WiiM Ultra Test, vielseitiger Audio-Streamer

WiiM Ultra Audio-Streamer mit Farb-Touchscreen, Lautstärkeregler und Kopfhöreranschluss im Test.

WiiM Ultra Test: Mit dem WiiM Ultra möchte der Hersteller weit mehr als einen einfachen Netzwerkplayer anbieten. Der kompakte Audio-Streamer soll Streamingdienste, Fernseher, Plattenspieler, CD-Player, USB-Musiksammlungen, Kopfhörer und vorhandene HiFi-Komponenten in einem zentralen Gerät zusammenführen. Dafür bietet er einen 3,5-Zoll-Touchscreen, zahlreiche analoge und digitale Anschlüsse, einen hochwertigen ESS-DAC, eine Raumkorrektur sowie umfangreiche Multiroom-Funktionen.

In meinem WiiM Ultra Test gehe ich der Frage nach, ob der Streamer tatsächlich als digitale Schaltzentrale einer modernen HiFi-Anlage überzeugen kann und für welche Anlagenkonzepte er besonders interessant ist.

Was ist der WiiM Ultra?

Der WiiM Ultra ist ein Netzwerkplayer, DAC und digital arbeitender Vorverstärker. Er besitzt jedoch keine Endstufe. Passive Lautsprecher lassen sich daher nicht direkt anschließen. Benötigt werden entweder ein Vollverstärker, eine separate Endstufe oder Aktivlautsprecher.

Seine eigentliche Stärke liegt darin, unterschiedliche Quellen zusammenzuführen. Neben Musikstreaming kann der WiiM Ultra Tonsignale von einem Fernseher, CD-Player oder Plattenspieler entgegennehmen, bearbeiten und anschließend analog, digital oder innerhalb eines WiiM-Multiroom-Systems wiedergeben. Der Hersteller bezeichnet ihn deshalb treffend als digitalen Hub für Musik, Fernseher und Plattenspieler.

Ich sehe den WiiM Ultra vor allem als moderne Ergänzung für eine bereits vorhandene HiFi-Anlage. Wer einen guten Verstärker und gute Lautsprecher besitzt, muss diese nicht ersetzen, sondern kann sie um Streaming, App-Steuerung, Raumkorrektur und Multiroom erweitern.

WiiM Ultra Test – Design und Verarbeitung

Aluminiumgehäuse mit HiFi-Charakter

Optisch hebt sich der WiiM Ultra deutlich von den einfacheren Streamern des Herstellers ab. Das flache Aluminiumgehäuse wirkt eher wie eine klassische HiFi-Komponente als wie ein unscheinbarer Streaming-Adapter. Er ist in Grau und Silber erhältlich und lässt sich aufgrund seiner kompakten Abmessungen problemlos neben einem Verstärker, auf einem Lowboard oder auf dem Schreibtisch aufstellen.

Das aktuelle Benutzerhandbuch nennt Abmessungen von 211 × 200 × 72 Millimetern und ein Gewicht von 1,42 Kilogramm. Die deutsche Produktseite führt leicht abweichende Werte auf. Für eine Geräteplanung würde ich mich daher an den Angaben des neueren Handbuchs orientieren.

3,5-Zoll-Touchscreen als Blickfang

Die Front wird von einem 3,5 Zoll großen Farb-Touchscreen geprägt. Dieser kann unter anderem Albumcover, Wiedergabestatus, Eingänge, Lautstärkeinformationen und virtuelle VU-Meter darstellen. Außerdem lassen sich grundlegende Funktionen direkt am Gerät bedienen.

Rechts neben dem Bildschirm sitzt ein großer Drehregler. Durch Drehen verändert er die Lautstärke, während ein kurzer Druck die Wiedergabe startet oder pausiert. Längeres Drücken aktiviert unter anderem den Bluetooth-Kopplungsmodus beziehungsweise setzt das Gerät zurück.

Ich halte die Kombination aus Touchscreen und physischem Regler für sinnvoll. Ein reines App-Gerät verschwindet im Alltag schnell aus dem Blickfeld. Der WiiM Ultra bleibt dagegen auch ohne Smartphone als eigenständige HiFi-Komponente bedienbar.

