdessen stellt Dual ein technisch anspruchsvolles Fundament bereit, das sich gezielt an das vorhandene HiFi-System und den bevorzugten Tonabnehmer anpassen lässt.
Für mich ist genau diese Kombination der interessanteste Aspekt des CS 718Q: Er nimmt dem Vinylhörer die klanglich relevante Justage nicht aus der Hand, schützt aber dank Auto-Lift die Abtastnadel und die Auslaufrille, wenn man am Ende einer Plattenseite nicht sofort zum Gerät zurückkehrt.
Dual CS 718Q und die Tradition der 7er-Serie
Dual stellt den CS 718Q bewusst in die Tradition seiner historischen 7er-Serie. Diese begann nach Darstellung des Herstellers 1973 mit dem CS 701, auf den Modelle wie CS 704, CS 721, CS 714Q, CS 731Q und CS 741Q folgten. Bereits diese Plattenspieler kombinierten Direktantrieb, präzise Tonarmlagerungen, einstellbare Tonarmhöhen oder die besonders leichte ULM-Tonarmtechnik mit hohem konstruktivem Aufwand.
Der CS 718Q ist jedoch keine einfache Neuauflage eines historischen Modells. Dual greift stattdessen zentrale technische Ideen auf und interpretiert sie neu. Besonders deutlich wird das bei der federerzeugten Auflagekraft, dem vollkardanisch gelagerten Tonarm und dem quarzgeregelten Direktantrieb mit eisenlosen Spulen.
Ich halte diesen Ansatz für sinnvoller als ein rein nostalgisches Retro-Konzept. Der Plattenspieler erinnert zwar optisch und technisch an klassische Dual-Modelle, bleibt aber bei Anschlüssen, Tonarmverstellung und Endabschaltung auf einem modernen Stand.
Design und Verarbeitung des Dual CS 718Q
Massive MDF-Zarge in zwei Ausführungen
Die Basis des Plattenspielers bildet eine MDF-Zarge. Dual bietet den CS 718Q in Satin-Schwarz sowie mit Walnuss-Echtholzfurnier an. Die schwarze Ausführung wirkt aus meiner Sicht sachlich und technisch, während die Walnussvariante die historische Verbindung zur klassischen HiFi-Ära stärker betont.
Mit Abmessungen von 435 × 367 × 155 Millimetern bei geschlossener Haube bleibt der Plattenspieler vergleichsweise kompakt. Dennoch bringt er rund 10 Kilogramm auf die Waage. Das hohe Gewicht spricht für einen substanziellen Aufbau und hilft grundsätzlich dabei, die Konstruktion gegenüber äußeren Anregungen zu beruhigen.
Die vier Füße sind mit Elastomer-Dämpfern ausgestattet und lassen sich einzeln in der Höhe verstellen. Damit kann der Anwender die Zarge auch auf einem nicht vollständig ebenen Möbelstück präzise waagerecht ausrichten. Das ist trotz der dynamischen Auflagekrafterzeugung wichtig, denn ein korrekt nivellierter Plattenspieler schafft weiterhin die besten Voraussetzungen für eine gleichmäßige Abtastung.
Mir gefällt, dass Dual die Höhenverstellung nicht als Nebensache behandelt. Gerade bei einem Plattenspieler mit umfangreich justierbarem Tonarm wäre es widersprüchlich, wenn bereits die Zarge nicht sauber ausgerichtet werden könnte.
Platzbedarf bei geöffneter Haube
Bei geöffneter Abdeckhaube gibt Dual eine Tiefe von 415 Millimetern und eine Höhe von 405 Millimetern an. Vor der Aufstellung sollte deshalb nicht nur die reine Grundfläche berücksichtigt werden. In einem niedrigen HiFi-Rack oder direkt unter einem Wandregal kann die geöffnete Haube andernfalls anstoßen.
Dual CS 718Q Test – Aufbau und Einrichtung
Kein fertig montierter Tonabnehmer
Der CS 718Q wird mit Plattenteller, Gummimatte, Staubschutzhaube, Gegengewicht, Zusatzgewicht, Headshell, Einstelllehre und Single-Puck geliefert. Ein Tonabnehmer wird in den technischen Daten dagegen nicht als montierter Bestandteil aufgeführt.
