Yamaha A-S201 Test: Klassischer Vollverstärker mit Phono und 2 x 100 Watt
Der Yamaha A-S201 richtet sich an HiFi-Einsteiger, Vinylfreunde und Musikliebhaber, die einen klassischen Stereo-Vollverstärker ohne Netzwerkfunktionen, Apps oder komplizierte Menüs suchen. Statt Bluetooth, Streaming und integriertem Digital-Analog-Wandler konzentriert sich das Gerät auf analoge Signalquellen, zwei Lautsprecherpaare und eine vergleichsweise kräftige Endstufe.
In meinem Yamaha A-S201 Test schaue ich deshalb nicht nur auf die nominelle Ausgangsleistung. Ebenso wichtig sind für mich die Alltagstauglichkeit, der Phono-Eingang, die Bedienung und die Frage, ob ein bewusst einfach gehaltener Verstärker heute noch eine sinnvolle Grundlage für eine HiFi-Anlage darstellt.
Yamaha positioniert den A-S201 als Einstiegsmodell seiner HiFi-Verstärker und wirbt mit der hauseigenen „Natural Sound“-Philosophie, kurzen Signalwegen, einer Pure-Direct-Schaltung sowie einer Ausgangsleistung von zweimal 100 Watt an 8 Ohm.
Yamaha A-S201 im Überblick
Der A-S201 ist ein rein analog aufgebauter Stereo-Vollverstärker. Vorverstärker, Klangregelung und Endstufe befinden sich folglich in einem gemeinsamen Gehäuse. Zusätzliche Geräte werden lediglich für die Musikquelle und die Lautsprecher benötigt.
Das Gerät verfügt über fünf analoge Audioeingänge, darunter einen MM-Phono-Eingang für Plattenspieler. Außerdem lassen sich zwei Lautsprecherpaare anschließen und einzeln oder gemeinsam auswählen. Ein Kopfhöreranschluss, eine Fernbedienung, eine Aufnahmefunktion und der Pure-Direct-Modus ergänzen die Ausstattung. Digitale Audioeingänge, Bluetooth, Netzwerkstreaming und ein Subwoofer-Ausgang sind dagegen nicht vorhanden.
Technische Daten des Yamaha A-S201
Die wichtigsten Herstellerangaben im Überblick:
- Verstärkertyp: analoger Stereo-Vollverstärker
- Ausgangsleistung: 2 x 100 Watt an 8 Ohm
- Messbereich der Leistungsangabe: 40 Hz bis 20 kHz bei 0,2 Prozent THD
- Maximale Leistung für Europa: 115 Watt pro Kanal an 4 Ohm bei 1 kHz
- Dynamische Leistung an 8/6/4/2 Ohm: 125/150/165/180 Watt pro Kanal
- Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz, ±0,5 dB
- Erweiterter Frequenzgang: 10 Hz bis 100 kHz, ±3 dB
- Signal-Rausch-Abstand am CD-Eingang: mindestens 100 dB
- Phono-Eingang: MM, 10 mV/47 kOhm
- Klangregelung: Bass und Höhen jeweils ±10 dB
- Lautsprecheranschlüsse: Speaker A und Speaker B
- Kopfhöreranschluss: 6,3-mm-Klinke
- Leistungsaufnahme: 175 Watt
- Standby-Verbrauch: maximal 0,5 Watt
- Abmessungen: 435 x 141 x 333 mm
- Gewicht: 6,7 kg
Yamaha A-S201 Test – Design und Verarbeitung
Optisch folgt der Yamaha A-S201 dem klassischen HiFi-Stil des Herstellers. Das Gehäuse besitzt das übliche Komponentenmaß von 43,5 Zentimetern, wodurch sich der Verstärker problemlos mit CD-Spielern, Tunern und anderen HiFi-Bausteinen kombinieren lässt.
Mir gefällt insbesondere die zurückhaltende Frontgestaltung. Der große Lautstärkeregler sitzt weit rechts, während sich das Display und die wichtigsten Bedienelemente in der Mitte befinden. Der Verstärker wirkt dadurch nicht überladen. Yamaha bietet das Modell in Schwarz und Silber an und beschreibt die Front mit einer gebürsteten Oberfläche.
