Wer seinen Plattenspieler aufrüsten oder einen neuen Tonabnehmer kaufen möchte, stößt sehr schnell auf zwei Abkürzungen: MM und MC. Beide Systeme erfüllen grundsätzlich dieselbe Aufgabe. Sie wandeln die mechanischen Bewegungen der Abtastnadel in ein elektrisches Audiosignal um. Technisch geschieht das jedoch auf unterschiedliche Weise.
Doch welcher MM oder MC Tonabnehmer passt besser zum eigenen Plattenspieler? Ist ein MC-System automatisch hochwertiger? Kann jeder Plattenspieler mit einem MC-Tonabnehmer betrieben werden? Und weshalb spielt plötzlich auch der Phono-Vorverstärker eine entscheidende Rolle?
In diesem Tutorial erklären wir die Unterschiede zwischen Moving Magnet und Moving Coil und zeigen, worauf du bei Tonarm, Phono-Preamp, Ausgangsspannung, Auflagekraft und Folgekosten achten solltest.
Kurzinfo auf einen Blick
MM-Tonabnehmer sind vergleichsweise unkompliziert, liefern einen relativ hohen Ausgangspegel und besitzen häufig austauschbare Nadeln. MC-Systeme arbeiten mit bewegten Spulen und stellen insbesondere als Low-Output-MC höhere Anforderungen an den Phono-Preamp. Welches System besser passt, hängt deshalb nicht nur vom Preis ab, sondern auch von Tonarm, Phonostufe und gewünschtem Aufwand.
Was macht der Tonabnehmer eines Plattenspielers?
Der Tonabnehmer sitzt am vorderen Ende des Tonarms. Seine Abtastnadel folgt den winzigen Auslenkungen der Schallplattenrille. Diese mechanischen Bewegungen müssen anschließend in ein elektrisches Signal umgewandelt werden.
Genau hier kommen MM und MC ins Spiel. Beide arbeiten nach einem elektromagnetischen Prinzip. Der wesentliche Unterschied besteht darin, welcher Teil des elektromagnetischen Generators bewegt wird. Bei Moving Magnet bewegt sich ein Magnet gegenüber feststehenden Spulen. Bei Moving Coil bewegen sich dagegen kleine Spulen innerhalb des Magnetfeldes eines feststehenden Magneten. Dieser zunächst unscheinbare konstruktive Unterschied beeinflusst unter anderem Ausgangsspannung, elektrische Eigenschaften, benötigte Phono-Vorstufe und häufig auch den Preis.
Was bedeutet MM beim Tonabnehmer?
MM steht für Moving Magnet, also „bewegter Magnet“. Bei diesem Prinzip sitzt am Nadelträger ein sehr kleiner Magnet. Bewegt sich die Nadel entsprechend der Schallplattenrille, bewegt sich auch dieser Magnet zwischen feststehenden Spulen. Dadurch wird eine elektrische Spannung erzeugt.
MM-Systeme gehören zu den am weitesten verbreiteten Tonabnehmern für klassische HiFi-Plattenspieler.
Das hat praktische Gründe.
Sie erzeugen üblicherweise ein vergleichsweise kräftiges Ausgangssignal, sodass die Anforderungen an den Phono-Vorverstärker moderat bleiben. Viele Verstärker mit eingebautem PHONO-Eingang sind deshalb zunächst für MM-Tonabnehmer ausgelegt. Wie der Phono-Vorverstärker das extrem schwache Tonabnehmersignal verstärkt, erklären wir ausführlich in unserem Tutorial Was ist ein Phono-Preamp? Plattenspieler richtig am Verstärker anschließen. Ein MM-Tonabnehmer liefert typischerweise bereits mehrere Millivolt, während klassische Low-Output-MC-Systeme erheblich niedrigere Spannungen erzeugen können.
