Cypress Hill – Dios Bendiga: Rezension des spanischsprachigen Hip-Hop-Albums

Albumcover von Cypress Hill – Dios Bendiga mit skelettartiger Figur, Federkopfschmuck und gefalteten Händen vor einer Tempelkulisse.

Cypress Hill Dios Bendiga Rezension: Mit „Dios Bendiga“ schlagen Cypress Hill ein neues Kapitel ihrer langen Karriere auf. Zum ersten Mal veröffentlicht die kalifornische Hip-Hop-Gruppe ein komplettes Studioalbum, dessen Texte vollständig auf Spanisch vorgetragen werden. Dabei handelt es sich keineswegs um eine beiläufige Stilübung. Vielmehr begreifen B-Real, Sen Dog und ihre Mitstreiter das Album als bewusste Rückbesinnung auf ihre lateinamerikanischen Wurzeln.

„Dios Bendiga“ erschien am 24. Juli 2026 und umfasst zwölf Titel mit einer Gesamtlaufzeit von rund 37 Minuten. Für die musikalische Leitung war der langjährige Percussionist Eric Bobo verantwortlich, während DJ Flict die Produktion prägte und DJ Lord mit seinen Scratches zusätzliche Old-School-Energie beisteuerte. Außerdem sind zahlreiche Gäste aus der US-amerikanischen und lateinamerikanischen Rap-Szene vertreten.

Die Cypress Hill Dios Bendiga Rezension zeigt, dass die Gruppe ihre Vergangenheit nicht einfach wiederholt. Stattdessen verbindet sie klassischen West-Coast-Hip-Hop, Latin-Rhythmen, Boom-Bap, Reggae und moderne spanischsprachige Rap-Strömungen zu einem kompakten Album über Herkunft, Zusammenhalt, Widerstand und Selbstbehauptung.

Albumcover: Cypress Hill – „Dios Bendiga“, © 2026, Quelle: Spotify, Rechte bei den jeweiligen Rechteinhabern

Cypress Hill: Hip-Hop-Pioniere mit unverwechselbarem Klang

Cypress Hill gehören seit den frühen 1990er-Jahren zu den bekanntesten und einflussreichsten Gruppen des internationalen Hip-Hop. Charakteristisch sind vor allem B-Reals hohe, nasale Rap-Stimme, Sen Dogs kraftvolle und dynamische Einwürfe, schwere Beats und eine oft düstere, leicht psychedelische Atmosphäre.

Bereits auf frühen Veröffentlichungen spielte die lateinamerikanische Identität der Musiker eine wichtige Rolle. Spanische Textpassagen und Songs waren deshalb schon lange Teil des Cypress-Hill-Kosmos. Mit der Compilation „Los Grandes Éxitos en Español“ veröffentlichte die Gruppe 1999 zudem spanischsprachige Versionen mehrerer bekannter Titel. Ein vollständig auf Spanisch aufgenommenes Studioalbum mit neuem Material gab es allerdings bisher nicht.

Genau diese Lücke schließt „Dios Bendiga“. Das Album ist deshalb sowohl musikalische Standortbestimmung als auch kulturelles Statement.

Cypress Hill Dios Bendiga Rezension – Dios Bendiga: Rückkehr zu den kulturellen Wurzeln

Der Titel „Dios Bendiga“ lässt sich sinngemäß mit „Gott segne“ übersetzen. Cypress Hill verstehen das Album als eine Art musikalisches Gebet für ihre Kultur und als Würdigung der Menschen, Gemeinschaften und Traditionen, aus denen die Gruppe hervorgegangen ist.

Dabei richtet sich der Blick nicht ausschließlich zurück. Die zahlreichen Gastauftritte verbinden verschiedene Generationen des Latin-Rap. Neben Weggefährten wie Mellow Man Ace und Sick Jacken treten unter anderem der mexikanische Rapper Alemán, der argentinische Künstler Trueno, Coyote, Poe Leos und La Santa Grifa auf. Dadurch wirkt das Album weniger wie ein nostalgischer Rückblick als vielmehr wie ein Dialog zwischen Rap-Pionieren und jüngeren Künstlern.