Das Gewicht von 6,7 Kilogramm ist für einen Verstärker dieser Klasse ordentlich, fällt allerdings deutlich geringer aus als bei den höher positionierten A-S-Modellen. Das ist nachvollziehbar, denn der A-S201 setzt auf einen einfacheren Aufbau und verzichtet auf einige konstruktive Merkmale der größeren Yamaha-Verstärker.
Die Frontseite
Auf der Vorderseite befinden sich der Netzschalter, der Kopfhöreranschluss, die Tasten für Speaker A und Speaker B sowie Bedienelemente für Bass und Höhen. Die gewünschte Signalquelle wird über zwei Eingangstasten ausgewählt. Zusätzlich gibt es einen separaten Pure-Direct-Schalter.
Ich halte diese Aufteilung für gelungen. Selbst Nutzer, die bisher kaum Erfahrung mit HiFi-Komponenten gesammelt haben, dürften sich schnell zurechtfinden. Ein Drehschalter für die Eingangswahl wäre zwar etwas unmittelbarer, doch die Tasten erfüllen ihren Zweck zuverlässig.
Die Klangregelung bietet für Bass und Höhen jeweils einen Bereich von minus bis plus 10 dB. Eine Balance-Regelung ist ebenfalls vorhanden, wird allerdings über die Fernbedienung eingestellt.
Display statt klassischer Eingangsanzeige
Der A-S201 besitzt ein kleines Display, das unter anderem den gewählten Eingang, den Betriebszustand der Lautsprechergruppen und den Sleep-Timer anzeigt. Die Helligkeit lässt sich über die Fernbedienung in drei Stufen einstellen.
Für mich ist das Display funktional, aber kein gestalterisches Highlight. Es passt zum pragmatischen Konzept des Verstärkers, wirkt jedoch weniger hochwertig als die klassischen mechanischen Anzeigen höherpreisiger Geräte. Im Pure-Direct-Modus schaltet sich das Display nach einigen Sekunden ab, wodurch die Front ruhiger erscheint.
Anschlüsse des Yamaha A-S201
Die Rückseite zeigt deutlich, worauf Yamaha bei diesem Verstärker Wert legt: klassische analoge HiFi-Technik.

Zur Verfügung stehen Anschlüsse für Phono, CD, Tuner, Line 1 und Line 2. Letzterer besitzt jeweils einen Wiedergabe- und einen Aufnahmeanschluss. Dadurch lässt sich beispielsweise ein Kassettendeck, MiniDisc-Recorder oder CD-Recorder integrieren. Die Record-Ausgänge geben das Signal der jeweils gewählten Quelle aus; Lautstärke, Klangregelung, Balance und Pure Direct beeinflussen dieses Aufnahmesignal nicht.
Phono-Eingang für MM-Tonabnehmer
Ein wesentliches Argument für den Yamaha A-S201 ist der integrierte Phono-Vorverstärker. Er eignet sich für Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer beziehungsweise kompatiblen Moving-Magnet-Systemen. Zusätzlich steht eine Erdungsklemme zur Verfügung, mit der sich mögliche Brummgeräusche reduzieren lassen.
Mir gefällt, dass Yamaha den Phono-Eingang nicht lediglich als symbolische Zugabe behandelt. Die technischen Daten nennen eine Eingangsempfindlichkeit von 10 mV bei 47 kOhm und eine Abweichung von der RIAA-Entzerrungskurve von maximal ±0,5 dB. Für einen günstigen Vollverstärker ist das eine praxisgerechte Grundlage.
Plattenspieler mit MC-System lassen sich allerdings nicht direkt betreiben. Dafür wäre ein externer MC-Phono-Vorverstärker oder ein Übertrager erforderlich.
Zwei Lautsprecherpaare und Bi-Wiring
Der Yamaha A-S201 besitzt Anschlüsse für zwei Lautsprechergruppen. Über die Tasten an der Front können Speaker A, Speaker B oder beide Gruppen gleichzeitig aktiviert werden. Alternativ lassen sich die beiden Anschlussgruppen für Bi-Wiring verwenden.