An der Vorderseite befindet sich zusätzlich ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang. Das ist besonders praktisch, wenn der Streamer auf einem Schreibtisch oder in Reichweite des Hörplatzes steht.

WiiM Ultra Test – Anschlüsse des WiiM Ultra

Die Anschlussausstattung gehört zu den wichtigsten Argumenten für den WiiM Ultra. Er kann sowohl als analoger Vorverstärker als auch als rein digitaler Streaming-Transport eingesetzt werden.

Analoge und digitale Eingänge

Folgende Eingänge stehen zur Verfügung:

  • Stereo-Line-In über Cinch
  • Phono-Eingang für MM- und MC-Tonabnehmer
  • optischer Digitaleingang
  • HDMI ARC
  • Bluetooth-Empfang
  • USB-Anschluss für Speichermedien
  • Musikstreaming über WLAN oder Ethernet
WiiM Ultra Rückseite mit Phono-Eingang, Line-In und Line-Out, HDMI ARC, USB, LAN, Subwoofer- und Digitalausgängen.
Die Rückseite des WiiM Ultra mit Phono-, Line-, HDMI-ARC-, USB-, Netzwerk- und Digitalanschlüssen.

Der Phono-Eingang besitzt laut aktuellem Handbuch umschaltbare Verstärkungsstufen für MM- und MC-Tonabnehmer. Für MM-Systeme werden 41 dB, für MC-Systeme 59 dB Verstärkung angegeben. Die Umschaltung erfolgt in der WiiM Home App.

Umfangreiche Ausgänge

Auf der Ausgangsseite bietet der WiiM Ultra:

  • analogen Stereo-Line-Out
  • optischen Digitalausgang
  • koaxialen Digitalausgang
  • USB-Audio-Ausgang
  • Subwoofer-Ausgang
  • 3,5-mm-Kopfhörerausgang
  • Bluetooth-Ausgang
  • 12-Volt-Trigger

Damit kann der Streamer mit Aktivlautsprechern, Vollverstärkern, Endstufen, AV-Receivern, externen DACs, Kopfhörern und aktiven Subwoofern kombiniert werden. Der Trigger-Ausgang kann kompatible Verstärker oder DACs gemeinsam mit dem WiiM Ultra ein- und ausschalten.

Zu beachten ist, dass der WiiM Ultra jeweils nur einen Hauptausgang gleichzeitig verwendet. Der Subwoofer-Ausgang kann zusätzlich aktiviert werden. Wer beispielsweise zwischen Line-Out und einem externen USB-DAC wechseln möchte, muss den gewünschten Ausgang in der App oder über die Bedienoberfläche auswählen.

WiiM Ultra Test – Technische Daten im Überblick

Merkmal WiiM Ultra
Gerätetyp Hi-Res-Netzwerkplayer, DAC und Vorverstärker
Leistungsverstärker Nein
DAC ESS Sabre ES9038 Q2M
ADC TI Burr-Brown PCM1861
Kopfhörerverstärker Texas Instruments TPA6120A2
Maximale Wiedergabeauflösung 24 Bit/192 kHz
DAC-Chip-Auflösung bis 32 Bit/384 kHz
Line-Out maximal 2,1 V RMS
Signal-Rauschabstand Line-Out 121 dB, A-bewertet
THD+N Line-Out bis zu –116 dB beziehungsweise etwa 0,00015 %
Funkverbindungen Wi-Fi 6, Bluetooth 5.3
Netzwerk 10/100-Mbit-Ethernet
Display 3,5-Zoll-Farb-Touchscreen
Phono MM und MC
Raumkorrektur RoomFit
Equalizer 10-Band-Grafik-EQ und 10-Band-PEQ
Multiroom WiiM, Google Cast und Alexa
Abmessungen laut Handbuch 211 × 200 × 72 mm
Gewicht laut Handbuch 1,42 kg

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen DAC-Chip und tatsächlicher Wiedergabeauflösung. Der eingesetzte ESS-Chip ist grundsätzlich für höhere Datenraten ausgelegt. Der WiiM Ultra verarbeitet und überträgt Audiosignale im regulären Betrieb jedoch mit maximal 24 Bit und 192 kHz.

