Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen: Wer einen Plattenspieler neu aufstellt, einen Tonabnehmer wechselt oder den Tonarm neu justiert, sollte einen wichtigen Wert nicht vernachlässigen: die Auflagekraft des Tonabnehmers. Sie entscheidet darüber, mit welchem Druck die Nadel in der Schallplattenrille liegt. Eine falsche Einstellung kann deshalb nicht nur den Klang verschlechtern, sondern auf Dauer auch Nadel und Schallplatten unnötig belasten.
Die Auflagekraft beim Plattenspieler richtig einzustellen, ist allerdings weniger kompliziert, als es zunächst klingt. Bei vielen Plattenspielern lässt sie sich direkt über das Gegengewicht am hinteren Ende des Tonarms einstellen. Noch genauer gelingt die Justierung mit einer speziellen Tonarmwaage.
In diesem Tutorial erklären wir Schritt für Schritt, wie man die Auflagekraft beim Plattenspieler einstellt, welche Werte typisch sind und warum sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Auflagekraft problematisch sein kann.
Was ist die Auflagekraft beim Plattenspieler?
Die Auflagekraft, häufig auch als Tracking Force oder Vertical Tracking Force (VTF) bezeichnet, beschreibt die Kraft, mit der die Abtastnadel auf der Schallplatte beziehungsweise in der Plattenrille aufliegt.
Angegeben wird die Auflagekraft üblicherweise in Gramm. Bei modernen HiFi-Tonabnehmern liegt sie häufig ungefähr zwischen 1,5 und 2,5 Gramm. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um einen typischen Bereich. Entscheidend ist immer die Vorgabe des jeweiligen Tonabnehmer-Herstellers.
Manche Systeme benötigen beispielsweise nur rund 1,5 Gramm, während andere Tonabnehmer mit 2,0, 2,5 oder sogar höheren Werten betrieben werden.
Warum braucht der Tonabnehmer überhaupt Auflagekraft?
Die Nadel muss den Bewegungen der Plattenrille möglichst exakt folgen können. Dafür benötigt sie einen bestimmten Anpressdruck. Ist dieser korrekt eingestellt, bleibt die Nadel zuverlässig in der Rille und kann die darin gespeicherten Informationen präzise abtasten. Gleichzeitig soll die Belastung von Nadel und Schallplatte möglichst gering bleiben. Die richtige Auflagekraft ist deshalb immer ein Kompromiss zwischen sicherer Abtastung und möglichst geringer mechanischer Belastung.
Warum ist die richtige Auflagekraft so wichtig?
Eine korrekt eingestellte Auflagekraft beeinflusst mehrere Bereiche gleichzeitig. Dazu gehören unter anderem die Abtastsicherheit, Verzerrungen, Kanaltrennung und letztlich auch die Lebensdauer von Schallplatte und Abtastnadel. Besonders wichtig ist dabei ein Punkt: Weniger Auflagekraft ist nicht automatisch besser für die Schallplatte. Wird die Auflagekraft zu niedrig eingestellt, kann die Nadel den Kontakt zur Rille teilweise verlieren. Dadurch bewegt sie sich unkontrollierter innerhalb der Rille, was im schlimmsten Fall sogar eine höhere punktuelle Belastung verursachen kann.
Zu niedrige Auflagekraft
Ist die Auflagekraft zu gering, können unter anderem folgende Symptome auftreten:
- Verzerrungen bei lauten Passagen
- unsaubere oder scharfe Höhen
- Kanalungleichheiten
- schlechte Abtastung
- Springen der Nadel
- erhöhte Gefahr von Fehltracking
Insbesondere bei dynamischer Musik oder stark ausgesteuerten Platten kann sich eine zu niedrige Auflagekraft deutlich bemerkbar machen.