Ein großer MM-Vorteil: häufig austauschbare Nadel
Ein weiterer praktischer Vorteil vieler MM-Systeme ist die austauschbare Nadeleinheit. Ist die Abtastnadel verschlissen oder beschädigt, muss deshalb häufig nicht der komplette Tonabnehmer ersetzt werden. Stattdessen lässt sich die Nadeleinheit vom Tonabnehmerkörper abziehen und durch eine passende Ersatznadel ersetzen. Ortofon beschreibt dieses Prinzip beispielsweise ausdrücklich für seine MM-Systeme. Je nach Tonabnehmer-Serie lässt sich auf diesem Weg teilweise sogar auf einen höherwertigen Nadelschliff wechseln, ohne den kompletten Tonabnehmer zu ersetzen.
Das macht MM gerade für Einsteiger und Vinyl-Hörer attraktiv, die Wartungs- und Folgekosten überschaubar halten möchten.
Was bedeutet MC beim Tonabnehmer?
MC steht für Moving Coil, also „bewegte Spule“. Hier wird das Prinzip praktisch umgedreht. Der Magnet bleibt fest, während sehr kleine Spulen mit dem Nadelträger verbunden sind und sich innerhalb des Magnetfeldes bewegen. Da diese Spulen sehr klein und leicht ausgeführt werden können, lässt sich die bewegte Masse des Generators gering halten. Daraus ergeben sich konstruktive Möglichkeiten für eine sehr präzise Abtastung.
Allerdings sollte daraus nicht die einfache Gleichung „MC klingt grundsätzlich besser als MM“ abgeleitet werden. Die Qualität eines Tonabnehmers hängt nicht allein vom Generatorprinzip ab. Nadelschliff, Nadelträger, Gehäuse, Generator, Tonarm, Justage, Phono-Vorstufe und letztlich die gesamte HiFi-Anlage spielen ebenfalls eine Rolle. Ein hochwertiges MM-System kann deshalb in einer gut abgestimmten Anlage sinnvoller sein als ein MC-Tonabnehmer, der elektrisch oder mechanisch nicht zum restlichen Setup passt.
Warum benötigt ein MC-Tonabnehmer häufig einen anderen Phono-Preamp?
Hier liegt einer der wichtigsten praktischen Unterschiede. Viele klassische MC-Systeme sind sogenannte Low-Output-MC-Tonabnehmer. Sie erzeugen eine deutlich niedrigere Ausgangsspannung als typische MM-Systeme. Der Phono-Vorverstärker muss dieses ohnehin winzige Signal deshalb erheblich stärker verstärken. Gleichzeitig darf er möglichst wenig zusätzliches Rauschen erzeugen.
Ein gewöhnlicher MM-Eingang reicht dafür häufig nicht aus. Wer einen Low-Output-MC-Tonabnehmer verwenden möchte, benötigt deshalb normalerweise einen Phono-Preamp beziehungsweise Phono-Eingang, der ausdrücklich für MC-Systeme ausgelegt ist. Zusätzlich können Eingangsimpedanz und Verstärkung an das verwendete System angepasst werden müssen.
Vor dem Kauf eines MC-Tonabnehmers sollte deshalb unbedingt geprüft werden, ob am Verstärker beispielsweise steht:
PHONO MM
oder
PHONO MM/MC
Diese kleine Beschriftung kann darüber entscheiden, ob ein Tonabnehmer ohne weitere Zusatzgeräte verwendet werden kann.
Die Ausnahme: High-Output-MC
Nicht jeder MC-Tonabnehmer besitzt allerdings einen extrem niedrigen Ausgangspegel. Es gibt sogenannte High-Output-MC-Systeme. Sie kombinieren das Moving-Coil-Prinzip mit einer höheren Ausgangsspannung und können je nach Modell an einem normalen MM-Phono-Eingang betrieben werden. Ein konkretes Beispiel ist der Ortofon MC-1 Turbo. Der Hersteller gibt eine Ausgangsspannung von 3,3 mV an und sieht das System ausdrücklich für Phono-Vorstufen vor, die normalerweise für MM-Tonabnehmer ausgelegt sind. Deshalb reicht die Bezeichnung „MC“ allein noch nicht für die Wahl des richtigen Phono-Preamps.