Musikalisch dominieren druckvolle Drums, warme Basslinien, lateinamerikanisch gefärbte Percussion, Scratches und vergleichsweise reduzierte Arrangements. Der Sound ist moderner und direkter als die oftmals nebligen Produktionen klassischer Cypress-Hill-Alben. Dennoch bleiben die Stimmen von B-Real und Sen Dog sofort wiedererkennbar.

Cypress Hill – Dios Bendiga: Alle Songs in der Einzelkritik

1. Wacha Trucha feat. Alemán

„Wacha Trucha“ eröffnet das Album mit einer eindringlichen Warnung. Der umgangssprachliche Titel fordert sinngemäß dazu auf, aufmerksam zu bleiben und die Umgebung genau zu beobachten. Entsprechend angespannt und kämpferisch wirkt der Einstieg.

B-Real und Sen Dog präsentieren sich konzentriert, während Alemán das Stück mit einer jüngeren mexikanischen Rap-Perspektive ergänzt. Der Gastauftritt fühlt sich nicht wie ein nachträglich hinzugefügtes Feature an, sondern wie ein wesentlicher Bestandteil des Songs. Die Stimmen greifen rhythmisch ineinander und schaffen dadurch eine Verbindung zwischen der Geschichte von Cypress Hill und der zeitgenössischen Latin-Rap-Szene.

Als Auftakt funktioniert „Wacha Trucha“ besonders gut, weil der Song das zentrale Thema des Albums sofort vorgibt: Wachsamkeit, kulturelles Selbstbewusstsein und Widerstand.

2. Campeones feat. Mellow Man Ace

Auf „Campeones“ treffen Cypress Hill auf Mellow Man Ace, den Bruder von Sen Dog und ein frühes Mitglied des erweiterten Bandumfelds. Dadurch besitzt der Song eine besondere historische Bedeutung.

Inhaltlich geht es um Erfahrung, Durchhaltevermögen und den Anspruch, sich seinen Platz über Jahrzehnte erarbeitet zu haben. Der Titel „Champions“ wirkt dabei nicht wie eine leere Selbstkrönung. Vielmehr ziehen die Musiker eine Bilanz ihrer langen Karriere und erinnern daran, welchen Anteil Latino-Künstler an der Entwicklung des US-amerikanischen Hip-Hop hatten.

Musikalisch gehört „Campeones“ zu den klassischen Momenten des Albums. Der Beat bleibt geradlinig, die Stimmen stehen deutlich im Vordergrund und die Hook besitzt einen beinahe hymnischen Charakter. Besonders Sen Dogs kraftvolle Betonungen verleihen dem Stück Gewicht.

3. Rosas Verdes

„Rosas Verdes“ rückt Cypress Hill ohne Gastmusiker in den Mittelpunkt. Schon der Titel, der sich mit „grüne Rosen“ übersetzen lässt, spielt unverkennbar mit der jahrzehntelang gepflegten Cannabis-Symbolik der Gruppe.

Allerdings beschränkt sich der Song nicht auf ein bekanntes Cypress-Hill-Motiv. Die grünen Rosen stehen zugleich für etwas Seltenes, Wertvolles und sorgfältig Kultiviertes. Dadurch lässt sich das Stück auch als Metapher auf die Karriere der Band verstehen: Cypress Hill haben ihren unverwechselbaren Stil über Jahrzehnte gepflegt, ohne sich vollständig an kurzfristige Trends anzupassen.

Der reduzierte Aufbau lässt B-Real und Sen Dog viel Raum. Dadurch entsteht einer der unmittelbarsten Titel des Albums. Gleichzeitig erinnert „Rosas Verdes“ daran, dass Humor, Straßenpoesie und Cannabis-Kultur weiterhin untrennbar zur Identität der Gruppe gehören.

4. Run feat. Poe Leos

„Run“ setzt auf eine bedrohlichere Stimmung. Der englische Titel bildet dabei einen bewussten Kontrast zu den spanischen Versen. Inhaltlich wird eine Person gewarnt, die sich besser aus dem Weg machen sollte, bevor eine Situation eskaliert.