Zu hohe Auflagekraft
Auch das andere Extrem ist problematisch. Liegt die Nadel mit deutlich mehr Kraft in der Rille, als vom Hersteller vorgesehen, werden Nadel und Schallplatte unnötig stark mechanisch belastet. Außerdem kann sich das Verhalten des Nadelträgers verändern. Dadurch kann sich beispielsweise die Geometrie des Tonabnehmers während der Wiedergabe ungünstig verändern. Eine höhere Auflagekraft ist daher kein Mittel, um grundsätzlich eine bessere Abtastung zu erreichen.
Welche Auflagekraft benötigt mein Tonabnehmer?
Bevor man die Auflagekraft beim Plattenspieler einstellt, sollte man zunächst herausfinden, welchen Wert der Tonabnehmer-Hersteller empfiehlt.
Die entsprechende Angabe findet sich normalerweise:
- in der Bedienungsanleitung,
- auf der Produktseite des Herstellers,
- in den technischen Daten des Tonabnehmers,
- auf der Verpackung oder
- in der Dokumentation des Plattenspielers.
Oft geben Hersteller nicht nur einen einzelnen Wert, sondern einen Bereich an. Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:
Empfohlene Auflagekraft: 1,8 bis 2,2 g
Zusätzlich kann ein optimaler Wert angegeben sein, beispielsweise:
Empfohlen: 2,0 g
In diesem Fall sollte man zunächst mit den empfohlenen 2,0 Gramm beginnen.
Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen: Was wird benötigt?
Bei vielen Plattenspielern lässt sich die Auflagekraft ohne zusätzliches Werkzeug einstellen. Dafür benötigt man lediglich das verstellbare Gegengewicht am Tonarm. Für eine möglichst genaue Kontrolle empfiehlt sich allerdings eine digitale Tonarmwaage beziehungsweise Tonabnehmerwaage. Diese kleinen Waagen messen direkt die tatsächliche Auflagekraft der Nadel. Damit lässt sich anschließend überprüfen, ob die Skala des Gegengewichts tatsächlich korrekt eingestellt ist.
Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen: Schritt für Schritt
Die genaue Vorgehensweise kann sich abhängig vom Tonarm geringfügig unterscheiden. Bei den meisten klassischen, statisch ausbalancierten Tonarmen funktioniert die Einstellung jedoch nach demselben Prinzip.
Schritt 1: Plattenspieler waagerecht aufstellen
Bevor die Auflagekraft eingestellt wird, sollte der Plattenspieler möglichst exakt waagerecht stehen. Eine schiefe Aufstellung kann die Kräfte am Tonarm verändern und außerdem die Funktion des Antiskatings beeinflussen. Eine kleine Wasserwaage kann deshalb bei der Aufstellung hilfreich sein.
Schritt 2: Plattenspieler ausschalten
Während der Justierung sollte sich der Plattenteller nicht drehen. Am besten wird der Plattenspieler vollständig ausgeschaltet. Dadurch verhindert man außerdem, dass der Tonarm versehentlich auf einen laufenden Plattenteller abgesenkt wird.
Schritt 3: Nadelschutz entfernen
Falls der Tonabnehmer einen abnehmbaren oder klappbaren Nadelschutz besitzt, entferne ihn für die Balance des Tonarms beziehungsweise klappe ihn hoch. Der Grund ist einfach: Der Nadelschutz besitzt selbst ein geringes Gewicht und würde deshalb die Balance des Tonarms beeinflussen. Dabei ist allerdings besondere Vorsicht erforderlich, da die empfindliche Nadel nun ungeschützt ist.
Schritt 4: Antiskating auf null stellen
Vor dem Ausbalancieren des Tonarms sollte das Antiskating zunächst auf 0 gestellt werden. Dadurch wirkt während der Grundeinstellung möglichst keine zusätzliche seitliche Kraft auf den Tonarm. Das Antiskating wird erst nach der Einstellung der Auflagekraft wieder eingestellt.
Schritt 5: Tonarm aus der Halterung nehmen
Löse anschließend die Tonarmverriegelung und bringe den Tonarm vorsichtig in den Bereich über dem Plattenteller. Halte ihn dabei zunächst mit einer Hand fest. Bei einem Tonarm mit Lift sollte der Lift für die eigentliche Balance abgesenkt sein, damit der Tonarm frei schweben kann.