Das ist weder grundsätzlich positiv noch negativ. Einsteiger müssen jedoch zusätzliche Kosten und Zeit für die Auswahl sowie Montage eines Tonabnehmers einplanen. Erfahrene Vinylhörer erhalten dafür die Freiheit, das Laufwerk direkt mit einem zum eigenen Phono-Vorverstärker und Hörgeschmack passenden System auszustatten.
Ich sehe den fehlenden Tonabnehmer bei einem derart einstellbaren Plattenspieler eher als konsequente Entscheidung. Eine einfache serienmäßige Beigabe würde das Potenzial des Tonarms möglicherweise nicht ausschöpfen. Trotzdem sollte dieser Punkt im Handel sehr deutlich kommuniziert werden, da die Produktabbildungen den Plattenspieler teilweise mit montiertem Tonabnehmer zeigen.
Tonabnehmer montieren und ausrichten
Der Tonabnehmer wird zunächst mit dem Headshell verschraubt und an dessen Anschlusskabeln angeschlossen. Anschließend hilft die mitgelieferte Einstelllehre dabei, Nadelposition, Überhang und gerade Ausrichtung zu kontrollieren. Danach wird das Headshell in die Tonarmaufnahme eingesetzt und mit einer Überwurfmutter fixiert.
Die Einrichtung umfasst anschließend mehrere Schritte:
- Plattenspieler über die höhenverstellbaren Füße ausrichten
- Tonarm mit dem Gegengewicht ausbalancieren
- Auflagekraft am Federmechanismus einstellen
- Antiskating anpassen
- Azimut des Headshells kontrollieren
- Tonarmhöhe beziehungsweise VTA einstellen
Dual liefert für all diese Schritte konkrete Anweisungen. Für elliptische Nadelschliffe soll der Antiskating-Wert zunächst der eingestellten Auflagekraft entsprechen. Bei hyperelliptischen Schliffen empfiehlt Dual einen Aufschlag von zehn Prozent, bei Shibata-Schliffen von zwanzig Prozent.
Diese Vorgaben sind für mich gute Ausgangspunkte. Bei einer sorgfältigen Einrichtung würde ich die tatsächliche Auflagekraft dennoch zusätzlich mit einer Tonarmwaage kontrollieren. Gerade hochwertige Tonabnehmer reagieren empfindlich auf Abweichungen, auch wenn die Skala des Plattenspielers präzise ausgeführt ist.
Einstellaufwand statt Plug-and-play
Der Aufbau verlangt mehr Sorgfalt als bei einem vorkonfigurierten Plattenspieler. Dafür lässt sich die Geometrie wesentlich genauer an den verwendeten Tonabnehmer anpassen. Die stufenlose Höhenverstellung des Tonarms umfasst einen Bereich von plus fünf bis minus zwei Millimetern. Außerdem kann das Headshell zur Azimutkorrektur um seine Längsachse gedreht werden.
Ich empfinde den zusätzlichen Aufwand nicht als Nachteil, solange sich der Käufer darüber im Klaren ist. Wer sich für einen CS 718Q entscheidet, sollte Freude an der korrekten Justage haben oder die Ersteinrichtung einem Fachhändler überlassen.
Dual CS 718Q Test – Direktantrieb mit Quarzregelung
Bürstenloser Motor mit eisenlosen Spulen
Der Dual CS 718Q arbeitet mit einem bürstenlosen Direktantrieb. Seine horizontal angeordneten bifilaren Luftspulen kommen ohne Eisenkern aus und sollen dadurch Rastmomente beziehungsweise Cogging vermeiden. Zusätzlich ist der Motor durch Rotorglocke und Abdeckplatte doppelt gegen magnetische Störfelder abgeschirmt.
Die Explosionsdarstellung auf Seite 5 der Produktbroschüre zeigt, dass Plattentellerachse, Rotoreinheit und Spulen direkt übereinander angeordnet sind. Ein Riemen als vermittelndes Antriebselement wird nicht benötigt. Dadurch entfällt auch der regelmäßige Riemenwechsel.
Für mich gehört dieser Direktantrieb zu den wichtigsten Argumenten des Plattenspielers. Er ist nicht als DJ-Antrieb mit Pitch-Regelung konzipiert, sondern klar auf konstante Drehzahl und störungsarmen HiFi-Betrieb ausgerichtet.