Einrichtung und WiiM Home App

Schneller Start über WLAN oder Ethernet

Die Ersteinrichtung erfolgt mit der WiiM Home App für Android oder iOS. Nach dem Einschalten erkennt die App den Streamer, verbindet ihn mit dem Netzwerk und führt durch die Auswahl des verwendeten Audioausgangs. Alternativ lässt sich das Gerät über ein Ethernetkabel mit dem Router verbinden.

Ich würde bei einer fest installierten HiFi-Anlage grundsätzlich Ethernet bevorzugen. Nicht weil WLAN bei Musikstreaming prinzipiell schlechter klingen würde, sondern weil eine Kabelverbindung mögliche Funk- und Reichweitenprobleme vermeidet. Wird ein Netzwerkkabel angeschlossen, deaktiviert der WiiM Ultra seine WLAN-Verbindung automatisch.

Sehr umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten

In der App lassen sich unter anderem folgende Parameter einstellen:

  • Ein- und Ausgang
  • variable oder feste Ausgangslautstärke
  • Line-Out-Pegel
  • maximale Lautstärke
  • Auflösung der Digitalausgänge
  • Kanalbalance
  • Subwoofer-Trennfrequenz
  • Raumkorrektur
  • Equalizer
  • Eingangsabhängige Klangprofile
  • Displaydarstellung
  • Multiroom-Gruppen
  • Wiedergabe-Presets

Besonders positiv finde ich, dass der WiiM Ultra nicht nur globale Klangregler bereitstellt. Equalizer-Einstellungen können abhängig von der Quelle verwendet werden. Dadurch lässt sich beispielsweise der Fernsehton anders abstimmen als der Plattenspieler oder ein Streamingdienst.

WiiM Ultra Test – Streamingdienste und Netzwerkfunktionen

Der WiiM Ultra unterstützt Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Cast, Alexa Cast, Roon, DLNA und Squeezelite. Über die WiiM Home App stehen darüber hinaus verschiedene Musikdienste, Internetradio-Angebote, Podcasts und persönliche Musikbibliotheken zur Verfügung.

Lokale Musik kann von einem NAS, einem DLNA-Server oder einem angeschlossenen USB-Speicher wiedergegeben werden. Wird ein USB-Laufwerk angeschlossen, kann der WiiM Ultra dessen Musikbibliothek zudem anderen DLNA- und WiiM-Geräten im Netzwerk zur Verfügung stellen. Unterstützt werden laut Handbuch FAT32, NTFS und EXT4.

Kein AirPlay 2

Der größte funktionale Kritikpunkt betrifft AirPlay. Der WiiM Ultra kann nicht als AirPlay-Empfänger verwendet werden. Nach Angaben des Herstellers lässt sich AirPlay auch nicht durch ein späteres Firmware-Update nachrüsten, da eine Hardwarebeschränkung vorliegt.

Für Nutzer von Spotify, TIDAL, Qobuz, Roon, Google Cast oder der WiiM Home App ist das meist zu verschmerzen. Wer jedoch überwiegend Apple Music nutzt und Musik regelmäßig per AirPlay vom iPhone, iPad oder Mac an die Anlage sendet, sollte diesen Punkt vor dem Kauf berücksichtigen.

Ich würde den fehlenden AirPlay-Support nicht als kleine Randnotiz behandeln. Im ansonsten ausgesprochen breiten Streaming-Angebot bleibt er die auffälligste Lücke.

WiiM Ultra im Klang-Check

ESS Sabre DAC mit sehr guten Messwerten

Im WiiM Ultra arbeitet ein ESS Sabre ES9038 Q2M. Für den analogen Line-Out gibt der Hersteller einen Signal-Rauschabstand von 121 dB und einen THD+N-Wert von bis zu –116 dB an. Das sind sehr gute technische Werte, die auf einen äußerst rauscharmen und verzerrungsarmen Ausgang schließen lassen.

Solche Messwerte erlauben zwar keine vollständige Klangbeschreibung, sie sprechen jedoch gegen eine deutlich hörbare Eigenfärbung. Von einem modernen DAC dieser Klasse erwarte ich keine künstlich hervorgehobenen Höhen, keinen aufgeweichten Bass und keine absichtlich warme Abstimmung. Seine Aufgabe besteht vielmehr darin, das digitale Signal möglichst neutral und sauber an den Verstärker weiterzugeben.