Entscheidend sind immer die technischen Daten des konkreten Tonabnehmers.
MM oder MC Tonabnehmer: die wichtigsten Unterschiede
| Eigenschaft | MM – Moving Magnet | MC – Moving Coil |
|---|---|---|
| Bewegtes Element | Magnet | Spulen |
| Ausgangsspannung | meist vergleichsweise hoch | bei Low-Output-MC deutlich niedriger |
| Phono-Preamp | häufig normaler MM-Eingang | Low-Output-MC benötigt geeigneten MC-Eingang |
| Ersatznadel | bei vielen Modellen austauschbar | häufig nicht separat austauschbar |
| Anschaffung | häufig günstiger Einstieg | oftmals teurer |
| Einrichtung | vergleichsweise unkompliziert | häufig höhere Anforderungen an Abstimmung |
| Einsatzgebiet | Einsteiger bis High-End | vor allem ambitionierte HiFi-Systeme |
| Sonderform | – | High-Output-MC kann teilweise MM-Eingänge nutzen |
Die Tabelle beschreibt typische Eigenschaften. Entscheidend bleiben jedoch immer die Herstellerangaben des konkreten Tonabnehmers.
Ist MC klanglich besser als MM?
Diese Frage taucht fast zwangsläufig auf. Technisch bietet das Moving-Coil-Prinzip einige interessante Voraussetzungen. Die sehr kleinen bewegten Spulen können eine geringe bewegte Masse ermöglichen. Hersteller hochwertiger MC-Systeme nutzen diese Konstruktion unter anderem mit dem Ziel einer besonders präzisen Abtastung.
Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder MC-Tonabnehmer automatisch besser klingt als jedes MM-System. Ein hochwertiges MM mit einem guten Line-Contact-, Fine-Line- oder MicroLine-Schliff kann bereits eine sehr hohe Abtastqualität bieten. Gleichzeitig kann ein teures MC-System sein Potenzial kaum ausspielen, wenn Tonarm, Phono-Preamp oder Justage nicht dazu passen.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht allein nach dem Generatorprinzip getroffen werden. Das Gesamtsystem ist wichtiger als die beiden Buchstaben MM oder MC.
Der Phono-Preamp muss zum Tonabnehmer passen
Bei der Wahl zwischen MM und MC sollte deshalb die vorhandene Phono-Stufe zu den ersten Kontrollpunkten gehören. Ein MM-Tonabnehmer benötigt einen passenden MM-Eingang. Ein Low-Output-MC benötigt dagegen entsprechend mehr Verstärkung und eine geeignete Eingangsimpedanz. Hochwertige externe Phono-Vorverstärker ermöglichen häufig eine Umschaltung zwischen MM und MC. Teilweise lassen sich zusätzlich Gain, Impedanz und Kapazität konfigurieren.
Damit kann die Vorstufe wesentlich genauer auf den verwendeten Tonabnehmer abgestimmt werden. Der Phono-Preamp übernimmt außerdem die für Schallplatten notwendige Entzerrung. Warum die Wiedergabe ohne diese Frequenzkorrektur dünn und bassarm klingen würde, erklären wir im Tutorial Was bedeutet RIAA beim Plattenspieler?. MM und MC benötigen grundsätzlich beide diese RIAA-Entzerrung; ihre unterschiedlichen Ausgangspegel stellen jedoch unterschiedliche Anforderungen an die Verstärkung.
Passt jeder MM- oder MC-Tonabnehmer auf jeden Tonarm?
Nein.
Selbst wenn der Tonabnehmer mechanisch montiert werden kann und elektrisch zum Phono-Preamp passt, muss auch der Tonarm berücksichtigt werden. Dabei spielen insbesondere das Gewicht des Tonabnehmers, die effektive Masse des Tonarms und die sogenannte Compliance eine Rolle. Die Compliance beschreibt vereinfacht gesagt die mechanische Nachgiebigkeit des Nadelträgersystems. Tonarm und Tonabnehmer bilden gemeinsam ein schwingfähiges mechanisches System. Deshalb sollten effektive Tonarmmasse und Compliance zueinander passen. Ortofon nennt für die Resonanzfrequenz des gesamten Tonarm-Tonabnehmer-Systems einen Bereich von etwa 7 bis 12 Hz als sinnvoll.