Drei quarzgeregelte Geschwindigkeiten
Der CS 718Q unterstützt 33⅓, 45 und 78 Umdrehungen pro Minute. Die Drehzahl wird quarzgenau geregelt; eine manuelle Feinjustierung ist weder notwendig noch vorgesehen. Als Gleichlaufschwankung nennt Dual einen Wert von weniger als ±0,05 Prozent nach DIN-Bewertung. Der Geräuschspannungsabstand liegt laut Bedienungsanleitung bei mehr als 72 dB.
Die 78-U/min-Option erweitert den Einsatzbereich auf historische Schellackplatten. Dafür ist allerdings ein geeigneter Tonabnehmer beziehungsweise eine passende 78er-Nadel erforderlich. Eine normale Mikrorillennadel für Vinyl-LPs sollte dafür nicht verwendet werden.
Dass Dual auf einen Pitch-Regler verzichtet, stört mich im HiFi-Einsatz nicht. Bei lang gehaltenen Klaviernoten, Streichern oder Synthesizerflächen ist eine stabil geregelte Drehzahl deutlich wichtiger als die Möglichkeit, das Tempo manuell zu verändern.
Motorstart durch Einschwenken des Tonarms
Nach der Wahl der Geschwindigkeit läuft der Motor nicht unmittelbar an. Erst wenn der Tonarm über die Schallplatte geschwenkt wird, beginnt sich der Teller zu drehen. Wird der Tonarm wieder zur Ablage geführt, stoppt der Motor.
Dieses Bedienkonzept finde ich schlüssig. Es bewahrt den manuellen Charakter des Plattenspielers, erspart aber einen zusätzlichen Starttaster.
Schwerer Aluminium-Plattenteller
Der Plattenteller besteht aus Aluminium-Druckguss und wiegt 1,9 Kilogramm. Hinzu kommt eine 300 Gramm schwere, vier Millimeter starke Gummimatte. Das Gesamtgewicht aus Teller und Matte beträgt somit 2,2 Kilogramm. Der Teller besitzt einen Durchmesser von 305 Millimetern und läuft auf einer Achse aus gehärtetem Stahl in einer Messingbuchse.
Auf der Unterseite ist der Aluminiumteller vollflächig mit Gummi bedämpft. Die Abbildung auf Seite 10 der Broschüre zeigt diese Beschichtung ebenso wie die massive Druckgusskonstruktion.
Die Kombination aus relativ hoher Masse und großflächiger Dämpfung ist aus meiner Sicht konstruktiv überzeugend. Ein unbehandelter Metallteller kann zu ausgeprägtem Nachschwingen neigen. Die Gummibeschichtung soll genau solche Resonanzen reduzieren, während die Tellerträgheit einen gleichmäßigen Lauf unterstützt.
Die Masse allein garantiert allerdings noch keinen guten Klang. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel aus Motorregelung, Lager, Dämpfung und Tonabnehmer. Beim CS 718Q wirkt dieses Gesamtkonzept auf dem Papier jedoch sorgfältig aufeinander abgestimmt.
Tonarm des Dual CS 718Q
Carbon-Aluminium-Sandwichrohr
Der Tonarm besitzt ein Sandwichrohr aus Carbon und Aluminium. Seine effektive Länge beträgt 221,5 Millimeter, die effektive Masse rund 16 Gramm. Damit bewegt er sich im mittelschweren Bereich und dürfte sich besonders für zahlreiche Tonabnehmer mit mittlerer Nadelnachgiebigkeit eignen.
Carbon bietet eine hohe Steifigkeit bei niedrigem Gewicht, während Aluminium eine andere Resonanzcharakteristik besitzt. Durch die Verbindung beider Werkstoffe versucht Dual, Biegesteifigkeit und kontrolliertes Resonanzverhalten miteinander zu kombinieren.
Für mich ist die effektive Masse von ungefähr 16 Gramm ein sinnvoller Kompromiss. Extrem nachgiebige Tonabnehmer sollten allerdings nicht automatisch montiert werden. Hier würde ich vor dem Kauf die resultierende Tonarm-Tonabnehmer-Resonanz berechnen. Bei den meisten mittelschweren MM- und MC-Systemen sollte sich dagegen eine passende Kombination finden lassen.