Schritt 6: Tonarm mit dem Gegengewicht ausbalancieren
Nun wird das Gegengewicht am hinteren Ende des Tonarms gedreht beziehungsweise verschoben. Das Ziel besteht darin, einen Zustand zu erreichen, in dem der Tonarm waagerecht frei schwebt. Die Nadel darf dabei weder nach unten auf den Plattenteller sinken noch sollte das hintere Ende des Tonarms deutlich nach unten zeigen. Im Idealfall befindet sich das Tonarmrohr ungefähr parallel zur Oberfläche des Plattentellers.
Dieser Vorgang wird auch als Nullbalance des Tonarms bezeichnet.
Schritt 7: Skala des Gegengewichts auf 0 stellen
Ist der Tonarm ausbalanciert, wird er vorsichtig wieder in seine Halterung gelegt und gesichert. Nun kommt ein entscheidender Schritt. Bei vielen Gegengewichten besteht der vordere Zahlenring aus einer beweglichen Skala. Diese kann unabhängig vom eigentlichen Gewicht gedreht werden. Halte das Gegengewicht deshalb fest und drehe nur den Skalenring auf die Position 0.
Wichtig: Das Gegengewicht selbst darf sich dabei möglichst nicht bewegen. Andernfalls geht die zuvor eingestellte Balance verloren.
Schritt 8: Gewünschte Auflagekraft einstellen
Jetzt wird das gesamte Gegengewicht gedreht. Wenn der Tonabnehmer beispielsweise eine empfohlene Auflagekraft von 2,0 Gramm besitzt, wird das Gegengewicht so lange gedreht, bis die Markierung am Tonarm auf 2,0 zeigt. Während sich das Gegengewicht bewegt, wandert es näher in Richtung Tonarmlager. Dadurch entsteht die gewünschte Kraft an der Nadel.
Die Auflagekraft ist nun grundsätzlich eingestellt.
Auflagekraft mit einer Tonarmwaage kontrollieren
Auch wenn die Skala am Gegengewicht einen bestimmten Wert anzeigt, muss dieser nicht zwangsläufig hundertprozentig stimmen. Fertigungstoleranzen, unterschiedliche Tonabnehmer oder Veränderungen am Headshell können zu geringfügigen Abweichungen führen.
Wer die Auflagekraft möglichst genau einstellen möchte, sollte deshalb eine digitale Tonarmwaage verwenden.
So wird eine digitale Tonarmwaage verwendet
Zunächst wird die Waage auf den Plattenteller beziehungsweise möglichst auf Höhe der Plattenoberfläche gestellt. Anschließend wird sie eingeschaltet und auf 0,00 g tariert. Nun wird der Tonarm vorsichtig abgesenkt, sodass die Nadel auf der dafür vorgesehenen Messfläche der Waage liegt. Das Display zeigt anschließend die tatsächliche Auflagekraft an. Zeigt die Waage beispielsweise 1,82 Gramm, obwohl 2,0 Gramm benötigt werden, muss das Gegengewicht etwas weiter in Richtung Tonarmlager gedreht werden. Anschließend wird erneut gemessen.
Dieser Vorgang wird wiederholt, bis der gewünschte Wert erreicht ist.
Wie genau muss die Auflagekraft eingestellt werden?
Man muss sich nicht von jeder Abweichung im Hundertstel-Gramm-Bereich verunsichern lassen. Wenn der Hersteller beispielsweise 2,0 Gramm empfiehlt, ist eine Messung von 1,99 oder 2,01 Gramm in der Praxis normalerweise vollkommen unproblematisch. Wesentlich wichtiger ist, dass die Auflagekraft innerhalb des vom Hersteller vorgesehenen Bereichs liegt.
Eine digitale Waage mit einer Auflösung von 0,01 Gramm bietet trotzdem einen angenehmen Komfort, da sich die Einstellung damit sehr gut kontrollieren lässt.
Wo sollte man innerhalb des empfohlenen Bereichs beginnen?