Für viele typische Plattenspieler-Tonabnehmer-Kombinationen stellt das in der Praxis kein großes Problem dar. Wer jedoch einen besonders leichten oder schweren Tonarm mit einem ungewöhnlich hart oder weich aufgehängten Tonabnehmer kombinieren möchte, sollte die Herstellerangaben genauer prüfen.
Auch das Tonabnehmergewicht muss passen
Der Tonarm muss den Tonabnehmer außerdem mit seinem Gegengewicht korrekt ausbalancieren können. Ist das System deutlich schwerer oder leichter als vom Tonarm vorgesehen, lässt sich möglicherweise keine korrekte Auflagekraft mehr einstellen. Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden, für welchen Gewichtsbereich der Tonarm beziehungsweise das Gegengewicht ausgelegt ist.
Nach dem Tonabnehmerwechsel muss neu justiert werden
Ein neuer Tonabnehmer ist keine reine Plug-and-play-Komponente – zumindest nicht bei klassischen Tonarmen mit austauschbarem System. Nach dem Wechsel sollten Tonabnehmerausrichtung, Tonarmbalance, Auflagekraft und Antiskating kontrolliert beziehungsweise neu eingestellt werden. Die vorgeschriebene Auflagekraft hängt vom jeweiligen Tonabnehmer ab. Selbst zwei äußerlich ähnliche Systeme können unterschiedliche Werte benötigen.
Wie du den Tonarm korrekt ausbalancierst und anschließend die richtige Kraft einstellst, zeigen wir Schritt für Schritt im Ratgeber Auflagekraft beim Plattenspieler einstellen.
Erst danach wird das Antiskating angepasst. Auch dazu findest du bei uns einen ausführlichen Beitrag: Was ist Antiskating beim Plattenspieler?.
Auflagekraft und Antiskating sollten immer als Teil der kompletten Tonabnehmerjustage betrachtet werden.
Ein weiterer Unterschied: Was passiert bei einer verschlissenen Nadel?
Dieser Punkt sollte bei der Kaufentscheidung nicht unterschätzt werden. Bei vielen MM-Systemen lässt sich die Nadeleinheit separat austauschen. Das Tonabnehmergehäuse bleibt montiert und lediglich Stylus beziehungsweise Nadeleinschub wird ersetzt. Bei klassischen MC-Tonabnehmern ist das häufig anders. Beispielsweise sind bei Ortofons MC-Systemen die Nadeln nicht als normale austauschbare Nadeleinschübe vorgesehen. Der Hersteller bietet stattdessen für zahlreiche Modelle einen Austauschservice an. Damit unterscheiden sich auch die langfristigen Betriebskosten. Ein vermeintlich günstiger Einstieg in ein MC-System sollte deshalb nicht nur anhand des Anschaffungspreises bewertet werden. Auch eine spätere Überholung beziehungsweise ein Austausch gehört zur Kostenbetrachtung.
Für wen eignet sich ein MM-Tonabnehmer?
Ein MM-System ist für sehr viele HiFi-Anlagen die unkomplizierteste Lösung. Das gilt insbesondere, wenn der vorhandene Verstärker lediglich einen MM-Phono-Eingang besitzt oder wenn der Tonabnehmer ohne zusätzliche Elektronik betrieben werden soll. Auch für Vinyl-Einsteiger ist MM attraktiv. Eine verschlissene Nadel lässt sich bei vielen Systemen vergleichsweise einfach ersetzen, und die Auswahl reicht von preiswerten Einsteigersystemen bis zu anspruchsvollen HiFi-Tonabnehmern. Ein gutes Beispiel für die breite Verwendung von MM-Systemen findet sich auch in unseren Plattenspieler-Tests. Beim Yamaha TT-S303 Test kommt ab Werk ein MM-Tonabnehmer zum Einsatz. Auch der von uns getestete Dual CS 329 setzt mit dem Audio-Technica AT91 auf ein MM-System und verfolgt damit bewusst einen unkomplizierten Plug-and-play-Ansatz.