Vollkardanische Lagerung
Der Tonarm ist vollkardanisch gelagert. Zum Einsatz kommen vier Pivot-Kugellager in einer doppelten Kardan-Anordnung. Die Lagerspitzen und Kugellager sollen eine nahezu spielfreie Bewegung bei sehr geringer Reibung ermöglichen.
Bei einer kardanischen Konstruktion befinden sich die Lagerachsen definiert um das Tonarmrohr. Dadurch werden unerwünschte Kippmomente reduziert und horizontale sowie vertikale Bewegung voneinander kontrolliert geführt.
Ich halte die Tonarmlagerung für einen der Bereiche, in denen der CS 718Q seinen gehobenen Anspruch am deutlichsten zeigt. Eine umfangreiche Einstellbarkeit wäre wenig wert, wenn der Arm anschließend mit hohem Lagerspiel oder unnötiger Reibung arbeiten würde.
Was bedeutet „masselose Auflagekraft“?
Der Begriff masselose Auflagekraft kann zunächst missverständlich wirken. Selbstverständlich besitzt der Tonarm weiterhin eine Masse. Dual beschreibt damit vielmehr die Art, wie die erforderliche Kraft auf die Abtastnadel erzeugt wird.
Zunächst wird der Tonarm mit dem Gegengewicht so ausbalanciert, dass sein Schwerpunkt möglichst nah am Drehpunkt liegt. Die eigentliche Auflagekraft entsteht anschließend durch eine präzise Spiralfeder und nicht durch eine dauerhafte Verlagerung des Gegengewichts. Die Explosionsdarstellung auf Seite 4 der Broschüre zeigt den Aufbau dieses Federmechanismus.
Dadurch soll die eingestellte Kraft auch dann weitgehend konstant bleiben, wenn der Tonarm einer verwellten Platte nach oben und unten folgen muss. Außerdem reagiert das System weniger empfindlich auf eine geringfügige Schrägstellung des Plattenspielers. Eine sorgfältige waagerechte Ausrichtung ersetzt die Technik dennoch nicht.
Ich sehe in diesem dynamischen Prinzip einen echten technischen Mehrwert. Besonders bei nicht vollkommen planen Schallplatten kann eine stabilere Auflagekraft dazu beitragen, dass die Nadel den Rillenmodulationen zuverlässiger folgt.
Die Auflagekraft lässt sich zwischen 0 und 3 Gramm einstellen. Damit deckt der CS 718Q den üblichen Arbeitsbereich zahlreicher moderner HiFi-Tonabnehmer ab.
Antiskating mit Präzisionsfeder
Auch die Antiskating-Kompensation wird über einen Federmechanismus realisiert. Der Wert lässt sich stufenlos über einen Drehregler einstellen. Eine gut ablesbare Skala dient dabei als Orientierung.
Die Feder ist so geformt, dass sie die Skatingkraft nicht nur an einem einzelnen Punkt, sondern über den gesamten Abspielbereich kompensieren soll. Das ist relevant, weil sich die auf den Tonarm wirkenden Kräfte zwischen äußerer und innerer Rille verändern.
Mir gefällt die stufenlose Lösung besser als ein Mechanismus mit wenigen festen Raststufen. Gerade bei ungewöhnlichen Nadelschliffen oder niedrigen Auflagekräften lässt sich die Einstellung dadurch feiner anpassen.
Dual CS 718Q Test – Wechselbares Headshell und Tonabnehmerwahl
Das Headshell kann über die Überwurfmutter vom Tonarm getrennt werden. Wer mehrere Tonabnehmer jeweils auf einem eigenen Headshell montiert und geometrisch korrekt ausrichtet, kann vergleichsweise schnell zwischen den Systemen wechseln.
Die Aussage, dass danach keine erneute Justage notwendig sei, würde ich allerdings präzisieren: Die geometrische Position des Tonabnehmers auf seinem jeweiligen Headshell bleibt erhalten. Verlangen zwei Systeme unterschiedliche Auflagekräfte oder Antiskating-Werte, müssen diese Einstellungen beim Wechsel trotzdem angepasst werden.
Als verwendbare Tonabnehmermasse nennt die Produktübersicht 3 bis 13 Gramm. Die ausführliche Anleitung führt den Bereich als 3 bis 10 Gramm beziehungsweise 13 Gramm auf und enthält ein zusätzliches Gegengewicht. Ich interpretiere die Angaben deshalb so, dass für besonders schwere Systeme das mitgelieferte Zusatzgewicht benötigt wird.