Hier ist jedoch die Impedanzangabe in der Bedienungsanleitung zu beachten. Bei Verwendung eines einzelnen Lautsprecherpaars verlangt Yamaha Lautsprecher mit mindestens 8 Ohm. Werden Speaker A und B gleichzeitig betrieben, sind mindestens 16 Ohm pro Lautsprecher vorgesehen. Auch für Bi-Wiring nennt die Anleitung eine Mindestimpedanz von 8 Ohm.
Ich würde den A-S201 daher bevorzugt mit gutmütigen 8-Ohm-Lautsprechern kombinieren. Die technischen Daten enthalten zwar dynamische Leistungswerte bis hinunter zu 2 Ohm, daraus sollte jedoch keine uneingeschränkte Freigabe für dauerhaft niederohmige Lautsprecher abgeleitet werden.
Was fehlt?
Der Yamaha A-S201 besitzt weder optische noch koaxiale Digitaleingänge. Ebenso fehlen USB-Audio, HDMI, Bluetooth und ein integrierter Netzwerkplayer. Auch ein geregelter Subwoofer-Ausgang ist nicht vorhanden.
Für mich ist das gleichzeitig Schwäche und Stärke. Wer einen Fernseher, Computer oder Netzwerkplayer digital anschließen möchte, benötigt einen externen Digital-Analog-Wandler. Wer hingegen bereits analoge Quellen verwendet oder einen Streamer mit Cinch-Ausgang besitzt, bezahlt nicht für Funktionen, die möglicherweise ungenutzt bleiben.
Ein aktiver Subwoofer lässt sich nur dann sinnvoll integrieren, wenn er Hochpegeleingänge für Lautsprecherkabel besitzt. Ein normaler LFE- oder Cinch-Eingang allein reicht dafür nicht aus.
Yamaha A-S201 Test – Bedienung im Alltag
Die grundlegende Bedienung ist erfreulich unkompliziert: Verstärker einschalten, Eingang wählen, Lautsprechergruppe aktivieren und Lautstärke einstellen. Für Anpassungen stehen Bass, Höhen und Balance zur Verfügung.
Über das Optionsmenü können zusätzlich die maximale Lautstärke und die Einschaltlautstärke begrenzt werden. Gerade in einem Familienhaushalt oder bei gemeinsam genutzten Anlagen halte ich die Maximalpegelbegrenzung für eine sinnvolle Funktion. Sie verhindert, dass der Verstärker versehentlich mit extrem hoher Lautstärke betrieben wird.
Außerdem lässt sich die automatische Abschaltung auf zwei, vier, acht oder zwölf Stunden einstellen. Ab Werk ist eine Abschaltung nach acht Stunden vorgesehen. Hinzu kommt ein Sleep-Timer mit 30, 60, 90 oder 120 Minuten.
Die Fernbedienung
Die mitgelieferte Fernbedienung steuert Lautstärke, Eingangswahl, Klangregelung, Balance, Pure Direct, Mute, Displayhelligkeit und das Optionsmenü. Darüber hinaus sind Bedienelemente für kompatible Yamaha-CD-Spieler und Yamaha-Tuner vorhanden.
Das Tastenfeld ist vergleichsweise umfangreich. Dadurch wirkt die Fernbedienung zunächst dichter belegt, als es der einfache Verstärker vermuten lässt. Nach kurzer Eingewöhnung sind die zentralen Funktionen jedoch schnell erreichbar.
Ich finde es etwas schade, dass sich die Balance ausschließlich über die Fernbedienung komfortabel einstellen lässt. Da diese Funktion allerdings meist nur einmal an die Hörposition angepasst wird, fällt dieser Punkt im Alltag nicht schwer ins Gewicht.
Yamaha A-S201 Test – Leistung und Lautsprecherwahl
Yamaha gibt für das europäische Modell zweimal 100 Watt an 8 Ohm an. Diese Angabe gilt von 40 Hz bis 20 kHz bei 0,2 Prozent Gesamtverzerrung. Darüber hinaus nennt Yamaha eine maximale Ausgangsleistung von 115 Watt pro Kanal an 4 Ohm bei 1 kHz und 0,7 Prozent THD.