Gibt ein Hersteller beispielsweise eine Auflagekraft von 1,8 bis 2,2 Gramm an und nennt keinen anderen bevorzugten Wert, bietet sich häufig zunächst die Mitte des Bereichs an. In diesem Beispiel wären das 2,0 Gramm. Einige Hersteller nennen allerdings zusätzlich einen ausdrücklich empfohlenen Wert. Dieser sollte grundsätzlich Vorrang haben.
Bei Abtastproblemen sollte man außerdem nicht einfach außerhalb des zulässigen Bereichs gehen. Stattdessen sollten zunächst Tonabnehmerjustage, Nadelzustand, Antiskating und Aufstellung kontrolliert werden.
Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen – anschließend das Antiskating einstellen
Nachdem die Auflagekraft korrekt eingestellt wurde, sollte auch das Antiskating angepasst werden. Beim Abspielen einer Schallplatte entstehen Kräfte, die den Tonarm in Richtung Plattenmitte ziehen. Das Antiskating erzeugt eine Gegenkraft und soll dadurch eine möglichst gleichmäßige Belastung beider Rillenflanken ermöglichen. Bei vielen Plattenspielern gilt als Grundeinstellung:
Antiskating ungefähr entsprechend der Auflagekraft einstellen.
Bei einer Auflagekraft von 2,0 Gramm würde man das Antiskating also zunächst auf ungefähr 2 stellen. Allerdings sind die Skalen vieler Antiskating-Systeme lediglich Näherungswerte. Je nach Tonarm, Nadelschliff und Konstruktion kann eine feinere Einstellung sinnvoll sein.
Muss die Auflagekraft bei einem neuen Tonabnehmer erneut eingestellt werden?
Ja. Wird der Tonabnehmer gewechselt, sollte die Auflagekraft grundsätzlich neu eingestellt werden.
Tonabnehmer besitzen unterschiedliche Gewichte. Deshalb verändert bereits ein relativ kleiner Gewichtsunterschied die Balance des Tonarms.
Das gilt ebenfalls, wenn beispielsweise:
- das Headshell gewechselt wird,
- zusätzliche Headshell-Gewichte montiert werden,
- ein anderer Tonabnehmer montiert wird,
- Bauteile am Tonkopf verändert werden.
Nach solchen Änderungen sollte der Tonarm erneut ausbalanciert und anschließend die korrekte Auflagekraft eingestellt werden.
Sollte man die Auflagekraft regelmäßig kontrollieren?
Eine tägliche oder wöchentliche Kontrolle ist normalerweise nicht erforderlich. Dennoch kann es sinnvoll sein, den Wert gelegentlich mit einer digitalen Tonarmwaage zu überprüfen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Plattenspieler bewegt wurde oder wenn plötzlich Abtastprobleme auftreten. Eine erneute Kontrolle empfiehlt sich außerdem nach Arbeiten am Tonarm oder Tonabnehmer.
Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen – typische Fehler beim Einstellen der Auflagekraft
Obwohl die Einstellung grundsätzlich einfach ist, treten einige Fehler besonders häufig auf.
Die Skala wird auf null gestellt, ohne den Tonarm auszubalancieren
Die Zahl 0 auf dem Gegengewicht bedeutet nicht automatisch, dass keine Auflagekraft vorhanden ist. Zunächst muss der Tonarm tatsächlich frei ausbalanciert werden. Erst danach wird die Skala auf null gesetzt.
Gegengewicht und Skala werden verwechselt
Bei vielen Tonarmen lassen sich der Skalenring und das komplette Gegengewicht unabhängig voneinander bewegen. Beim Nullsetzen wird lediglich die Skala gedreht. Beim anschließenden Einstellen der Auflagekraft dagegen wird das gesamte Gegengewicht bewegt.
Antiskating bleibt beim Ausbalancieren eingeschaltet
Ist das Antiskating bereits aktiv, kann es beim freien Schweben des Tonarms eine seitliche Kraft erzeugen. Deshalb sollte es zunächst auf null stehen und erst nach der Einstellung der Auflagekraft angepasst werden.