Für Sammler mit mehreren Tonabnehmern ist das Konzept attraktiv. So könnte ein Headshell beispielsweise für normale Stereo-LPs und ein weiteres für Schellackplatten vorbereitet werden.
Auto-Lift und Endabschaltung
Manuelle Bedienung mit Sicherheitsfunktion
Obwohl Dual den CS 718Q als manuellen Plattenspieler einordnet, besitzt er eine abschaltbare Endabschaltung. Erreicht der Tonarm die Auslaufrille, beginnt die Status-LED zu blinken. Nach einigen Umdrehungen stoppt der Motor und ein separater Motor hebt den Tonarm automatisch an.
Der Tonarm wird anschließend nicht selbstständig zur Ablage zurückgeführt. Der Benutzer muss ihn manuell zurückschwenken und absenken. Der CS 718Q ist somit weder Vollautomat noch klassischer Halbautomat mit automatischer Tonarmrückführung.
Für mich stellt diese Lösung einen gelungenen Mittelweg dar. Aufsetzen und Zurückführen bleiben bewusst manuell, während die empfindliche Nadel nicht unbegrenzt in der Auslaufrille weiterläuft, falls ich das Ende der Plattenseite nicht bemerke.
Berührungsloser Sensor und separater Liftmotor
Die Position des Tonarms wird durch einen berührungslosen Magnetsensor erfasst. Für die automatische Anhebung verwendet Dual einen separaten Motor. Die Funktion kann über einen Schalter auf der Rückseite deaktiviert werden.
Die rückseitige Position des Schalters ist aus meiner Sicht etwas unpraktisch, wenn die Endabschaltung regelmäßig ein- und ausgeschaltet werden soll. In den meisten Anlagen dürfte die Funktion allerdings dauerhaft aktiviert bleiben.
Nach 20 Minuten Inaktivität wechselt der Plattenspieler automatisch in den Standby-Betrieb. Die LED leuchtet dann rot.
Dual CS 718Q Test – Anschlüsse: RCA und XLR
Auf der Rückseite befinden sich Cinch- beziehungsweise RCA-Ausgänge, zwei XLR-Buchsen sowie ein separater Masseanschluss. Das ist eine ungewöhnlich flexible Ausstattung für einen Plattenspieler.
Wichtig ist allerdings: Der CS 718Q besitzt keinen eingebauten Phono-Vorverstärker. Er muss daher mit einem Phono-Eingang am Vollverstärker oder einem externen Phono-Preamp verbunden werden. Ein gewöhnlicher AUX-, CD- oder Line-Eingang ist ohne zusätzlichen Phono-Vorverstärker nicht geeignet.

Auch bei den XLR-Buchsen handelt es sich nicht um einen hochpegeligen Line-Ausgang. Sie setzen einen Phono-Vorverstärker mit entsprechendem XLR-Phonoeingang voraus. Die aktuellen Unterlagen bezeichnen die Anschlüsse als XLR-Audioausgänge, machen aber keine weitergehende ausdrückliche Aussage darüber, ob der gesamte interne Signalweg als vollständig symmetrische Schaltung ausgeführt ist. Deshalb würde ich den Begriff „vollsymmetrisch“ ohne zusätzliche technische Bestätigung nicht verwenden.
Ich begrüße die XLR-Option trotzdem. Gleichzeitig werden die meisten Besitzer den CS 718Q vermutlich zunächst über RCA und Masseleitung anschließen, weil passende XLR-Phonoeingänge deutlich seltener sind.
Klangliche Einordnung des Dual CS 718Q
Der Tonabnehmer bestimmt einen großen Teil des Ergebnisses
Da der Dual CS 718Q ohne Tonabnehmer angeboten wird, lässt sich ihm keine feste Klangsignatur wie „warm“, „hell“ oder „analytisch“ zuschreiben. Der tatsächlich hörbare Charakter hängt erheblich vom gewählten Tonabnehmer, dessen Nadel, der korrekten Justage und dem Phono-Vorverstärker ab.