Die Wattzahl wirkt auf den ersten Blick beeindruckend. Allerdings sollte sie nicht direkt mit den Leistungsangaben höherpreisiger Verstärker verglichen werden, die häufig über den vollständigen Bereich von 20 Hz bis 20 kHz und bei deutlich niedrigeren Verzerrungswerten gemessen werden.
Trotzdem bietet der A-S201 ausreichend Leistungsreserven für die meisten Kompaktlautsprecher und viele durchschnittlich wirkungsgradstarke Standlautsprecher. Ich sehe ihn vor allem in kleinen bis mittelgroßen Wohnräumen. Dort sollte er bei üblichen Hörabständen genügend Pegelreserven bereitstellen.
Weniger geeignet erscheint er mir für ausgesprochen kritische Vier-Ohm-Konstruktionen, sehr wirkungsgradschwache Lautsprecher oder extrem hohe Dauerpegel. In diesen Fällen würde ich eher zu einem kräftiger aufgebauten Verstärker mit ausdrücklicher Vier-Ohm-Freigabe greifen.
Klangliche Einordnung des Yamaha A-S201
Yamaha beschreibt den A-S201 als Verstärker nach der „Natural Sound“-Philosophie. Das Schaltungslayout soll kurze Signalwege ermöglichen. Der Netztransformator befindet sich nahe an der Endstufenschaltung, während Signal- und Stromversorgungsmasse an einem zentralen Punkt zusammengeführt werden. Laut Yamaha soll dieses Konzept Verluste und gegenseitige Beeinflussungen reduzieren.
Auf Basis dieser technischen Ausrichtung ordne ich den A-S201 als eher neutral und geradlinig abgestimmten Verstärker ein. Er ist nicht darauf ausgelegt, den Klang mit einer bewusst warmen oder besonders weichen Signatur zu verändern. Vielmehr soll er das Eingangssignal möglichst unverfälscht verstärken.
Gerade für Pop, Rock, elektronische Musik und Jazz halte ich eine solche Ausrichtung für sinnvoll. Die nominell hohe Ausgangsleistung verspricht zudem eine solide Dynamik, sofern passende Lautsprecher verwendet werden.
Basswiedergabe
Im Bassbereich ist weniger die reine Wattzahl als vielmehr die Kombination aus Verstärker, Lautsprecherimpedanz und Wirkungsgrad entscheidend. Mit unkomplizierten 8-Ohm-Lautsprechern sollte der Yamaha eine kontrollierte und ausreichend druckvolle Grundlage bieten.
Wer hingegen große Tieftöner, niedrige Impedanzen oder sehr hohe Lautstärken verlangt, sollte die Grenzen des Einstiegskonzepts berücksichtigen. Für solche Anwendungen sind Verstärker mit größerem Netzteil, höherem Gewicht und einer eindeutigen Freigabe für niedrige Impedanzen die bessere Wahl.
Mitten und Stimmen
Eine neutrale Verstärkerabstimmung kommt Stimmen und akustischen Instrumenten grundsätzlich entgegen, weil sie weder übermäßige Wärme hinzufügt noch den Präsenzbereich künstlich hervorhebt. Für mich ist genau das ein wichtiger Vorteil des A-S201-Konzepts: Der Verstärker soll sich klanglich nicht in den Vordergrund spielen.
Wie die Anlage am Ende klingt, wird deshalb stark von den angeschlossenen Lautsprechern und der Raumakustik bestimmt. Helle Lautsprecher bleiben tendenziell hell, während warm abgestimmte Boxen ihre grundsätzliche Charakteristik behalten.
Höhen und Detailwiedergabe
Der angegebene Frequenzgang reicht bei erweiterter Betrachtung bis 100 kHz. Das bedeutet nicht, dass hörbare Frequenzen oberhalb von 20 kHz entstehen, weist jedoch auf eine breitbandige Auslegung der Verstärkerschaltung hin.