Poe Leos bringt eine melodischere und modernere Komponente in den Song. Dadurch unterscheidet sich „Run“ deutlich von den vorherigen Tracks. Während B-Real kontrolliert und beinahe kalt rappt, sorgt Poe Leos für einen weicheren Gegenpol.

Gerade dieser Kontrast macht den Titel interessant. Dennoch wirkt „Run“ im Vergleich zu den prägnantesten Songs des Albums etwas kürzer und skizzenhafter. Die Atmosphäre stimmt, allerdings hätte die musikalische Idee durchaus länger ausgearbeitet werden können.

5. Sueños feat. Coyote

Mit „Sueños“ wird das Album nachdenklicher. Der Titel bedeutet „Träume“, wobei es weniger um romantische Wunschvorstellungen als um Ambition, Aufstieg und das Überwinden gesellschaftlicher Grenzen geht.

Coyote liefert einen der überzeugendsten Gastauftritte des Albums. Seine Stimme ergänzt die bekannten Klangfarben von B-Real und Sen Dog, ohne sich ihnen unterzuordnen. Gemeinsam zeichnen die Rapper das Bild von Menschen, deren Ziele größer sind als die Erwartungen, die von außen an sie gestellt werden.

Der Song verbindet persönliche Motivation mit kollektiver Erfahrung. Deshalb funktioniert „Sueños“ nicht nur als klassischer Erfolgstrack, sondern auch als Botschaft an jüngere Künstler und Hörer: Herkunft kann prägen, muss den eigenen Weg jedoch nicht begrenzen.

6. Estamos Listos

„Estamos Listos“ bedeutet „Wir sind bereit“. Entsprechend selbstbewusst fällt der Song aus. Cypress Hill unterstreichen, dass sie auch nach mehr als drei Jahrzehnten weder müde noch orientierungslos wirken.

Das Stück verzichtet auf einen Gastauftritt und konzentriert sich vollständig auf das Zusammenspiel zwischen B-Real und Sen Dog. Während B-Real seine Zeilen mit präzisem, nasalem Flow vorträgt, setzt Sen Dog energische Akzente. Diese bewährte Rollenverteilung gehört weiterhin zu den größten Stärken der Gruppe.

Musikalisch ist „Estamos Listos“ kompakt und schnörkellos. Der Song will keine neue Klangwelt eröffnen, sondern Haltung vermitteln. Als Abschluss der ersten Albumhälfte erfüllt er diese Funktion ausgesprochen wirkungsvoll.

7. Voló feat. Sick Jacken

„Voló“ eröffnet die zweite Albumhälfte mit einem deutlichen Old-School-Einschlag. Gemeinsam mit Sick Jacken von The Psycho Realm bewegen sich Cypress Hill hier stärker in Richtung klassischer Boom-Bap.

Der Beat wirkt rau, direkt und straßenorientiert. Gleichzeitig erzeugen die Scratches und das rhythmische Zusammenspiel der Stimmen eine Atmosphäre, die an den Hip-Hop der 1990er-Jahre erinnert, ohne bloß wie eine Retro-Kopie zu klingen.

Inhaltlich geht es um Konflikte, das Leben auf der Straße und Erfahrungen, die sich tief in das Bewusstsein eingebrannt haben. Sick Jackens düstere Stimme passt hervorragend zur Produktion. Deshalb gehört „Voló“ zu den stärksten Tracks für Hörer, die Cypress Hill vor allem wegen ihres härteren Sounds schätzen.

8. Saca La Bolsita feat. Trueno

Auf „Saca La Bolsita“ trifft die kalifornische Rap-Legende auf den argentinischen Künstler Trueno. Diese Zusammenarbeit gehört zu den deutlichsten generationenübergreifenden Momenten des Albums.

Trueno bringt einen beweglichen, technisch modernen Flow ein, während B-Real und Sen Dog für die charakteristische Cypress-Hill-Schwere sorgen. Obwohl die Rapper aus unterschiedlichen Generationen und regionalen Szenen stammen, wirkt das Ergebnis überraschend geschlossen.