Ich halte es deshalb für unseriös, dem Laufwerk allein einen konkret beschriebenen Klang anzudichten. Sinnvoll bewerten lässt sich dagegen, welche technischen Voraussetzungen der Plattenspieler für eine saubere Wiedergabe schafft.
Stabilität bei Tonhöhe und Timing
Die Quarzregelung und der angegebene Gleichlauf von weniger als ±0,05 Prozent sprechen für eine stabile Tonhöhe. Davon profitieren insbesondere Aufnahmen mit lang gehaltenen Tönen. Klavier, Orgel, Streicher oder flächige Synthesizerklänge machen Gleichlauffehler häufig deutlicher hörbar als stark perkussive Musik.
Auch bei rhythmusbetonter Musik ist ein kontrollierter Antrieb relevant. Ein gleichmäßig laufender Teller unterstützt eine präzise zeitliche Darstellung von Bassdrum, Bass und perkussiven Transienten. Ob diese Eigenschaften im konkreten System vollständig hörbar werden, hängt jedoch wiederum vom Tonabnehmer und der restlichen Anlage ab.
Resonanzkontrolle als konstruktive Grundlage
Der bedämpfte Aluminiumteller, die schwere Gummimatte, die MDF-Zarge, die Elastomerfüße und das Carbon-Aluminium-Tonarmrohr verfolgen ein gemeinsames Ziel: unerwünschte Resonanzen sollen möglichst wenig Einfluss auf die Abtastung nehmen.
Für mich ergibt sich daraus das Bild eines eher neutral ausgelegten Laufwerks. Der CS 718Q scheint nicht bewusst einen besonders weichen oder nostalgisch warmen Klang erzeugen zu wollen. Stattdessen soll er dem eingesetzten Tonabnehmer eine stabile mechanische Arbeitsumgebung bieten.
Wer einen bestimmten Klangcharakter bevorzugt, kann diesen daher gezielt über Tonabnehmer und Phono-Vorverstärker beeinflussen. Genau darin liegt ein Vorteil des fehlenden Seriensystems.
Dual CS 718Q Test – Bedienung im Alltag
Im Alltag bleibt die Bedienung übersichtlich. Die gewünschte Geschwindigkeit wird am Drehschalter gewählt, der Tonarm mit dem Lift angehoben und über die Platte bewegt. Daraufhin startet der Motor. Anschließend wird die Nadel über den Lift abgesenkt. Am Ende der Seite übernimmt auf Wunsch die automatische Anhebung.
Ich sehe dabei mehrere praktische Vorteile. Der Nutzer muss den Teller nicht separat starten, behält aber die vollständige Kontrolle über die Position der Nadel. Gleichzeitig reduziert der Auto-Lift die Gefahr unnötigen Nadelverschleißes in der Auslaufrille.
Weniger geeignet ist der CS 718Q für Menschen, die eine Platte auflegen, eine Starttaste drücken und sich um nichts Weiteres kümmern möchten. Eine automatische Erkennung der Plattengröße, ein selbstständiges Aufsetzen oder eine Tonarmrückführung bietet das Modell nicht.
Was mir am Dual CS 718Q besonders gefällt
Am stärksten überzeugt mich das in sich schlüssige Gesamtkonzept. Der Direktantrieb, die dynamisch erzeugte Auflagekraft, die kardanische Tonarmlagerung und der schwere, bedämpfte Teller sind keine isolierten Ausstattungsmerkmale. Sie ergänzen sich zu einer technisch anspruchsvollen Plattform.
Ebenso positiv bewerte ich die umfangreiche Tonarmjustage. Höhenverstellung, Azimutkorrektur, stufenloses Antiskating und wechselbares Headshell ermöglichen eine deutlich genauere Anpassung als bei vielen einfacheren Plattenspielern.
Der Auto-Lift ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Er bietet Schutz und Alltagstauglichkeit, ohne den CS 718Q in einen Vollautomaten zu verwandeln. Auch die Unterstützung von 78 U/min sowie die zusätzlichen XLR-Buchsen erweitern den Einsatzbereich.
Dual CS 718Q Test – Welche Einschränkungen gibt es?
Die größte Einstiegshürde ist der fehlende Tonabnehmer. Käufer benötigen zusätzlich ein passendes System und müssen dieses montieren sowie justieren. Auch ein Phono-Vorverstärker beziehungsweise ein Verstärker mit Phono-Eingang ist zwingend erforderlich.