Ich würde den A-S201 deshalb nicht automatisch als analytisch oder besonders brillant beschreiben. Entscheidend ist vielmehr, dass der hörbare Bereich möglichst gleichmäßig übertragen wird. Bei zu präsenten Lautsprechern kann die Höhenregelung um bis zu 10 dB absenken; bei zurückhaltenden Boxen lässt sie sich entsprechend anheben.
Pure Direct im Yamaha A-S201 Test
Der Pure-Direct-Modus umgeht die Schaltungen für Bass, Höhen und Balance sowie weitere nicht benötigte Signalstufen. Gleichzeitig wird das Frontdisplay nach kurzer Zeit abgeschaltet. Dadurch verkürzt sich der Signalweg, während mögliche elektrische Störeinflüsse reduziert werden sollen.
Ich halte Pure Direct vor allem dann für sinnvoll, wenn die Lautsprecher bereits ausgewogen klingen und keine Korrektur durch die Klangregelung notwendig ist. Bei einer ungünstigen Raumakustik oder sehr hell beziehungsweise dunkel abgestimmten Lautsprechern kann die normale Betriebsart dagegen praktischer sein.
Wichtig ist: Sobald Pure Direct aktiviert ist, zeigen Bass-, Höhen- und Balance-Einstellungen keine Wirkung. Das ist kein Fehler, sondern Teil des Schaltungskonzepts.
Phono-Wiedergabe und Vinyl-Tauglichkeit
Der integrierte MM-Phono-Eingang macht den A-S201 zu einer interessanten Grundlage für eine günstige Vinyl-Anlage. Ein Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer kann direkt angeschlossen werden, sodass kein zusätzlicher Phono-Vorverstärker nötig ist.
Mir gefällt diese Lösung besonders für Einsteiger. Sie reduziert Kabel, Netzteile und zusätzliche Geräte. Außerdem bleibt genügend Budget für einen besseren Tonabnehmer oder hochwertigere Lautsprecher.
Anspruchsvolle Vinylhörer könnten später dennoch von einem externen Phono-Vorverstärker profitieren. Das ist vor allem dann relevant, wenn unterschiedliche Abschlusswerte, MC-Systeme oder besonders rauscharme Verstärkung gefragt sind. Für einen unkomplizierten Einstieg ist der integrierte Anschluss jedoch absolut zweckmäßig.
Kopfhörerbetrieb
An der Vorderseite befindet sich eine 6,3-mm-Klinkenbuchse. Vor dem Anschluss eines Kopfhörers sollen die Lautsprechergruppen A und B deaktiviert werden. Die Bedienungsanleitung nennt für den Kopfhörerausgang einen Ausgangspegel von 470 mV bei einer Ausgangsimpedanz von 470 Ohm.
Diese hohe Ausgangsimpedanz ist für viele klassische, hochohmige HiFi-Kopfhörer weniger problematisch. Bei niederohmigen Kopfhörern und empfindlichen In-Ear-Modellen kann sie jedoch den Frequenzgang beeinflussen oder die Lautstärkeregelung weniger feinfühlig machen.
Für gelegentliches Hören ist der Anschluss praktisch. Wer hochwertige niederohmige Kopfhörer optimal betreiben möchte, sollte dagegen einen separaten Kopfhörerverstärker in Betracht ziehen.
Stromverbrauch und Aufstellung
Der Standby-Verbrauch liegt laut Yamaha bei maximal 0,5 Watt. Die automatische Abschaltung kann nach zwei, vier, acht oder zwölf Stunden erfolgen.
Unter Last nennt die Bedienungsanleitung für das europäische Modell eine Leistungsaufnahme von 175 Watt. Das ist nicht mit dem kontinuierlichen Alltagsverbrauch bei normaler Zimmerlautstärke gleichzusetzen, sondern beschreibt die elektrische Leistungsaufnahme unter definierten Betriebsbedingungen.
Bei der Aufstellung ist ausreichend Belüftung wichtig. Yamaha empfiehlt mindestens 30 Zentimeter Freiraum oberhalb sowie jeweils 20 Zentimeter an den Seiten und hinter dem Gerät. Ich würde den Verstärker deshalb nicht in ein enges, vollständig geschlossenes Fach stellen.