Die niedrigste mögliche Auflagekraft wird gewählt
Manche Vinyl-Fans gehen davon aus, dass eine möglichst geringe Auflagekraft automatisch die Schallplatte schont. Das ist jedoch ein Irrtum. Ist die Auflagekraft zu gering, kann die Nadel schlechter der Rille folgen und teilweise den Kontakt verlieren. Dadurch entstehen Verzerrungen und möglicherweise eine zusätzliche mechanische Belastung. Der vom Hersteller angegebene Bereich sollte deshalb eingehalten werden.
Was tun, wenn die Nadel trotz korrekter Auflagekraft springt?
Springt die Nadel trotz korrekt eingestellter Auflagekraft, sollte man nicht automatisch das Gegengewicht weiter erhöhen. Stattdessen kommen verschiedene Ursachen infrage. Dazu gehören beispielsweise eine verschmutzte Nadel, eine beschädigte Schallplatte, ein falsch eingestelltes Antiskating oder eine nicht korrekt ausgerichtete Tonabnehmergeometrie. Auch ein instabiler Standort kann Probleme verursachen. Steht der Plattenspieler beispielsweise auf einem Boden oder Möbelstück, das stark auf Schritte reagiert, können Erschütterungen auf den Tonarm übertragen werden.
Auflagekraft, Tonabnehmerjustage und Antiskating gehören zusammen
Eine perfekt eingestellte Auflagekraft allein garantiert noch keine optimale Wiedergabe. Bei einem klassischen HiFi-Plattenspieler müssen mehrere mechanische Parameter zusammenpassen.
Dazu gehören vor allem:
Tonabnehmerausrichtung → Auflagekraft → Antiskating
Bei höhenverstellbaren Tonarmen können zusätzlich die Tonarmhöhe beziehungsweise der vertikale Abtastwinkel eine Rolle spielen. Wer einen neuen Tonabnehmer montiert, sollte deshalb nicht nur die Auflagekraft kontrollieren, sondern die komplette Tonabnehmerjustage durchführen.
Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen – lohnt sich eine digitale Tonarmwaage?
Für Vinyl-Hörer, die regelmäßig Tonabnehmer wechseln oder ihren Plattenspieler selbst justieren, gehört eine Tonarmwaage zu den sinnvollsten kleinen Hilfsmitteln. Sie ist einfach zu verwenden und ermöglicht es, die tatsächliche Auflagekraft unabhängig von der Skala des Tonarms zu überprüfen. Auch bei fest montierten Tonabnehmern kann eine gelegentliche Kontrolle sinnvoll sein. Wer seinen Plattenspieler lediglich einmal einrichtet und dessen Tonabnehmer anschließend jahrelang nicht verändert, kommt dagegen häufig auch mit der integrierten Skala des Gegengewichts aus.
Fazit: Auflagekraft beim Plattenspieler richtig einstellen ist einfacher als gedacht
Die Auflagekraft beim Plattenspieler richtig einzustellen, gehört zu den wichtigsten Grundlagen der Plattenspielerjustage. Gleichzeitig ist der Vorgang bei den meisten klassischen Tonarmen mit verstellbarem Gegengewicht schnell erledigt. Zunächst wird das Antiskating auf null gestellt. Anschließend wird der Tonarm so ausbalanciert, dass er frei waagerecht schwebt. Danach setzt man die Skala des Gegengewichts auf null und dreht schließlich das gesamte Gegengewicht auf den vom Tonabnehmer-Hersteller empfohlenen Wert.
Wer möglichst genau arbeiten möchte, kontrolliert die Einstellung anschließend mit einer digitalen Tonarmwaage. Besonders wichtig ist jedoch, nicht nach dem Prinzip „weniger ist besser“ vorzugehen. Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Auflagekraft kann Nachteile verursachen. Am zuverlässigsten arbeitet der Tonabnehmer deshalb innerhalb des vom Hersteller vorgesehenen Bereichs.