Aus meiner Sicht ist das die richtige Ausrichtung für einen vielseitigen Netzwerkplayer. Eine gewünschte Klangfärbung kann anschließend gezielt über Equalizer, Raumkorrektur, Lautsprecher und Verstärker vorgenommen werden.

Variable Lautstärke oder bitperfekte Ausgabe

Der analoge Line-Out kann mit variabler Lautstärke genutzt werden. Dadurch lässt sich der WiiM Ultra direkt mit Aktivlautsprechern oder einer Endstufe verbinden und übernimmt die Rolle eines Vorverstärkers.

Alternativ kann eine feste Ausgangslautstärke aktiviert werden. Das ist sinnvoll, wenn die Lautstärke am nachfolgenden Vollverstärker oder AV-Receiver geregelt wird. Für eine bitperfekte Digitalausgabe empfiehlt das Handbuch außerdem, die feste Ausgangslautstärke zu verwenden und Equalizer sowie Monowiedergabe zu deaktivieren.

Nutzung mit einem externen DAC

Über USB, Koaxial oder Toslink kann der WiiM Ultra als reiner Streaming-Transport eingesetzt werden. Das ist interessant, wenn bereits ein hochwertiger DAC im Verstärker vorhanden ist oder später ein separates Wandler-Upgrade erfolgen soll.

Die digitalen Ausgänge unterstützen Auflösungen bis 24 Bit und 192 kHz. Der USB-Ausgang arbeitet nach UAC 2.0 und kann angeschlossene Geräte mit bis zu 5 Volt beziehungsweise 1,5 Ampere versorgen.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass der USB-Anschluss nicht als gewöhnlicher USB-Audioeingang für einen Computer dient. Er wird entweder für ein Speichermedium oder als Audioausgang zu einem externen DAC verwendet. Sollen USB-Speicher und USB-DAC gleichzeitig angeschlossen werden, sieht das Handbuch dafür einen USB-Hub vor.

Kopfhörerausgang

Für den Kopfhörerausgang verwendet WiiM den bewährten TPA6120A2 von Texas Instruments. Der Hersteller nennt einen Signal-Rauschabstand von 119 dB. Die Verzerrungswerte werden mit –99 dB an 300 Ohm beziehungsweise –92 dB an 32 Ohm angegeben.

Damit eignet sich der WiiM Ultra grundsätzlich auch als kompakte Streaming- und Kopfhörerzentrale. Eine konkrete Ausgangsleistung in Milliwatt wird in den offiziellen technischen Daten jedoch nicht ausgewiesen. Deshalb würde ich nicht pauschal versprechen, dass der Ausgang jeden besonders leistungshungrigen Magnetostaten vollständig ausreizt.

Für übliche dynamische HiFi-Kopfhörer dürfte die integrierte Lösung jedoch wesentlich mehr als eine bloße Beigabe sein.

Plattenspieler am WiiM Ultra

Phono-Eingang für MM und MC

Ein bemerkenswertes Merkmal ist der Phono-Eingang. Der WiiM Ultra unterstützt nach aktuellem Stand sowohl Moving-Magnet- als auch Moving-Coil-Tonabnehmer. Die Auswahl des Tonabnehmertyps erfolgt in der App. Ein Adapter für die Masseleitung des Plattenspielers gehört zum Lieferumfang.

Damit kann ein Plattenspieler ohne eigenen Phono-Vorverstärker direkt angeschlossen werden. Besitzt der Plattenspieler bereits einen integrierten Vorverstärker, wird stattdessen der normale Line-In verwendet.

Analoge Signale werden digitalisiert

Der WiiM Ultra arbeitet intern digital. Signale vom Line- und Phono-Eingang werden daher durch den TI Burr-Brown PCM1861 in ein Digitalsignal umgewandelt. Die Wandlung erfolgt mit bis zu 24 Bit und 192 kHz.

Für Analogpuristen, die vom Tonabnehmer bis zum Verstärker einen vollständig analogen Signalweg wünschen, ist das nicht die passende Lösung. Für alle anderen eröffnet die Digitalisierung entscheidende Vorteile: Plattenspieler und CD-Player können über Multiroom verteilt, mit einem Equalizer bearbeitet und in die Raumkorrektur einbezogen werden.