Yamaha A-S201 Test – für wen eignet sich der Yamaha A-S201?
Für mich passt der A-S201 besonders gut zu Musikliebhabern, die eine unkomplizierte analoge Stereoanlage aufbauen möchten. CD-Spieler, Plattenspieler, Tuner und ein externer Streamer mit Cinch-Ausgang lassen sich problemlos integrieren.
Auch als Ersatz für einen älteren Verstärker kann das Gerät interessant sein. Wer bisher einen kompakten Bluetooth-Verstärker verwendet und auf ein klassisches Komponentenformat wechseln möchte, erhält eine übersichtliche Bedienung und mehrere analoge Eingänge.
Weniger passend ist der Yamaha für Nutzer, die eine zentrale digitale Schaltstelle erwarten. Fernseher, Spielekonsole, Computer und Streamingdienste lassen sich nur über zusätzliche Geräte einbinden.
Stärken und Schwächen
Zu den größten Stärken zähle ich die einfache Bedienung, die ordentliche Ausgangsleistung, den MM-Phono-Eingang und die Möglichkeit, zwei Lautsprecherpaare anzuschließen. Auch die Aufnahmeanschlüsse sind heute nicht mehr selbstverständlich und dürften besonders für Kassettendeck- oder MiniDisc-Fans interessant sein.
Der Pure-Direct-Modus und die einstellbare Maximallautstärke zeigen außerdem, dass der Verstärker trotz seines einfachen Konzepts nicht vollständig auf Komfortfunktionen verzichtet.
Kritik verdient hingegen die fehlende digitale Ausstattung. Optischer Eingang, koaxialer Eingang, Bluetooth und Subwoofer-Ausgang würden den A-S201 deutlich flexibler machen. Zudem verlangt die Bedienungsanleitung beim normalen Lautsprecherbetrieb mindestens 8 Ohm, wodurch die Auswahl geeigneter Boxen stärker eingeschränkt ist als bei manchen Konkurrenzmodellen.
Fazit zum Yamaha A-S201 Test
Der Yamaha A-S201 ist ein klassischer Stereo-Vollverstärker, der sich bewusst auf analoge Musikwiedergabe konzentriert. Er bietet einen MM-Phono-Eingang, mehrere Hochpegeleingänge, einen Aufnahmeweg, zwei Lautsprechergruppen und eine nominell hohe Ausgangsleistung.
Mir gefällt vor allem, dass Yamaha das Gerät nicht mit halbherzig umgesetzten Streaming- oder App-Funktionen überfrachtet. Der A-S201 lässt sich schnell einrichten, verständlich bedienen und später problemlos mit einem externen Netzwerkplayer oder DAC erweitern.
Seine Grenzen sollte man dennoch kennen. Der Verstärker ist keine digitale Schaltzentrale, besitzt keinen Subwoofer-Ausgang und sollte entsprechend der Anleitung bevorzugt mit unkomplizierten 8-Ohm-Lautsprechern betrieben werden. Außerdem sind die Leistungsangaben aufgrund der zugrunde liegenden Messbedingungen nicht unmittelbar mit den konservativeren Werten höherpreisiger Verstärker vergleichbar.
Insgesamt sehe ich den Yamaha A-S201 als solide Basis für eine preisbewusste, klassische HiFi-Anlage. Besonders Vinylhörer, CD-Fans und Nutzer vorhandener analoger Komponenten erhalten einen übersichtlichen Vollverstärker, der die wesentlichen Aufgaben ohne unnötige Komplexität erfüllt.
Herstellerlink: A-S201 – Übersicht – HiFi-Komponenten – Produkte – Home Audio – Audio – Yamaha – Deutschland
FAQ zum Yamaha A-S201 Test
Wie viel Watt leistet der Yamaha A-S201?
Yamaha gibt für das europäische Modell zweimal 100 Watt an 8 Ohm an. Die Messung erfolgt von 40 Hz bis 20 kHz bei 0,2 Prozent Gesamtverzerrung. Die maximale Leistung an 4 Ohm beträgt laut Hersteller 115 Watt pro Kanal bei 1 kHz und 0,7 Prozent THD.