Das Stück besitzt mehr Tempo und Vorwärtsdrang als viele andere Titel des Albums. Gleichzeitig bleibt die Produktion kompakt genug, damit die Stimmen nicht von unnötigen Effekten verdeckt werden. „Saca La Bolsita“ zeigt besonders überzeugend, wie selbstverständlich Cypress Hill ihren Stil mit aktuellem Latin-Rap verbinden können.

9. No Tengo Miedo feat. Sick Jacken

Sick Jacken ist auch auf „No Tengo Miedo“ vertreten. Der Titel bedeutet „Ich habe keine Angst“ und behandelt Mut, Sterblichkeit und die Bereitschaft, den eigenen Weg trotz aller Risiken weiterzugehen.

Anders als der offensiv kämpferische Titel vermuten lässt, besitzt der Song auch eine nachdenkliche Seite. Die Musiker stellen sich nicht als unverwundbar dar. Vielmehr akzeptieren sie, dass Angst, Verlust und Tod zum Leben gehören, ohne sich davon kontrollieren zu lassen.

Die dunklere Produktion unterstützt diesen ernsten Ton. B-Real klingt konzentriert, Sen Dog verleiht den zentralen Aussagen zusätzliche Wucht und Sick Jacken verstärkt die bedrohliche Atmosphäre. Dadurch zählt „No Tengo Miedo“ zu den inhaltlich gewichtigsten Stücken auf „Dios Bendiga“.

10. Barrios Prendidos feat. La Santa Grifa

„Barrios Prendidos“ richtet den Blick auf die Nachbarschaften und sozialen Räume, aus denen Latin-Rap hervorgegangen ist. Gemeinsam mit La Santa Grifa erzählen Cypress Hill von Loyalität, Konflikten und dem schwierigen Verhältnis zwischen Gemeinschaft und Gewalt.

Der Song romantisiert das Leben im Viertel nicht vollständig. Zwar werden Stolz und Zusammenhalt betont, zugleich bleibt jedoch spürbar, dass dieselben Strukturen auch Auseinandersetzungen und gesellschaftlichen Druck hervorbringen können.

La Santa Grifa fügt sich hervorragend in das raue Klangbild ein. Dadurch bekommt der Titel eine stark mexikanisch geprägte Perspektive, ohne die kalifornische Identität von Cypress Hill zu verdrängen. „Barrios Prendidos“ gehört deshalb zu den kulturell interessantesten Kooperationen des Albums.

11. El Perro Y El Coyote feat. Guapo

„El Perro Y El Coyote“ – „Der Hund und der Kojote“ – arbeitet mit tierischen Bildern, die für Instinkt, Überleben und das Leben außerhalb gesellschaftlicher Sicherheit stehen können.

Gemeinsam mit Guapo entwickeln Cypress Hill einen atmosphärischen Song über Lasten, Schutz und den Wunsch nach innerer Ruhe. Die Figuren des Hundes und des Kojoten lassen sich dabei als unterschiedliche Überlebensstrategien lesen: Der eine sucht Gemeinschaft und Bewachung, während der andere unabhängig und wachsam durch eine feindliche Umgebung zieht.

Der Track zählt nicht zu den unmittelbarsten Stücken des Albums. Allerdings gewinnt er durch seine Bildsprache und die leicht mystische Atmosphäre. Dadurch bereitet er zugleich den Übergang zum entspannteren Abschluss vor.

12. Otra

„Otra“ beendet „Dios Bendiga“ mit einem Reggae-geprägten Groove. Der Titel bedeutet schlicht „noch eine“ oder „eine weitere“ und bezieht sich unverkennbar auf den Wunsch nach einer weiteren Runde beziehungsweise einem weiteren Joint.

Nach den ernsteren Themen der vorherigen Stücke wirkt „Otra“ bewusst gelöst. Die Produktion ist luftiger, der Rhythmus entspannter und die Stimmung beinahe sommerlich. Dennoch bleibt der Song unverkennbar Cypress Hill: Cannabis-Kultur, trockener Humor und lässige Selbstinszenierung treffen auf eine schwere Bassgrundlage.