Ich halte diesen Ansatz für konsequent. Der WiiM Ultra möchte keine puristische Phonostufe ersetzen, sondern analoge Quellen in ein modernes, vernetztes Audiosystem integrieren.

WiiM Ultra Test – HDMI ARC und Fernsehton

Über HDMI ARC lässt sich der WiiM Ultra direkt mit einem Fernseher verbinden. Unterstützt werden Stereo-PCM und Dolby Digital; DTS wird dagegen nicht verarbeitet. Zusätzlich steht ein optischer Digitaleingang für Fernseher ohne passenden ARC-Anschluss zur Verfügung.

Der HDMI-Eingang erweitert den Einsatzbereich erheblich. Zusammen mit Aktivlautsprechern, einer Endstufe oder einem klassischen Stereo-Verstärker kann der WiiM Ultra die Basis einer hochwertigen TV-Stereoanlage bilden.

Ein aktiver Subwoofer wird über den separaten Sub-Ausgang angeschlossen. Übergangsfrequenz, Pegel und weitere Bassparameter lassen sich anschließend in der App einstellen. Damit eignet sich der WiiM Ultra auch für kompakte 2.1-Systeme.

RoomFit-Raumkorrektur und Equalizer

Automatische Anpassung an den Hörraum

Mit RoomFit bietet der WiiM Ultra eine automatische Raumkorrektur. Sie analysiert akustische Einflüsse des Raumes und versucht, störende Überhöhungen und Einbrüche im Frequenzgang zu reduzieren. Besonders im Bassbereich können Raumabmessungen, Wandabstände und Möbel einen deutlich größeren Einfluss auf den Klang haben als der verwendete DAC.

Ich sehe die Raumkorrektur deshalb nicht als Spielerei, sondern als eine der praktisch wichtigsten Funktionen des Streamers. Gerade in normalen Wohnzimmern, in denen Lautsprecher nicht frei nach akustischen Idealbedingungen aufgestellt werden können, kann eine behutsame Korrektur den Klang stärker verbessern als ein wesentlich teurerer Netzwerkplayer ohne DSP.

Grafischer und parametrischer Equalizer

Zusätzlich stehen 24 Klang-Presets, ein grafischer 10-Band-Equalizer und ein parametrischer 10-Band-EQ zur Verfügung. RoomFit und Equalizer erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Die Raumkorrektur kompensiert akustische Probleme automatisch, während der EQ für eine gezielte manuelle Feinabstimmung gedacht ist. Beide Funktionen können miteinander kombiniert werden.

Der parametrische Equalizer ist besonders interessant für erfahrene Nutzer. Mit ihm lassen sich Frequenz, Verstärkung und Filtergüte wesentlich präziser einstellen als mit einfachen Bass- und Höhenreglern.

Multiroom mit dem WiiM Ultra

Der Streamer kann mit weiteren WiiM-Komponenten zu einem Multiroom-System verbunden werden. Dabei lassen sich nicht nur Netzwerkstreams, sondern auch physische Eingänge verteilen. So kann beispielsweise ein am WiiM Ultra angeschlossener Plattenspieler in einem zweiten Raum über ein anderes WiiM-Gerät wiedergegeben werden.

Alternativ ist eine Gruppierung mit Google-Cast- oder Alexa-kompatiblen Lautsprechern möglich. Dabei gibt es jedoch eine wichtige Einschränkung: Externe Eingänge wie Line-In, Phono, HDMI oder Toslink können nur innerhalb einer reinen WiiM-Gruppe übertragen werden. Alexa- und Google-Cast-Gruppen unterstützen in diesem Zusammenhang lediglich netzwerkbasierte Musikdienste.

Zwei WiiM-Geräte können außerdem als linke und rechte Seite eines Stereo-Paars konfiguriert werden. Das erweitert die Möglichkeiten für Aktivlautsprecher und dezentrale Anlagenkonzepte.

WiiM Ultra Test – Bedienung im Alltag

Zum Lieferumfang gehört eine WiiM Voice Remote. Sie bietet Lautstärke, Titelsprung, Wiedergabesteuerung, Eingangswahl, Stummschaltung und vier Preset-Tasten. Über das integrierte Mikrofon können zudem Sprachbefehle gegeben werden.