Kann ich 4-Ohm-Lautsprecher am Yamaha A-S201 verwenden?
Die deutsche Bedienungsanleitung nennt für Speaker A oder Speaker B eine Mindestimpedanz von 8 Ohm. Deshalb würde ich den Verstärker trotz der veröffentlichten dynamischen Leistungswerte bevorzugt mit nominellen 8-Ohm-Lautsprechern betreiben.
Besitzt der Yamaha A-S201 einen Phono-Eingang?
Ja. Der Verstärker verfügt über einen Phono-Eingang für Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer. Eine zusätzliche GND-Erdungsklemme ist ebenfalls vorhanden.
Funktioniert ein Plattenspieler mit MC-Tonabnehmer?
Nicht direkt. Für einen klassischen MC-Tonabnehmer wird ein externer MC-Phono-Vorverstärker oder ein geeigneter Übertrager benötigt. High-Output-MC-Systeme können abhängig von ihren Ausgangsdaten unter Umständen an einem MM-Eingang funktionieren.
Hat der Yamaha A-S201 Bluetooth?
Nein. Bluetooth, WLAN und Netzwerkstreaming sind nicht integriert. Ein Bluetooth-Empfänger oder Netzwerkstreamer kann jedoch über einen der analogen Cinch-Eingänge angeschlossen werden.
Besitzt der A-S201 digitale Eingänge?
Nein. Der Verstärker bietet weder optische noch koaxiale Digitaleingänge und besitzt keinen USB-DAC. Digitale Quellen benötigen daher einen externen Digital-Analog-Wandler.
Kann ich einen Fernseher anschließen?
Ja, sofern der Fernseher einen analogen Audioausgang besitzt. Verfügt er ausschließlich über einen optischen Digitalausgang oder HDMI ARC, wird ein externer DAC beziehungsweise HDMI-Audio-Adapter benötigt.
Kann ein aktiver Subwoofer angeschlossen werden?
Der A-S201 besitzt keinen separaten Subwoofer-Ausgang. Ein Subwoofer lässt sich nur unkompliziert integrieren, wenn er über Hochpegeleingänge für Lautsprechersignale verfügt.
Was bewirkt Pure Direct?
Pure Direct umgeht die Klangregelung für Bass und Höhen, die Balance-Regelung sowie weitere nicht benötigte Schaltungsteile. Dadurch wird der Signalweg verkürzt. Während Pure Direct aktiv ist, bleiben Bass, Höhen und Balance wirkungslos.
Lassen sich zwei Lautsprecherpaare anschließen?
Ja. Der Verstärker besitzt Speaker-A- und Speaker-B-Anschlüsse. Beide Paare können einzeln oder gemeinsam aktiviert werden. Bei gleichzeitigem Betrieb verlangt die Anleitung Lautsprecher mit mindestens 16 Ohm Impedanz.
Eignet sich der Yamaha A-S201 für Einsteiger?
Ja. Die übersichtliche Bedienung, der integrierte Phono-Eingang und die klassischen analogen Anschlüsse machen ihn zu einer unkomplizierten Grundlage für eine erste HiFi-Anlage. Nutzer digitaler Quellen müssen allerdings zusätzliche Geräte einplanen.


Unsere neuesten Beiträge:
Riemenantrieb oder Direktantrieb: Was ist für HiFi-Plattenspieler besser?
Wer einen neuen Plattenspieler kaufen möchte, steht früher oder später vor einer grundlegenden Frage: Riemenantrieb oder Direktantrieb [...]
> WEITERLESENYamaha TT-S303 Test: Klassischer Plattenspieler mit Phono-Vorverstärker
Vinyl benötigt keine App, kein Benutzerkonto und kein Software-Update. Dafür verlangt eine Schallplatte ein wenig Aufmerksamkeit: Platte [...]
> WEITERLESENWas ist der Signal-Rausch-Abstand im HiFi?
Der Signal-Rausch-Abstand im HiFi: So findest du den perfekten Sound ohne Nebengeräusche Du sitzt im perfekten Stereodreieck, [...]
> WEITERLESEN