Als Abschluss ist „Otra“ eine gute Entscheidung, weil das Album nicht mit Pathos oder einer übergroßen Botschaft endet. Stattdessen verabschiedet sich die Gruppe mit jener Mischung aus Gelassenheit und rebellischem Witz, die sie seit ihren frühen Jahren begleitet.

Wie klingt Dios Bendiga?

„Dios Bendiga“ ist ein kompaktes Latin-Hip-Hop-Album, das stärker auf Rhythmus und direkte Rap-Performances als auf ausladende Klangexperimente setzt. Besonders Eric Bobos Percussion und DJ Lords Scratches verleihen den Produktionen eine organische Komponente. Gleichzeitig sorgt DJ Flict für einen modernen, klar konturierten Grundsound.

Die Beats fallen insgesamt weniger psychedelisch aus als auf „Elephants on Acid“ und weniger düster als auf Klassikern wie „III: Temples of Boom“. Stattdessen dominieren trockene Drums, Latin-Percussion, tiefe Bässe und vergleichsweise kurze Arrangements.

Diese Konzentration ist einerseits eine Stärke. Das Album besitzt kaum Leerlauf und bleibt durchgehend zugänglich. Andererseits hätte einigen Songs eine längere instrumentale Entwicklung gutgetan. Mehr ungewöhnliche Samples, atmosphärische Übergänge oder klangliche Experimente hätten „Dios Bendiga“ zusätzliche Tiefe geben können.

Cypress Hill Dios Bendiga Rezension – Die Gastauftritte als Stärke des Albums

Ein großer Teil von „Dios Bendiga“ lebt von seinen Gästen. Allerdings verliert Cypress Hill dadurch nicht die Kontrolle über das eigene Album. Vielmehr dienen die Features als Verbindung zwischen verschiedenen Ländern, Generationen und Ausprägungen des Latin-Rap.

Mellow Man Ace steht für die persönliche und historische Vergangenheit der Gruppe. Sick Jacken bringt die düstere kalifornische Underground-Perspektive ein. Alemán und La Santa Grifa repräsentieren wichtige Teile der mexikanischen Szene, während Trueno den modernen argentinischen Rap vertritt.

Besonders gelungen sind „Wacha Trucha“, „Voló“, „Saca La Bolsita“ und „No Tengo Miedo“. Hier entsteht der Eindruck eines echten Austauschs und nicht bloß einer strategisch zusammengestellten Gästeliste.

Ist Dios Bendiga ein klassisches Cypress-Hill-Album?

Trotz der spanischen Texte bleibt „Dios Bendiga“ klar als Cypress-Hill-Album erkennbar. B-Reals Stimme, Sen Dogs energische Ergänzungen, die Cannabis-Motive, die schweren Grooves und die Mischung aus Bedrohlichkeit und Humor sind weiterhin vorhanden.

Dennoch unterscheidet sich die Platte von den großen Klassikern der Gruppe. Wer die besonders düsteren, samplelastigen Produktionen von DJ Muggs erwartet, muss sich auf einen direkteren und moderneren Sound einstellen. „Dios Bendiga“ konzentriert sich weniger auf psychedelische Klanglandschaften und stärker auf kulturelle Identität, Rap-Technik und Zusammenarbeit.

Gerade deshalb ist das Album mehr als eine spanischsprachige Variante bekannter Cypress-Hill-Ideen. Es besitzt eine eigene Funktion innerhalb der Diskografie.

Fazit zur Cypress Hill Dios Bendiga Rezension

Mit „Dios Bendiga“ liefern Cypress Hill ein selbstbewusstes, kompaktes und kulturell bedeutendes Album ab. Die Entscheidung, erstmals ein vollständiges Studioalbum auf Spanisch aufzunehmen, wirkt nicht wie ein Marketingkonzept. Vielmehr erscheint sie als logische Rückkehr zu einem Teil der eigenen Identität, der schon immer in der Musik der Gruppe vorhanden war.