Für wen eignet sich ein MC-Tonabnehmer?
MC wird besonders interessant, wenn die übrige HiFi-Kette bereits entsprechend ausgelegt ist und der Tonabnehmer gezielt als Teil eines abgestimmten Systems ausgewählt wird. Dazu gehört zunächst eine passende Phono-Stufe. Bei einem Low-Output-MC sollte sie genügend rauscharme Verstärkung bereitstellen und eine passende Abschlussimpedanz ermöglichen. Außerdem sollten Tonarmmasse und Compliance harmonieren. Wer ohnehin einen hochwertigen externen Phono-Preamp mit umfangreichen Einstellmöglichkeiten besitzt und seinen Plattenspieler sorgfältig justiert, kann deshalb auch ein MC-System sinnvoll integrieren. Ein MC-Tonabnehmer ist dagegen weniger sinnvoll, wenn anschließend noch ein ungeeigneter Phono-Preamp angeschafft oder der Tonarm nur mit Schwierigkeiten angepasst werden kann.
MM oder MC beim Aufrüsten eines Plattenspielers?
Wer lediglich mehr aus seinem bestehenden Plattenspieler herausholen möchte, muss nicht zwangsläufig von MM auf MC wechseln. Oft besteht der einfachere Upgrade-Weg darin, innerhalb einer MM-Serie eine hochwertigere Nadel zu verwenden oder auf einen besseren MM-Tonabnehmer mit anspruchsvollerem Nadelschliff umzusteigen.
Das kann mehrere Vorteile haben:
Der vorhandene MM-Phono-Preamp kann weiterverwendet werden, die Bedienung bleibt unkompliziert und ein späterer Nadeltausch ist häufig weiterhin möglich. Ein Wechsel auf MC ergibt dagegen vor allem dann Sinn, wenn bewusst auch die Phono-Stufe und gegebenenfalls weitere Teile der analogen Wiedergabekette angepasst werden sollen.
MM oder MC Tonabnehmer auswählen: Darauf solltest du achten
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf das gesamte System und nicht nur auf den Tonabnehmer. Entscheidend sind vor allem folgende Fragen:
- Unterstützt mein Phono-Preamp MM, MC oder beide Varianten?
- Welche Ausgangsspannung besitzt der Tonabnehmer?
- Passt sein Gewicht zum Einstellbereich meines Tonarms?
- Harmoniert die Compliance mit der effektiven Tonarmmasse?
- Kann die benötigte Auflagekraft eingestellt werden?
- Ist mir eine einfach austauschbare Nadel wichtig?
- Wie hoch sind Anschaffungs- und spätere Wartungskosten?
Sind diese Punkte geklärt, lässt sich die Auswahl erheblich eingrenzen.
Fazit: MM oder MC – das passende Gesamtsystem entscheidet
Die Frage „MM oder MC Tonabnehmer?“ lässt sich nicht mit einem pauschalen Sieger beantworten.
MM ist für viele Plattenspieler die unkompliziertere Lösung. Die Systeme erzeugen typischerweise einen höheren Ausgangspegel, funktionieren mit sehr vielen integrierten Phono-Eingängen und erlauben bei zahlreichen Modellen einen einfachen Austausch der Nadel.
MC arbeitet mit bewegten Spulen und kann konstruktiv eine sehr geringe bewegte Masse ermöglichen. Insbesondere Low-Output-MC-Systeme stellen jedoch höhere Anforderungen an Phono-Vorverstärkung und elektrische Anpassung. Hinzu kommen häufig höhere Anschaffungs- und Folgekosten.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob auf dem Tonabnehmer MM oder MC steht. Entscheidend ist, wie gut Tonabnehmer, Tonarm und Phono-Preamp zusammenarbeiten.