In meinem Gesamteindruck punktet das Bedienkonzept vor allem durch seine Wahlmöglichkeiten. Der WiiM Ultra kann über die App, den Touchscreen, den Drehregler, die Fernbedienung, kompatible Streaming-Apps oder Sprachsteuerung bedient werden.

Das ist wesentlich alltagstauglicher als ein Netzwerkplayer, der zwingend eine einzige Hersteller-App voraussetzt. Spotify- und TIDAL-Nutzer können beispielsweise direkt aus ihrer gewohnten App streamen, während komplexere Einstellungen weiterhin in WiiM Home vorgenommen werden.

Stärken und Schwächen des WiiM Ultra

Das überzeugt mich

Die größte Stärke des WiiM Ultra ist seine außergewöhnlich breite Ausstattung. Er verbindet Streaming, DAC, Vorverstärker, Phonostufe, Kopfhörerverstärker, HDMI-Schnittstelle, Subwoofer-Management und Raumkorrektur in einem kompakten Gerät.

Ebenfalls positiv bewerte ich die Möglichkeit, den internen DAC zu umgehen. Dadurch ist der Streamer nicht auf seinen eingebauten Wandler beschränkt, sondern kann später mit einem externen DAC weiterverwendet werden.

Auch das Display ist mehr als reine Dekoration. Es gibt dem Gerät einen eigenständigen Charakter und ermöglicht zumindest die wichtigsten Bedienvorgänge ohne Smartphone.

Hier gibt es Einschränkungen

Der deutlichste Nachteil ist das fehlende AirPlay 2. Besonders für vollständig auf Apple ausgerichtete Haushalte kann das ein Ausschlusskriterium sein.

Außerdem fehlen symmetrische XLR-Ausgänge. In einer normalen Wohnzimmeranlage sind Cinch-Verbindungen meist vollkommen ausreichend. Bei langen Kabelwegen oder einer Integration in Studiotechnik wären symmetrische Ausgänge jedoch wünschenswert.

Der USB-Anschluss ist vielseitig, aber erklärungsbedürftig. Er dient nicht als klassischer USB-Audioeingang für einen Computer. Zudem erfordert die gleichzeitige Verwendung eines USB-Speichers und eines externen USB-DACs einen Hub.

Schließlich sollten Interessenten berücksichtigen, dass sämtliche analogen Eingänge digitalisiert werden. Das ist für DSP, Multiroom und Lautstärkesteuerung notwendig, entspricht jedoch nicht dem Konzept einer rein analogen HiFi-Kette.

Für wen eignet sich der WiiM Ultra?

Der WiiM Ultra ist besonders interessant für Musikliebhaber, die einen vorhandenen Verstärker oder Aktivlautsprecher um moderne Streamingfunktionen erweitern möchten. Ebenso eignet er sich für kompakte Systeme aus Aktivlautsprechern und Subwoofer, bei denen er gleichzeitig als Streamer, DAC und Vorverstärker arbeitet.

Ich würde ihn außerdem Nutzern empfehlen, die Fernseher, Plattenspieler und Streamingdienste in einer gemeinsamen Stereoanlage betreiben möchten. Gerade hier spielt die Kombination aus HDMI ARC, Phono-Eingang, Subwoofer-Ausgang und Raumkorrektur ihre Vorteile aus.

Weniger geeignet ist der WiiM Ultra für Anwender, die zwingend AirPlay 2 benötigen, passive Lautsprecher ohne zusätzlichen Verstärker betreiben möchten oder einen vollständig analogen Signalweg bevorzugen.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Für 399 Euro bietet der WiiM Ultra eine Funktionsdichte, die bei klassischen HiFi-Komponenten häufig nur durch mehrere Einzelgeräte erreicht wird. Ein separater Streamer, DAC, Phono-Vorverstärker, Kopfhörerverstärker und DSP können zusammen erheblich mehr kosten.

Natürlich ersetzt die integrierte Phonostufe nicht automatisch eine spezialisierte High-End-Lösung. Auch der Kopfhörerausgang wird nicht jeden besonders anspruchsvollen Kopfhörer optimal antreiben. Entscheidend ist jedoch das Gesamtpaket.