Darüber hinaus verlangt der Tonarm mehr Einrichtungsarbeit als ein vorkonfiguriertes Einsteigermodell. Das ist für ambitionierte Vinylhörer ein Vorteil, kann Anfänger aber überfordern.
Der Auto-Lift hebt den Tonarm lediglich an. Eine automatische Rückführung zur Ablage gibt es nicht. Wer gezielt einen Vollautomaten sucht, wird deshalb mit einem anderen Dual-Modell besser bedient sein.
Schließlich bieten die XLR-Anschlüsse nur dann einen praktischen Vorteil, wenn auch ein geeigneter Phono-Vorverstärker vorhanden ist. Für aktive Lautsprecher mit gewöhnlichem Line-XLR-Eingang reichen sie allein nicht aus.
Technische Daten des Dual CS 718Q
Die folgenden Angaben stammen aus der aktuellen Bedienungsanleitung und der technischen Tabelle der Produktbroschüre.
- Antrieb: bürstenloser, quarzgeregelter Direktantrieb
- Geschwindigkeiten: 33⅓, 45 und 78 U/min
- Gleichlaufschwankung: unter ±0,05 % nach DIN
- Geräuschspannungsabstand: über 72 dB
- Motorspulen: eisenlose bifilare Luftspulen
- Magnetische Abschirmung: Rotorglocke und Abdeckplatte
- Plattenteller: Aluminium-Druckguss mit Gummidämpfung
- Tellerdurchmesser: 305 mm
- Tellergewicht: 1.900 g
- Gummimatte: 4 mm, 300 g
- Gesamtgewicht Teller und Matte: 2.200 g
- Tonarm: Carbon-Aluminium-Sandwichrohr
- Tonarmlager: vier Pivot-Kugellager, vollkardanisch
- Effektive Tonarmlänge: 221,5 mm
- Effektive Tonarmmasse: ca. 16 g
- Überhang: 19 mm
- Kröpfung: 25,6 Grad
- Auflagekraft: dynamisch per Federkraft
- Einstellbereich der Auflagekraft: 0 bis 3 g
- Tonarmhöhe: stufenlos von −2 bis +5 mm
- Headshell: abnehmbar und im Azimut einstellbar
- Antiskating: stufenloser Präzisions-Federmechanismus
- Endabschaltung: abschaltbar, mit automatischer Tonarmanhebung
- Ausgänge: RCA, XLR und GND
- Phono-Vorverstärker: nicht integriert
- Gehäuse: MDF
- Füße: höhenverstellbare Elastomer-Dämpfer
- Abmessungen bei geschlossener Haube: 435 × 367 × 155 mm
- Gewicht: 10 kg
- Maximale Leistungsaufnahme: 3 W
- Leistungsaufnahme bei Nulllast: unter 0,1 W
Dual gewährt für den CS 718Q eine fünfjährige Herstellergarantie ab dem Datum der Endkundenrechnung. Voraussetzung ist unter anderem der Original-Kaufbeleg; Tonabnehmer und Abtastnadel sind von der Garantie ausgenommen.
Für wen eignet sich der Dual CS 718Q?
Der CS 718Q eignet sich vor allem für ambitionierte Vinylhörer, die ihren Tonabnehmer selbst auswählen und präzise einrichten möchten. Ebenso interessant ist er für Besitzer mehrerer Tonabnehmer, die vom wechselbaren Headshell profitieren.
Auch Liebhaber historischer Schellackplatten erhalten durch die Geschwindigkeit von 78 U/min eine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit. Der Auto-Lift spricht wiederum Hörer an, die einen manuellen Plattenspieler bevorzugen, aber nicht auf eine Sicherheitsfunktion am Plattenende verzichten möchten.
Weniger passend ist der CS 718Q für Einsteiger, die ein sofort spielbereites Komplettpaket mit vormontiertem Tonabnehmer, integriertem Phono-Preamp und vollautomatischer Bedienung erwarten.
Fazit zum Dual CS 718Q Test
Der Dual CS 718Q Test zeigt einen technisch bemerkenswert konsequent konstruierten Plattenspieler. Der quarzgeregelte Direktantrieb, der 2,2 Kilogramm schwere und umfangreich bedämpfte Teller, die kardanische Tonarmlagerung sowie die dynamisch erzeugte Auflagekraft bilden eine hochwertige mechanische Grundlage.