Besonders überzeugend sind die konzentrierten Rap-Performances von B-Real und Sen Dog sowie die sorgfältig ausgewählten Gäste. „Wacha Trucha“, „Campeones“, „Sueños“, „Voló“, „Saca La Bolsita“ und „No Tengo Miedo“ gehören zu den Höhepunkten. Gleichzeitig sorgt „Otra“ für einen entspannten und typisch humorvollen Abschluss.

Nicht jede Produktion erreicht allerdings die atmosphärische Tiefe der besten Cypress-Hill-Alben. Einige Tracks enden bereits, bevor sich ihre musikalischen Ideen vollständig entfalten können. Außerdem fehlen gelegentlich jene ungewöhnlichen Samples und düsteren Klangdetails, die frühere Werke der Gruppe so unverwechselbar machten.

Trotzdem ist „Dios Bendiga“ weit mehr als ein interessantes Nebenprojekt. Das Album verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Los Angeles und Lateinamerika sowie etablierte Pioniere und jüngere Rap-Generationen. Dadurch entsteht ein Werk, das die Herkunft von Cypress Hill feiert, ohne ausschließlich von Nostalgie zu leben.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Zur offiziellen Seite des Künstlers: https://cypresshill.com/

Cypress Hill Dios Bendiga Rezension – FAQ zu Cypress Hill – Dios Bendiga

Wann erschien Dios Bendiga von Cypress Hill?

„Dios Bendiga“ erschien am 24. Juli 2026 über HYBE Latin America beziehungsweise Zarpazo Records. Das Album enthält zwölf Songs und hat eine Laufzeit von rund 37 Minuten.

Ist Dios Bendiga vollständig auf Spanisch?

Ja. „Dios Bendiga“ ist das erste Cypress-Hill-Studioalbum mit vollständig neuem Material, das komplett auf Spanisch aufgenommen wurde. Zuvor hatte die Gruppe bereits einzelne spanische Songs sowie 1999 die Compilation „Los Grandes Éxitos en Español“ veröffentlicht.

Cypress Hill Dios Bendiga Rezension – Wer hat Dios Bendiga produziert?

DJ Flict fungierte als zentraler Produzent und klanglicher Architekt des Albums. Eric Bobo übernahm die musikalische Leitung und prägte die Percussion-Arrangements, während DJ Lord Live-Scratches beisteuerte.

Welche Gastmusiker sind auf Dios Bendiga vertreten?

Zu den Gästen zählen Alemán, Mellow Man Ace, Poe Leos, Coyote, Sick Jacken, Trueno, La Santa Grifa und Guapo. Sick Jacken ist sowohl auf „Voló“ als auch auf „No Tengo Miedo“ zu hören.

Was sind die besten Songs auf Dios Bendiga?

Zu den stärksten Titeln gehören „Wacha Trucha“, „Campeones“, „Sueños“, „Voló“, „Saca La Bolsita“ und „No Tengo Miedo“. Wer den klassischen Cypress-Hill-Sound bevorzugt, sollte insbesondere „Campeones“ und „Voló“ hören. Für einen moderneren Latin-Rap-Ansatz empfiehlt sich vor allem „Saca La Bolsita“ mit Trueno.

Cypress Hill Dios Bendiga Rezension – Welches Genre hat Dios Bendiga?

Das Album lässt sich hauptsächlich dem Latin-Hip-Hop und West-Coast-Hip-Hop zuordnen. Hinzu kommen Boom-Bap, Gangsta-Rap, lateinamerikanische Percussion und auf „Otra“ deutliche Reggae-Einflüsse.

Ist Dios Bendiga für langjährige Cypress-Hill-Fans geeignet?

Ja, sofern man offen für einen moderneren und vollständig spanischsprachigen Ansatz ist. Die typischen Stimmen, Themen und Grundelemente der Gruppe bleiben erhalten. Allerdings ist die Produktion weniger psychedelisch und samplelastig als auf einigen ihrer klassischen Alben.

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