Aus meiner Sicht liegt genau darin der größte Preis-Leistungs-Vorteil: Der WiiM Ultra muss nicht in jeder Einzeldisziplin das teuerste Spezialgerät schlagen. Er verbindet zahlreiche Funktionen auf technisch hohem Niveau und bleibt trotzdem bezahlbar.

Fazit zum WiiM Ultra Test

Der WiiM Ultra ist einer der vielseitigsten Audio-Streamer seiner Preisklasse. Er kombiniert Hi-Res-Streaming, einen sehr rauscharmen ESS-DAC, umfangreiche analoge und digitale Anschlüsse, HDMI ARC, Phono, Kopfhörerausgang, Subwoofer-Management und RoomFit-Raumkorrektur in einem kompakten Aluminiumgehäuse.

Besonders überzeugend finde ich, dass er sowohl als komplette Streaming-Vorstufe als auch als reiner digitaler Transport eingesetzt werden kann. Dadurch passt er zu Aktivlautsprechern, klassischen Vollverstärkern, separaten Endstufen und externen DACs.

Der fehlende AirPlay-Support bleibt allerdings ein kleiner Nachteil. Auch der digitalisierte Signalweg der analogen Eingänge wird nicht jeden Vinyl-Puristen ansprechen.

Unter dem Strich fällt mein Urteil im WiiM Ultra Test dennoch sehr positiv aus. Wer eine bestehende Stereoanlage intelligent vernetzen oder ein kompaktes, vielseitiges HiFi-System aufbauen möchte, erhält hier eine hervorragend ausgestattete digitale Schaltzentrale mit bemerkenswertem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Herstellerlink: WiiM Ultra | Audiophiles Streaming-Flaggschiff von WiiM – WiiM Audio

FAQ zum WiiM Ultra

Ist der WiiM Ultra ein Verstärker?

Nein. Der WiiM Ultra besitzt keine Endstufe und kann passive Lautsprecher nicht direkt antreiben. Er benötigt Aktivlautsprecher, einen Vollverstärker oder eine separate Endstufe.

Unterstützt der WiiM Ultra AirPlay 2?

Nein. Der WiiM Ultra kann nicht als AirPlay-Empfänger verwendet werden. Laut Hersteller lässt sich diese Funktion aufgrund einer Hardwarebeschränkung nicht per Firmware nachrüsten.

Welche maximale Auflösung unterstützt der WiiM Ultra?

Der Streamer unterstützt Audiowiedergabe und digitale Ausgabe mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Der intern verwendete DAC-Chip selbst ist grundsätzlich für bis zu 32 Bit und 384 kHz ausgelegt.

Kann ich einen Plattenspieler direkt anschließen?

Ja. Der Phono-Eingang unterstützt MM- und MC-Tonabnehmer. Der passende Tonabnehmertyp wird in der WiiM Home App ausgewählt. Plattenspieler mit eingebautem Phono-Vorverstärker werden stattdessen am Line-In angeschlossen.

Werden Schallplatten rein analog wiedergegeben?

Nein. Das Signal des Phono-Eingangs wird intern digitalisiert. Dadurch kann es mit Equalizer, Raumkorrektur, Lautstärkeregelung und Multiroom verarbeitet werden.

Kann ich einen externen DAC verwenden?

Ja. Ein externer DAC kann über USB, Koaxial oder Toslink angeschlossen werden. Die digitale Ausgabe ist bis 24 Bit und 192 kHz möglich.

Lässt sich ein Fernseher anschließen?

Ja. Dafür stehen HDMI ARC und ein optischer Digitaleingang zur Verfügung. Der HDMI-Eingang unterstützt Stereo-PCM und Dolby Digital, jedoch kein DTS.

Besitzt der WiiM Ultra eine Raumkorrektur?

Ja. RoomFit analysiert die Raumakustik und erstellt eine Frequenzgangkorrektur. Zusätzlich stehen ein grafischer und ein parametrischer 10-Band-Equalizer zur Verfügung.

Kann der WiiM Ultra Musik in mehrere Räume übertragen?

Ja. Netzwerkstreams und angeschlossene Quellen können innerhalb eines WiiM-Multiroom-Systems wiedergegeben werden. Bei Alexa- oder Google-Cast-Gruppen ist die Übertragung externer Eingänge allerdings eingeschränkt.

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