Besonders gut gefällt mir, dass Dual manuellen Betrieb und Alltagstauglichkeit nicht als Gegensätze behandelt. Der Nutzer setzt den Tonarm weiterhin selbst auf und führt ihn auch wieder zurück. Am Ende der Plattenseite greifen jedoch Motorstopp und Auto-Lift ein. Für mich ist das eine der sinnvollsten Komfortfunktionen, die ein manueller Plattenspieler bieten kann.
Auch die Einstellmöglichkeiten des Tonarms überzeugen. Höhe, Azimut, Auflagekraft und Antiskating lassen sich an unterschiedliche Tonabnehmer anpassen. Das wechselbare Headshell und die Unterstützung von 78 U/min erhöhen zusätzlich die Flexibilität.
Kritisch bleiben der fehlende Tonabnehmer, der notwendige externe Phono-Vorverstärker und der vergleichsweise hohe Einrichtungsaufwand. Diese Punkte sind jedoch weniger Konstruktionsfehler als Konsequenzen des anspruchsvollen, modularen Konzepts.
Redaktionelles Gesamturteil: Der Dual CS 718Q ist technisch sehr überzeugend und besonders für erfahrene Vinylhörer interessant, die einen präzisen Direkttriebler mit umfangreicher Tonarmjustage und komfortablem Auto-Lift suchen.
Herstellerlink: CS 718Q – DUAL
FAQ zum Dual CS 718Q Test
Wird der Dual CS 718Q mit Tonabnehmer geliefert?
Nein. In den technischen Daten ist kein montierter Tonabnehmer aufgeführt. Ein Headshell und eine Einstelllehre gehören jedoch zum Lieferumfang. Der gewünschte Tonabnehmer muss separat gekauft, montiert und justiert werden.
Besitzt der Dual CS 718Q einen Phono-Vorverstärker?
Nein. Der Plattenspieler muss an einen Phono-Eingang oder an einen externen Phono-Vorverstärker angeschlossen werden. Eine direkte Verbindung mit einem normalen AUX- oder Line-Eingang ist nicht möglich.
Ist der Dual CS 718Q ein Vollautomat?
Nein. Der Tonarm wird manuell aufgesetzt und zur Ablage zurückgeführt. Am Ende der Schallplatte kann der CS 718Q jedoch automatisch den Motor stoppen und den Tonarm anheben.
Was bedeutet masselose Auflagekraft?
Der Begriff bezieht sich nicht auf das Gewicht des Tonarms. Nach dem Ausbalancieren wird die Auflagekraft über eine Spiralfeder erzeugt. Dadurch soll sie auch bei Höhenschlägen der Schallplatte möglichst konstant bleiben.
Welche Geschwindigkeiten unterstützt der CS 718Q?
Der Plattenspieler unterstützt 33⅓, 45 und 78 Umdrehungen pro Minute. Die Drehzahl wird quarzgenau geregelt und kann nicht manuell feinjustiert werden.
Kann ich mehrere Tonabnehmer verwenden?
Ja. Das Headshell lässt sich abnehmen, sodass mehrere Tonabnehmer auf jeweils eigenen Headshells vorbereitet werden können. Bei einem Wechsel müssen gegebenenfalls Auflagekraft und Antiskating an das jeweilige System angepasst werden.
Wozu dienen die XLR-Buchsen?
Die XLR-Buchsen ermöglichen die Verbindung mit einem entsprechend ausgestatteten Phono-Vorverstärker. Sie liefern kein gewöhnliches Line-Signal und ersetzen deshalb keinen Phono-Preamp. Neben XLR stehen auch RCA-Buchsen und ein Masseanschluss zur Verfügung.
Kann der Dual CS 718Q Schellackplatten abspielen?
Der Antrieb unterstützt 78 U/min. Für Schellackplatten wird zusätzlich ein dafür geeigneter Tonabnehmer beziehungsweise eine spezielle 78er-Nadel benötigt.
Wie schwer ist der Dual CS 718Q?
Der Plattenspieler wiegt rund 10 Kilogramm. Der Aluminiumteller bringt einschließlich der 300 Gramm schweren Gummimatte insgesamt etwa 2,2 Kilogramm auf die Waage.


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