Ist die Auflagekraft korrekt eingestellt und anschließend auch das Antiskating angepasst, sind wichtige Voraussetzungen für eine saubere Abtastung, geringe Verzerrungen und eine möglichst schonende Vinyl-Wiedergabe erfüllt.
FAQ: Häufige Fragen zur Auflagekraft beim Plattenspieler
Wie viel Gramm Auflagekraft braucht ein Plattenspieler?
Die benötigte Auflagekraft hängt nicht vom Plattenspieler allein, sondern vor allem vom verwendeten Tonabnehmer ab. Viele moderne HiFi-Systeme arbeiten ungefähr zwischen 1,5 und 2,5 Gramm. Entscheidend ist jedoch immer die Herstellerangabe des Tonabnehmers.
Sind 2 Gramm Auflagekraft zu viel?
Nein, sofern der Hersteller des Tonabnehmers etwa 2 Gramm empfiehlt. Für viele Tonabnehmer ist dieser Wert vollkommen normal. Problematisch wäre eine Auflagekraft von 2 Gramm nur dann, wenn der Hersteller beispielsweise maximal 1,5 Gramm vorsieht.
Ist eine niedrige Auflagekraft besser für Schallplatten?
Nicht unbedingt. Eine zu niedrige Auflagekraft kann dazu führen, dass die Nadel den Kontakt zur Plattenrille nicht zuverlässig hält. Dadurch entstehen Fehltracking und Verzerrungen. Deshalb sollte die vom Hersteller empfohlene Auflagekraft eingehalten werden.
Wie stelle ich die Auflagekraft am Plattenspieler ein?
Zunächst wird das Antiskating auf null gestellt. Danach wird der Tonarm mithilfe des Gegengewichts waagerecht ausbalanciert. Anschließend setzt man die Skala auf null und dreht das komplette Gegengewicht auf die vom Tonabnehmer-Hersteller empfohlene Auflagekraft.
Brauche ich eine Tonarmwaage?
Unbedingt erforderlich ist sie nicht, sofern der Tonarm über eine zuverlässige Skala verfügt. Eine digitale Tonarmwaage ermöglicht jedoch eine deutlich genauere Kontrolle und ist besonders bei einem Tonabnehmerwechsel empfehlenswert.
Was passiert bei zu hoher Auflagekraft?
Eine deutlich zu hohe Auflagekraft erhöht die mechanische Belastung von Nadel und Plattenrille. Außerdem kann sich die Position des Nadelträgers verändern. Deshalb sollte die vom Hersteller angegebene maximale Auflagekraft nicht überschritten werden.
Was passiert bei zu niedriger Auflagekraft?
Bei einer zu niedrigen Auflagekraft kann die Nadel der Rillenmodulation nicht mehr zuverlässig folgen. Dadurch können Verzerrungen, Springen oder andere Abtastprobleme entstehen.
Muss ich nach der Auflagekraft auch das Antiskating einstellen?
Ja. Nachdem du die Auflagekraft eingestellt hast, passt du anschließend das Antiskating an.. Als Ausgangspunkt wird bei vielen Plattenspielern ungefähr derselbe Zahlenwert wie bei der Auflagekraft verwendet.
Muss die Auflagekraft nach einem Tonabnehmerwechsel neu eingestellt werden?
Ja. Unterschiedliche Tonabnehmer besitzen unterschiedliche Gewichte und benötigen außerdem unterschiedliche Auflagekräfte. Deshalb sollte der Tonarm nach jedem Tonabnehmerwechsel erneut ausbalanciert und eingestellt werden.
Kann ich die Auflagekraft einfach erhöhen, wenn die Nadel springt?
Nicht pauschal. Prüfe zunächst, ob die Auflagekraft tatsächlich innerhalb des vom Hersteller empfohlenen Bereichs liegt.. Außerdem können eine verschmutzte Nadel, eine beschädigte Schallplatte, falsches Antiskating, eine fehlerhafte Tonabnehmerjustage oder Erschütterungen für das Springen verantwortlich sein.


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