Für viele Einsteiger und Mittelklasse-Anlagen ist ein gutes MM-System deshalb keineswegs nur eine Übergangslösung. Wer dagegen eine entsprechend ausgelegte Phonostufe besitzt, den Tonarm exakt abstimmen kann und gezielt weiter in die analoge Wiedergabekette investieren möchte, kann sich auch mit MC beschäftigen.
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FAQ: MM oder MC Tonabnehmer
Was ist besser: MM oder MC?
Keines der beiden Prinzipien ist grundsätzlich besser. MC bietet konstruktiv andere Möglichkeiten als MM, stellt aber häufig höhere Anforderungen an Phono-Preamp und Abstimmung. Ein hochwertiges MM-System kann deshalb die bessere Wahl sein, wenn es optimal zum vorhandenen Plattenspieler und Verstärker passt.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen MM und MC?
Bei MM bewegt sich ein Magnet gegenüber feststehenden Spulen. Bei MC bewegen sich dagegen kleine Spulen innerhalb des Magnetfeldes. Dadurch unterscheiden sich unter anderem Ausgangsspannung und elektrische Anforderungen.
Kann ich einen MC-Tonabnehmer an einen MM-Phono-Eingang anschließen?
Ein klassischer Low-Output-MC normalerweise nicht sinnvoll, da der MM-Eingang zu wenig Verstärkung bereitstellt und elektrisch nicht passend ausgelegt sein kann. Eine Ausnahme sind High-Output-MC-Systeme, die ausdrücklich für MM-Phono-Eingänge vorgesehen sind.
Braucht ein MC-Tonabnehmer immer einen MC-Phono-Preamp?
Nein. High-Output-MC-Systeme können je nach Herstellerangabe auch mit einem MM-Eingang betrieben werden. Bei klassischen Low-Output-MC-Tonabnehmern ist dagegen eine entsprechend geeignete MC-Phonostufe erforderlich.
Kann ich jeden Tonabnehmer an meinen Plattenspieler montieren?
Nicht unbedingt. Neben der mechanischen Befestigung müssen Tonabnehmergewicht, Einstellbereich des Gegengewichts, Tonarmmasse und Compliance berücksichtigt werden.
Kann ich bei einem MM-Tonabnehmer die Nadel wechseln?
Bei sehr vielen MM-Systemen ja. Die Nadeleinheit lässt sich dann separat austauschen, während der Tonabnehmerkörper montiert bleibt. Vor dem Kauf sollte jedoch geprüft werden, ob für das konkrete Modell Ersatznadeln erhältlich sind.
Kann ich bei einem MC-Tonabnehmer die Nadel wechseln?
Bei vielen klassischen MC-Systemen lässt sich die Nadeleinheit nicht einfach vom Nutzer austauschen. Je nach Hersteller wird stattdessen eine Reparatur, ein Retipping oder ein Austauschprogramm angeboten.
Muss ich nach einem Tonabnehmerwechsel die Auflagekraft neu einstellen?
Ja. Der Tonarm sollte nach einem Wechsel neu ausbalanciert werden. Anschließend wird die vom Hersteller vorgeschriebene Auflagekraft eingestellt und danach das Antiskating angepasst.
Benötigen MM und MC unterschiedliche RIAA-Kurven?
Nein. Beide Tonabnehmerprinzipien benötigen grundsätzlich die passende RIAA-Entzerrung. Unterschiede bestehen vor allem bei Ausgangsspannung, Verstärkung und elektrischer Anpassung der Phono-Stufe.
Lohnt es sich, von MM auf MC umzusteigen?
Das hängt von der gesamten Anlage ab. Wer bereits eine passende MC-Phono-Stufe und einen geeigneten Tonarm besitzt, kann MC sinnvoll ausprobieren. Bei vielen Anlagen bringt jedoch auch ein hochwertigeres MM-System oder eine bessere Ersatznadel ein interessantes Upgrade, ohne dass weitere Komponenten ausgetauscht werden müssen.


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